Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schludrig

Grammatik Adjektiv
Nebenform schluderig
Aussprache 
Worttrennung schlud-rig ● schlu-de-rig
Wortzerlegung schludern -ig
Wortbildung  mit ›schludrig‹ als Erstglied: Schludrigkeit
eWDG

Bedeutung

salopp, abwertend flüchtig, nachlässig
Beispiele:
schludrig arbeiten
eine schludrig ausgeführte Reparatur
ein schludrig genähter Saum
eine schludrige Arbeit, Haushaltsführung
eine schludrige Schrift
schlampig gekleidet, aussehend
Beispiel:
Dieser Gumbert in seinen schludrigen Kleidern [ SeghersRettung3,242]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schludern · schlud(e)rig · Schludrian
schludern Vb. ‘zu schnell, daher nachlässig, liederlich arbeiten’ (verbreitet in obd. und md. Mundarten), frühnhd. (obd.) ‘hastig, unsicher gehen’ (15. Jh.), spätmhd. slūdern ‘schleudern, schlenkern’ (vgl. slūderer ‘wer übereilt, nachlässig arbeitet’, 15. Jh.), nhd. schlaudern ‘nachlässig gehen, schlendern’ (Luther), gewöhnlich schludern ‘nachlässig arbeiten’ (Goethe), nach nd. slūdern ‘plaudern, die Zeit mit Schwatzen hinbringen’; vgl. auch nd. sluddern ‘nachlässig arbeiten’. Das Verb ist verwandt mit schleudern und schlottern (s. d.) und läßt sich mit diesen auf eine Dentalerweiterung ie. *(s)leut-, *(s)lūt- der Wurzel ie. *(s)leu-, *(s)lū- ‘schlaff herabhängen, schlaff’ zurückführen (s. auch schlummern). schlud(e)rig Adj. ‘liederlich, nachlässig’ (18. Jh.), schludrich (17. Jh.). Schludrian m. ‘flüchtige, nachlässige Arbeitsweise, Schlamperei’, personifiziert ‘Nichtsnutz, Faulpelz, Pfuscher’ (um 1700); zur Bildungsweise s. Schlendrian.

Thesaurus

Synonymgruppe
lax · liederlich · nachlässig · schluderig · schludrig · unordentlich  ●  pfuschig  ugs. · schlampert  ugs., süddt. · schlampig  ugs. · schlurig  ugs., regional · wie bei Hempels unterm Sofa  ugs. · wie bei Luis Trenker im Rucksack  ugs., scherzhaft, fig., sehr selten · wie in einer Räuberhöhle (Wohnung)  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
achtlos · aus Sorglosigkeit · aus Unachtsamkeit · aus Unkonzentriertheit · fahrlässig · gedankenlos · nachlässig · ohne einen Gedanken daran zu verschwenden · ohne weiter darüber nachzudenken · unachtsam · unaufmerksam  ●  frisch, fromm, fröhlich, frei  ironisch, selten · gedankenverloren  geh. · schlampig  ugs. · schludrig  ugs. · unbedacht  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›schludrig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›schludrig‹ und ›schluderig‹.

Verwendungsbeispiele für ›schludrig‹, ›schluderig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der Praxis ging man mehr als schludrig damit um. [o. A. [pra]: Grundbuch. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1990]]
Eine schludrige Dokumentation wirft ein ebensolches Licht auf den Hersteller. [C't, 2000, Nr. 1]
Über die schludrige Struktur der Geschichte können sie nicht hinwegtäuschen. [Süddeutsche Zeitung, 21.09.1996]
Sie waren politisch unsensibel, aber in ihrer Vorgehensweise auch schludrig. [Die Welt, 17.06.2005]
Sie gebrauchen Bilder oft in einer sehr schludrigen Art und Weise. [Die Zeit, 19.01.2009, Nr. 03]
Zitationshilfe
„schludrig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schludrig>.

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