schlurfen

Grammatik Verb · schlurft, schlurfte, ist/hat geschlurft
Aussprache  [ˈʃlʊʁfn̩]
Worttrennung schlur-fen
Wortbildung  mit ›schlurfen‹ als Erstglied: ↗Schlurfeschritt · ↗Schlurfschritt  ·  mit ›schlurfen‹ als Letztglied: ↗anschlurfen · ↗ausschlurfen · ↗davonschlurfen · ↗einherschlurfen · ↗einschlurfen · ↗entlangschlurfen · ↗heranschlurfen · ↗heraufschlurfen · ↗herbeischlurfen · ↗herumschlurfen · ↗hin- und herschlurfen · ↗hinausschlurfen · ↗hineinschlurfen · ↗hinunterschlurfen · ↗umherschlurfen · ↗vorbeischlurfen · ↗wegschlurfen · ↗weiterschlurfen · ↗zurückschlurfen
 ·  mit ›schlurfen‹ als Grundform: ↗Geschlurfe
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
geräuschvoll gehen, indem man die Schuhe über den Boden schleifen lässt
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiel:
der alte Mann schlurfte an die Tür, durch das Zimmer, über den Hof, zur Tür
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’/‘hat’
Beispiele:
er schlurfte in, mit seinen weiten Pantoffeln
man hörte ein Schlurfen
sie hat mit den Füßen geschlurft
Vor ihm schlurfte eine alte Frau, die etwas Schweres in ihrer Tasche daherschleppt [ SchallückWenn man aufhören könnte5]
Grammatik: oft im Partizip I
Beispiele:
schlurfende Schritte
ein schlurfender Gang
schlurfend umherschleichen
2.
landschaftlich, umgangssprachlich eine Flüssigkeit geräuschvoll oder mit Genuss in kleinen Schlucken trinken, etw. schlürfen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
Der Vater ... schlurfte langsam die Suppe [ LoestSportgesch.213]
Sie brauten und schlurften einen Tee [ SeghersDie Toten6,644]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlürfen · schlurfen
schlürfen Vb. ‘geräuschvoll trinken, mit schleifenden Schritten gehen’ (16. Jh.), lautnachahmende Bildung, die mit mnd. slorpen, ‘schlürfen, trinken’, mnl. slorpen, nl. slurpen, norw. slurpe sowie mhd. slurken ‘schlucken’, mhd. (md.) slurc ‘Schlund’, schwed. slurka ‘mit großen Schlucken trinken’, slurk ‘Schluck, Mundvoll’ vergleichbar ist. Daraus läßt sich ein das schlürfende, schleifende Geräusch nachahmendes germ. *slur- ansetzen, ohne daß unbedingt Verwandtschaft mit lat. lurcārī ‘fressen’ und griech. lárynx (λάρυγξ) ‘Schlund, Kehlkopf, Kehle’ (Pokorny 1, 965) vorliegen muß. schlurfen Vb. (17. Jh.), gleichbed. Nebenform von schlürfen.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) dahinschleppen · (sich) mit schleppendem Gang fortbewegen · ↗(sich) schleppen · schleppend gehen · schlurfen · schlurfend gehen · ↗trotten  ●  ↗kriechen  fig. · ↗latschen  ugs. · ↗schlappen  ugs. · ↗trödeln  ugs. · ↗zockeln  ugs. · ↗zuckeln  ugs.
Oberbegriffe
  • einen Fuß vor den anderen setzen · ↗gehen · ↗laufen  ●  zu Fuß gehen  Hauptform · ↗latschen  ugs., salopp · zu Fuß laufen  ugs.
Assoziationen
  • (einen) Bummel machen · (einen) Spaziergang machen · (einen) Stadtbummel machen · an die frische Luft gehen · ↗flanieren · frische Luft schnappen · ↗herumschlendern · ↗herumspazieren · ↗schlendern · sich die Beine vertreten · sich die Füße vertreten · ↗spazieren gehen · ↗umherbummeln  ●  ↗spazieren  Hauptform · ↗(sich) ergehen  geh., veraltet · dahintändeln  geh. · ↗lustwandeln  geh. · ↗promenieren  geh., französierend, bildungssprachlich · ↗umhertigern  ugs. · ↗wandeln  geh.
  • (nur) millimeterweise · (sehr) verzögert · im Schleichtempo · im Schritttempo · im Zeitlupentempo · in Zeitlupe · kriechend · quälend langsam · ↗schleichend · ↗schleppend · sehr langsam  ●  (kommt) langsam wie beim Ochsen die Milch  ugs., scherzhaft · im Schnarchgang  ugs., fig., negativ · im Schneckentempo  ugs.

Typische Verbindungen zu ›schlurfen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schlurfen‹.

Verwendungsbeispiele für ›schlurfen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hier preschen einige vor, andere halten Abstand, manche schlurfen, wieder andere treten sich auf die Füße.
Die Zeit, 07.05.2013, Nr. 19
Traurig schlurfte sie davon, zurück ins Tal der schlechten Ideen.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 434
Anderntags schlurfte er in nicht minder klobigen grünen Stiefeln daher.
Süddeutsche Zeitung, 27.07.1996
Unter der Losung auf dem Pflaster sah ich meine Schuhe schlurfen und die anderen gehen.
Müller, Herta: Herztier, Reinbek: Rowohlt 1994, S. 172
Sie öffnete die Tür wieder und schlurfte, ohne noch ein Wort zu sagen, in das Haus zurück.
Held, Kurt: Die rote Zora und ihre Bande, Aarau: Sauerländer 1989 [1941], S. 133
Zitationshilfe
„schlurfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schlurfen>, abgerufen am 15.01.2021.

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