schlingen

GrammatikVerb · schlingt, schlang, hat geschlungen
Aussprache
Worttrennungschlin-gen
Wortbildung mit ›schlingen‹ als Erstglied: ↗Schlingbeschwerden · ↗Schlingbewegung  ·  mit ›schlingen‹ als Letztglied: ↗aufschlingen2 · ↗herunterschlingen · ↗hinabschlingen · ↗hineinschlingen · ↗hinterschlingen · ↗hinunterschlingen · ↗reinschlingen · ↗runterschlingen
eWDG, 1976

Bedeutung

etw. hastig, gierig essen, schlucken
Beispiele:
hungrig schlang er das Mittagessen
schling nicht so, sondern iss langsam, das bekommt dir besser!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlingen1 · Schlinge · Schlinggewächs · Schlingpflanze
schlingen1 Vb. ‘(ineinander)winden, verflechten, verknüpfen’, ahd. slingan ‘verfallen, vergehen’ (um 1000), mhd. mnd. slingen ‘hin und her ziehend schwingen, flechten, sich schlängelnd winden, kriechen, gleiten, schleichen’, aengl. slingan ‘schlängeln, gleiten’, anord. slyngva, slyngja ‘schwingen, werfen, schleudern’ (woraus vielleicht engl. to sling ‘schleudern’). Dem in unterschiedlicher Bedeutung auftretenden Verb germ. *slengwan (ursprünglich ‘gleiten, kriechen’?) vergleichbar sind wohl lit. sliñkti ‘schleichen’ (von der Schlange), kymr. llyngyr (Plur.) ‘Würmer’, russ. (landschaftlich) slúka (слука) ‘Waldschnepfe’ (wegen ihres geduckten Ganges), so daß ie. *slenk- ‘winden, drehen, sich schlingen, kriechen’ (mit einer Variante ie. *sleng-, s. ↗schlank) erschlossen werden kann. S. dazu ↗Schlange. Schlinge f. ‘Schleife, lose verknüpftes Band, Fanggerät’, ahd. slinga (um 800), mhd. slinge ‘Schleuder’, in diesem Sinne bis 17. Jh. (mundartlich noch heute), in der oben genannten Bedeutung seit 16. Jh. Schlinggewächs n. Schlingpflanze f. ‘rankende Pflanze’ (beide 19. Jh.).

schlingen2 · verschlingen
schlingen2 Vb. ‘schlucken, gierig und schnell essen’. Ahd. slintan (8. Jh.), mhd. slinden ‘schlucken, (ver)schlingen’, asächs. slindan, mnd. slinden, got. fraslindan (germ. *slendan) führen vielleicht mit lit. lįsti (lendù) ‘kriechen, hineingehen’ als nasalierte Formen (s. auch ↗Schlund) auf ie. *(s)leidh- ‘schlüpfrig, gleiten’ (s. ↗Schlitten), eine Erweiterung der Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, durch Nässe glitschiger Boden, ausgleiten, worüber hinschleifen oder -streichen, schmieren’ (wozu auch ↗Lehm und ↗Leim, s. d.). Als Ausgangsbedeutung ergibt sich ‘gleiten lassen’. Seit dem 15. Jh. lassen sich Formen mit md. Übergang von -nd- zu -ng- nachweisen. schlinden hält sich in der Literatursprache bis ins 17. Jh. neben sich durch Luther verbreitendem schlingen. verschlingen Vb. ‘ganz und gar hinunterschlucken, gierig essen’, ahd. firslintan (8. Jh.), mhd. verslinden, seit dem 15. Jh. verslingen, verschlingen.

Thesaurus

Synonymgruppe
in Schleifen legen · in eine Schleife legen · schlingen

Typische Verbindungen zu ›schlingen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Arm Arme Girlande Gürtel Hals Handgelenk Hüfte Knoten Nacken Oberkörper Schal Schlaufe Seil Strick Taille Tuch Turban herumschlingen herunterschlingen hinabschlingen hineinschlingen hinunterschlingen ineinanderschlingen knoten reinschlingen runter runterschlingen umeinander verknoten Ärmchen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schlingen‹.

Verwendungsbeispiele für ›schlingen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die langen Haare sind in einem braven Zopf um den Kopf geschlungen, aber aufreizend platinblond.
Die Zeit, 16.12.2010 (online)
Vorsichtshalber schlingt er danach mehrere Knoten, damit sie nicht noch mal abhauen kann.
Süddeutsche Zeitung, 22.10.2002
Um den Kopf hatte sie in malerischer Weise ein grellrotes Tuch geschlungen.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 7075
Und wenn wir dann müde sind, dann schlinge ich meinen Arm um Deinen Hals und dann schlafen wir ein, glücklich und zufrieden.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 10.12.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Froh bewegt schlang die Mutter den Arm um Mann und Kind zugleich.
Ury, Else: Nesthäkchen fliegt aus dem Nest, Stuttgart: K. Thienemanns 1997 [1920], S. 157
Zitationshilfe
„schlingen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schlingen#1>, abgerufen am 24.01.2020.

