Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schludern

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung schlu-dern
Wortbildung  mit ›schludern‹ als Erstglied: Schluderarbeit · Schluderei · Schluderer · Schluderwirtschaft · schluderig · schludrig
 ·  mit ›schludern‹ als Letztglied: Geschluder · hinschludern · zusammenschludern
 ·  mit ›schludern‹ als Grundform: verschludern

Bedeutungsübersicht+

  1. [salopp, abwertend] ...
    1. 1. flüchtig, nachlässig arbeiten
    2. 2. ⟨mit etw. schludern⟩ etw. vergeuden
eWDG

Bedeutung

salopp, abwertend
1.
flüchtig, nachlässig arbeiten
Beispiele:
er hat bei dieser Arbeit (sehr) geschludert
sie hat nicht sauber genäht, sie hat geschludert
Sprache ist eine Waffe. Haltet sie scharf. Wer schludert, der sei verlacht [ TucholskyPanter303]
2.
mit etw. schludernetw. vergeuden
Beispiel:
sie haben mit dem Material geschludert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schludern · schlud(e)rig · Schludrian
schludern Vb. ‘zu schnell, daher nachlässig, liederlich arbeiten’ (verbreitet in obd. und md. Mundarten), frühnhd. (obd.) ‘hastig, unsicher gehen’ (15. Jh.), spätmhd. slūdern ‘schleudern, schlenkern’ (vgl. slūderer ‘wer übereilt, nachlässig arbeitet’, 15. Jh.), nhd. schlaudern ‘nachlässig gehen, schlendern’ (Luther), gewöhnlich schludern ‘nachlässig arbeiten’ (Goethe), nach nd. slūdern ‘plaudern, die Zeit mit Schwatzen hinbringen’; vgl. auch nd. sluddern ‘nachlässig arbeiten’. Das Verb ist verwandt mit schleudern und schlottern (s. d.) und läßt sich mit diesen auf eine Dentalerweiterung ie. *(s)leut-, *(s)lūt- der Wurzel ie. *(s)leu-, *(s)lū- ‘schlaff herabhängen, schlaff’ zurückführen (s. auch schlummern). schlud(e)rig Adj. ‘liederlich, nachlässig’ (18. Jh.), schludrich (17. Jh.). Schludrian m. ‘flüchtige, nachlässige Arbeitsweise, Schlamperei’, personifiziert ‘Nichtsnutz, Faulpelz, Pfuscher’ (um 1700); zur Bildungsweise s. Schlendrian.

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine) Pfuscharbeit abliefern · nachlässig arbeiten · pfuschen · unordentlich arbeiten  ●  fuddeln  ugs. · fudeln  ugs. · hinrotzen  ugs. · hinschmieren  ugs. · hudeln  ugs. · murksen  ugs. · rumfuckeln (an etwas)  ugs., ruhrdt. · rummachen (an)  ugs. · schlampen  ugs. · schlampern  ugs. · schludern  ugs. · schustern  ugs. · stümpern  ugs. · sudeln  ugs. · vermasseln  ugs. · versauen  vulg.

Verwendungsbeispiele für ›schludern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Am häufigsten werfen Patienten ihren Ärzten vor, bei Operationen geschludert zu haben. [Die Zeit, 19.06.2012 (online)]
Du darfst nicht in der Vorbereitung schludern, sonst schluderst du im Spiel. [Bild, 06.09.2002]
Du darfst nicht in der Vorbereitung schludern, sonst schluderst du im Spiel. [Bild, 06.09.2002]
Uns fehlt die Basis, weil wir ein halbes Jahr geschludert haben. [Bild, 27.03.2006]
Wenn man da erst mal anfängt zu schludern, dann kann so etwas auch ganz schnell in die Hose gehen. [Der Tagesspiegel, 21.10.2002]
Zitationshilfe
„schludern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schludern>.

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