schlingern

GrammatikVerb · schlingerte, hat/ist geschlingert
Aussprache
Worttrennungschlin-gern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schlingern‹ als Erstglied: ↗Schlingerbewegung · ↗Schlingerkiel · ↗Schlingerkurs · ↗Schlingertank
eWDG, 1976

Bedeutungen

mit Hilfsverb ›hat‹
infolge Seegangs um die Längsachse seitwärts hin- und herschwanken
Beispiel:
das Schiff schlingerte im Sturm
mit Hilfsverb ›ist‹
bildlich über, durch etw. schlingern
Beispiele:
der hochbeladene Wagen schlingert über das holprige Pflaster
leicht angetrunken schlingert der Alte durch die Gasse
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlingern Vb. von Schiffen ‘bei Seegang um die Längsachse schwanken, hin- und herpendeln’. Mnd. slingeren, slengeren ‘hin- und herschlenkern’, nd. slingern ‘schleudern, schwingen, schwanken’, mnl. nl. slingeren ist eine Iterativbildung zu dem unter ↗schlingen (s. d. sowie ↗schlenkern) abgehandelten Verb. Das Seemannswort wird im 17. Jh. mit der auf die oben genannte Schiffsbewegung beschränkten Bedeutung in die Literatursprache aufgenommen.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgrund Boot Bus Fahrbahn Gefährt Kurve Lkw Rand Schiff Wagen dahin dahinschlingern entgegen entlang entlangschlingern führungslos her herum herumschlingern hin hinein krachen plötzlich prallen stampfen taumeln vorbei wild zu zuschlingern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schlingern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein dumpfes Krachen ertönt, der Wagen schlingert, und vier Teenager steigen schweißgebadet aus, um nachzusehen, was sie da gerade überfahren haben.
Bild, 19.03.1998
Immer wieder schlingern mittelständische Unternehmen an den Rand des Ruins, weil sie es beim bloßen Überspielen bewenden lassen.
Die Zeit, 02.01.1998, Nr. 2
Vollgepfropft, scheppernd und schlingernd setzt sich der Bus in Bewegung.
Wallraff, Günter: Ganz unten, Berlin: Aufbau-Verl.1986 [1985], S. 86
Mit einem Ruck schoß der Wagen vor und rollte dann schlingernd und ratternd durch den Wald.
Kreuder, Ernst: Die Gesellschaft vom Dachboden, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1978 [1946], S. 54
Wir schlingerten, quietschten, ratterten durch die schlafende, sparsam beleuchtete Stadt.
Maron, Monika: Stille Zeile Sechs, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1991, S. 175
Zitationshilfe
„schlingern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schlingern>, abgerufen am 24.08.2019.

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