schludern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschlu-dern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schludern‹ als Erstglied: ↗Schluderarbeit · ↗Schluderei · ↗Schluderer · ↗Schluderwirtschaft · ↗schluderig · ↗schludrig
 ·  mit ›schludern‹ als Letztglied: ↗Geschluder · ↗hinschludern · ↗zusammenschludern
 ·  mit ›schludern‹ als Grundform: ↗verschludern
eWDG, 1976

Bedeutung

salopp, abwertend
1.
flüchtig, nachlässig arbeiten
Beispiele:
er hat bei dieser Arbeit (sehr) geschludert
sie hat nicht sauber genäht, sie hat geschludert
Sprache ist eine Waffe. Haltet sie scharf. Wer schludert, der sei verlacht [TucholskyPanter303]
2.
mit etw. schludernetw. vergeuden
Beispiel:
sie haben mit dem Material geschludert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schludern · schlud(e)rig · Schludrian
schludern Vb. ‘zu schnell, daher nachlässig, liederlich arbeiten’ (verbreitet in obd. und md. Mundarten), frühnhd. (obd.) ‘hastig, unsicher gehen’ (15. Jh.), spätmhd. slūdern ‘schleudern, schlenkern’ (vgl. slūderer ‘wer übereilt, nachlässig arbeitet’, 15. Jh.), nhd. schlaudern ‘nachlässig gehen, schlendern’ (Luther), gewöhnlich schludern ‘nachlässig arbeiten’ (Goethe), nach nd. slūdern ‘plaudern, die Zeit mit Schwatzen hinbringen’; vgl. auch nd. sluddern ‘nachlässig arbeiten’. Das Verb ist verwandt mit ↗schleudern und ↗schlottern (s. d.) und läßt sich mit diesen auf eine Dentalerweiterung ie. *(s)leut-, *(s)lūt- der Wurzel ie. *(s)leu-, *(s)lū- ‘schlaff herabhängen, schlaff’ zurückführen (s. auch ↗schlummern). schlud(e)rig Adj. ‘liederlich, nachlässig’ (18. Jh.), schludrich (17. Jh.). Schludrian m. ‘flüchtige, nachlässige Arbeitsweise, Schlamperei’, personifiziert ‘Nichtsnutz, Faulpelz, Pfuscher’ (um 1700); zur Bildungsweise s. ↗Schlendrian.

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine) Pfuscharbeit abliefern · nachlässig arbeiten · ↗pfuschen · unordentlich arbeiten  ●  ↗fuddeln  ugs. · ↗fudeln  ugs. · ↗hinrotzen  ugs. · ↗hinschmieren  ugs. · ↗hudeln  ugs. · ↗murksen  ugs. · rumfuckeln (an etwas)  ugs., ruhrdt. · ↗rummachen (an)  ugs. · ↗schlampen  ugs. · schludern  ugs. · ↗schustern  ugs. · ↗stümpern  ugs. · ↗sudeln  ugs. · ↗vermasseln  ugs. · ↗versauen  vulg.
Assoziationen
  • schlecht geführtes Unternehmen  ●  ↗Saftladen  ugs., abwertend · Scheißladen (beleidigend)  derb

Typische Verbindungen
computergeneriert

Chancenverwertung Talent Vorbereitung hin

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schludern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Am häufigsten werfen Patienten ihren Ärzten vor, bei Operationen geschludert zu haben.
Die Zeit, 19.06.2012 (online)
Du darfst nicht in der Vorbereitung schludern, sonst schluderst du im Spiel.
Bild, 06.09.2002
Wenn man da erst mal anfängt zu schludern, dann kann so etwas auch ganz schnell in die Hose gehen.
Der Tagesspiegel, 21.10.2002
Ihr Sieg hat mir gezeigt, dass ich im Training offenbar noch geschludert habe und noch einen Gang zulegen muss.
Die Welt, 01.12.2003
Dort wurde in den letzten Jahren offenbar geschludert, die Fehlstarts häufen sich.
o. A.: Raumfahrt. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1998 [1997]
Zitationshilfe
„schludern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schludern>, abgerufen am 21.08.2018.

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