Weitere Informationen …

schlingen

GrammatikVerb · schlingt, schlang, hat geschlungen
Aussprache
Worttrennungschlin-gen
Wortbildung mit ›schlingen‹ als Erstglied: ↗Schlinggewächs · ↗Schlingpflanze  ·  mit ›schlingen‹ als Letztglied: ↗aufschlingen1 · ↗herumschlingen · ↗ineinanderschlingen · ↗umschlingen
 ·  mit ›schlingen‹ als Grundform: ↗Geschlinge1
eWDG, 1976

Bedeutung

etw., sich um etw. herumlegen, herumwickeln, herumwinden
Beispiele:
sie schlingt die Arme um seinen Hals
er schlang sich [Dativ] den Schal um den Hals
ein Band, eine Schnur um etw. schlingen
die Pflanze schlingt sich um den Baumstamm
sie hat ein Band in ihr Haar geschlungen
einen Knoten schlingen (= knüpfen)
eine gut, sauber geschlungene (= gebundene) Krawatte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlingen1 · Schlinge · Schlinggewächs · Schlingpflanze
schlingen1 Vb. ‘(ineinander)winden, verflechten, verknüpfen’, ahd. slingan ‘verfallen, vergehen’ (um 1000), mhd. mnd. slingen ‘hin und her ziehend schwingen, flechten, sich schlängelnd winden, kriechen, gleiten, schleichen’, aengl. slingan ‘schlängeln, gleiten’, anord. slyngva, slyngja ‘schwingen, werfen, schleudern’ (woraus vielleicht engl. to sling ‘schleudern’). Dem in unterschiedlicher Bedeutung auftretenden Verb germ. *slengwan (ursprünglich ‘gleiten, kriechen’?) vergleichbar sind wohl lit. sliñkti ‘schleichen’ (von der Schlange), kymr. llyngyr (Plur.) ‘Würmer’, russ. (landschaftlich) slúka (слука) ‘Waldschnepfe’ (wegen ihres geduckten Ganges), so daß ie. *slenk- ‘winden, drehen, sich schlingen, kriechen’ (mit einer Variante ie. *sleng-, s. ↗schlank) erschlossen werden kann. S. dazu ↗Schlange. Schlinge f. ‘Schleife, lose verknüpftes Band, Fanggerät’, ahd. slinga (um 800), mhd. slinge ‘Schleuder’, in diesem Sinne bis 17. Jh. (mundartlich noch heute), in der oben genannten Bedeutung seit 16. Jh. Schlinggewächs n. Schlingpflanze f. ‘rankende Pflanze’ (beide 19. Jh.).

schlingen2 · verschlingen
schlingen2 Vb. ‘schlucken, gierig und schnell essen’. Ahd. slintan (8. Jh.), mhd. slinden ‘schlucken, (ver)schlingen’, asächs. slindan, mnd. slinden, got. fraslindan (germ. *slendan) führen vielleicht mit lit. lįsti (lendù) ‘kriechen, hineingehen’ als nasalierte Formen (s. auch ↗Schlund) auf ie. *(s)leidh- ‘schlüpfrig, gleiten’ (s. ↗Schlitten), eine Erweiterung der Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, durch Nässe glitschiger Boden, ausgleiten, worüber hinschleifen oder -streichen, schmieren’ (wozu auch ↗Lehm und ↗Leim, s. d.). Als Ausgangsbedeutung ergibt sich ‘gleiten lassen’. Seit dem 15. Jh. lassen sich Formen mit md. Übergang von -nd- zu -ng- nachweisen. schlinden hält sich in der Literatursprache bis ins 17. Jh. neben sich durch Luther verbreitendem schlingen. verschlingen Vb. ‘ganz und gar hinunterschlucken, gierig essen’, ahd. firslintan (8. Jh.), mhd. verslinden, seit dem 15. Jh. verslingen, verschlingen.

Thesaurus

Synonymgruppe
in Schleifen legen · in eine Schleife legen · schlingen

Typische Verbindungen zu ›schlingen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Arm Arme Girlande Gürtel Hals Handgelenk Hüfte Knoten Nacken Oberkörper Schal Schlaufe Seil Strick Taille Tuch Turban herumschlingen herunterschlingen hinabschlingen hineinschlingen hinunterschlingen ineinanderschlingen knoten reinschlingen runter runterschlingen umeinander verknoten Ärmchen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schlingen‹.

Verwendungsbeispiele für ›schlingen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die langen Haare sind in einem braven Zopf um den Kopf geschlungen, aber aufreizend platinblond.
Die Zeit, 16.12.2010 (online)
Vorsichtshalber schlingt er danach mehrere Knoten, damit sie nicht noch mal abhauen kann.
Süddeutsche Zeitung, 22.10.2002
Um den Kopf hatte sie in malerischer Weise ein grellrotes Tuch geschlungen.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 7075
Und wenn wir dann müde sind, dann schlinge ich meinen Arm um Deinen Hals und dann schlafen wir ein, glücklich und zufrieden.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 10.12.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Froh bewegt schlang die Mutter den Arm um Mann und Kind zugleich.
Ury, Else: Nesthäkchen fliegt aus dem Nest, Stuttgart: K. Thienemanns 1997 [1920], S. 157
Zitationshilfe
„schlingen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schlingen#2>, abgerufen am 24.01.2020.

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