schlottrig

GrammatikAdjektiv
Nebenform schlotterig · Adjektiv
Worttrennungschlott-rig · schlot-te-rig
Wortzerlegungschlottern-ig
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
an allen Gliedern heftig zitternd, schlotternd
Beispiele:
mit schlottrigen Knien, Gliedern daherschwanken
der Kleine, bleich und schlotterig wie ein Gespenst [B. FrankTrenck154]
bildlich
Beispiel:
erwiderte er mit seiner schlotterigen Stimme [Feuchtw.Goya213]
2.
Beispiele:
ein schlottriger Anzug, Rock (= ein Anzug, Rock, der jmdm. viel zu weit ist und sehr lose, faltig an seinem Körper hängt)
der Anzug hing schlottrig an seinem Körper herab
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlottern · schlott(e)rig · Schlotter
schlottern Vb. ‘heftig zittern’, mhd. slotern, slottern, sluttern ‘zittern, klappern, schwatzen’, nd. sluddern ‘schlottern’, nl. slodderen ist vielleicht eine Intensivbildung zu mhd. sloten ‘zittern, klopfen’, verwandt mit mhd. slūdern ‘schleudern, schlenkern’, anord. sloðra ‘sich vorwärtsschleppen’, schwed. sluddra ‘undeutlich sprechen, stammeln’, got. afslauþjan ‘in Angst versetzen’, afslauþnan ‘sich entsetzen’, und läßt sich mit ↗lottern, ↗schleudern und ↗schludern (s. d.) sowie russ. (älter) lytát’ (лытать) ‘sich um eine Arbeit drücken, müßig umhergehen’, serbokr. lútati ‘langsam gehen, mühsam suchen’ auf ie. *(s)leut-, *(s)lūt-, eine Dentalerweiterung der Wurzel ie. *(s)leu-, *(s)lū- ‘schlaff herabhängen, schlaff’ (s. ↗schlummern), zurückführen. schlott(e)rig Adj. ‘zitternd’ (16. Jh.), heute dafür meist schlotternd. Schlotter m. ‘das Zittern, Schüttelfrost, wabbelige Masse, Schlamm’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
schlotterig · schlottrig · ↗zitterig · ↗zittrig
Synonymgruppe
aus der Form geraten · ↗formlos · ↗sackartig · ↗unförmig  ●  schlotterig  abwertend · ↗schlabberig  ugs., Hauptform, abwertend · ↗schlabbrig  ugs., abwertend
Assoziationen
Synonymgruppe
flatterig  ●  fludderig  ugs., rheinisch · ↗schlabberig (Stoff)  ugs., Hauptform · ↗schlabbrig  ugs. · schlotterig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Hose

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schlotterig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der alte Bauer in schlottrigen Hosen und ausgefranster Jacke läuft nebenher.
Bild, 06.11.2001
Er saß salopp herum, schlotterig gekleidet, Pfeife im Mund, aufmerksam nach allen Winkeln äugend, horchend.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 621
Wie eine Schalmei tönte aus dem schlottrigen dünnen Leib Trost.
Süddeutsche Zeitung, 02.02.2000
Er hat einen kurios hohen, knittrigen, grauen Zauberhut auf dem Kopf, und schlotterige graue Hosen bedecken gnädig sein dürres Gebein.
Die Zeit, 10.02.1997, Nr. 06
Kein Wachtmeister, kein stinkender Kübel, keine schlottrige Kluft... es ist nicht auszudenken.
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 1, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 86
Zitationshilfe
„schlottrig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schlottrig>, abgerufen am 20.11.2019.

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