schmächtig

GrammatikAdjektiv
Worttrennungschmäch-tig (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schmächtig‹ als Erstglied: ↗Schmächtigkeit
eWDG, 1976

Bedeutung

von zartem Gliederbau, dünn
Beispiele:
jmd. ist klein und schmächtig (von Wuchs)
ein schmächtiges Kind
der schmächtige (= magere) Rücken, die schmächtigen Schultern eines Mädchens
Einen schmächtigen Körper hatte er; die Schulterknochen standen hervor, die Rippen waren zu zählen [BredelHeerstraßen256]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schmächtig Adj. ‘klein, dünn, schwächlich’, mhd. smahtec ‘Hunger und Durst leidend’, mnd. smachtich, smechtich ‘hungrig, verhungert, armselig, kümmerlich, dünn’ sind von den unter ↗schmachten (s. d.) angeführten Substantiven mhd. smaht ‘Geruch, das Schmachten, Verschmachten, hoher Grad von Hunger und Durst’, mnd. smacht ‘Entbehrung, entkräftender Hunger’ abgeleitet. Die heute übliche Bedeutung entwickelt sich aus ‘durch Hunger und Durst geschwächt’ (16. Jh.) über ‘entkräftet, schwach, kraftlos’ (17. Jh.), vielleicht gefördert durch mnd. nd. Einfluß.

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
dünn · ↗dürr · ↗hager · ↗knochig · ↗mager · ↗schlaksig · ↗schmal · schmächtig  ●  ↗untergewichtig  medizinisch · ↗dystroph  fachspr., griechisch · ↗leptosom  fachspr. · nichts auf den Rippen haben  ugs. · nichts zuzusetzen haben  ugs. · ↗spillerig  ugs., norddeutsch
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Hänfling · Schmächtling  ●  ↗Hering  ugs. · ↗Kümmerling  ugs. · Mickerling  ugs. · ↗Schmachtlappen  ugs., rheinisch · ↗Spargeltarzan  ugs. · Spinnewipp  ugs., ruhrdt., veraltet · ↗Spucht  ugs., norddeutsch · Strich in der Landschaft  ugs. · halbe Portion  ugs. · schmales Handtuch  ugs.
  • gertenschlank · rank und schlank · ↗schlank · schlank wie eine Gerte · schlank wie eine Tanne · ↗superschlank  ●  ↗rank  veraltet
  • an Mangelernährung leidend · fehlernährt · mangelernährt · nicht genug zu essen bekommen · schlecht ernährt · ↗unterernährt · vom Fleisch gefallen sein · zu wenig zu essen bekommen  ●  (jemanden) bei schmaler Kost halten  geh., veraltet
  • (stark) unterernährt · ↗(stark) untergewichtig · ↗Hungerleider · abgemagert · ↗abgemergelt · ↗abgezehrt · ↗ausgehungert · ausgemergelt · ausgezehrt · ↗hohlwangig · ↗magersüchtig  ●  (die) Rippen einzeln zählen können (bei jemandem)  ugs. · (nur noch ein) Schatten seiner selbst  ugs. · (nur noch) Haut und Knochen  ugs. · (wie ein) lebender Leichnam (aussehen/herumlaufen)  ugs. · (wie ein) wandelndes Gerippe  ugs. · (wie eine) Leiche auf Urlaub  ugs. · (wie eine) wandelnde Leiche  ugs. · (wie) sein eigener Schatten  ugs. · ↗eingefallen  ugs. · ↗halb verhungert  ugs. · ↗klapperdürr  ugs. · ↗klapprig  ugs. · ↗knochendürr  ugs. · ↗marantisch  fachspr., medizinisch · ↗marastisch  fachspr., medizinisch · ↗morbid  geh. · ↗spindeldürr  ugs. · vom Fleisch gefallen  ugs.
  • (kräftig) zulegen · an Gewicht zulegen · ↗ansetzen · dick(er) werden · in die Breite gehen · ↗zunehmen  ●  mehr werden  ironisch · (etwas) auf die Rippen kriegen  ugs.
  • hat ihr Idealgewicht · hat sein Idealgewicht · ↗normalgewichtig
  • feingliedrig · ↗schlankgliedrig · von zartem Körperbau · von zierlichem Körperbau · ↗zart (aufwertend) · zart gebaut · ↗zartgliedrig (aufwertend)  ●  ↗zierlich  Hauptform
  • hoch aufgeschossen · ↗schlaksig  ●  ↗(ein) Schlaks  ugs. · (ein) langes Ende  ugs. · ↗(eine) Bohnenstange  ugs., fig. · langer Lulatsch  ugs.
  • (anderen) auf den Kopf spucken können · ↗(ein) Riese · ↗baumlang · ↗groß · ↗hoch gewachsen · ↗hochgewachsen · mit Gardemaß · ↗stattlich · von Gardemaß · von hohem Wuchs  ●  ↗(ein) Turm  fig. · ↗lang  ugs.
  • (ein) (ganz) Langer  ugs. · (eine) (ganz) Lange  ugs. · (und) dann kam eine lange Dürre  ugs., Spruch, scherzhaft · ↗Bohnenstange  ugs., fig. · Heugeige  ugs., österr., fig. · ↗Hopfenstange  ugs., fig. · langer Lulatsch  ugs. · langes Elend  ugs., ironisch · langes Gereck  ugs., regional · langes Gestell  ugs.
  • Hungerkünstler  fig. · man kann alle Rippen (einzeln) zählen (bei)  variabel · nichts zwischen den Rippen haben  variabel · (an jemandem ist) nichts dran  ugs. · (ein) Haufen Knochen  ugs. · (ein) Strich in der Landschaft  ugs. · (ein) schmales Handtuch  ugs., regional · (ein) wandelndes Gerippe  ugs. · (nur noch) Haut und Knochen  ugs. · Hungerhaken  ugs. · ↗Klappergestell  ugs. · ↗Knochengestell  ugs., fig.
  • von zartem Körperbau · zartes Wesen  ●  ↗Elfe  fig. · ↗Reh  fig. · Rehlein  fig. · ätherisches Wesen  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blonde Brillenträger Bursch Bursche Bürschlein Gestalt Junge Jüngling Kerl Knabe Knirps Körper Körperbau Männchen Männlein Oberkörper Statur Wuchs bebrillt blass bleich blond drahtig dunkelhaarig eher kränklich schüchtern unscheinbar wirkend zierlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schmächtig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An seinen beinahe schmächtigen Unterarmen schienen riesige schaufelähnliche Hände befestigt zu sein.
Düffel, John von: Vom Wasser, München: dtv 2006, S. 242
Der schmächtige Ungar ist robust geworden, läßt sich auch auf dem Platz nichts mehr gefallen.
Bild, 03.06.1999
Clark ist von eher schmächtiger Gestalt; er könnte sogar fast kleinwüchsig genannt werden.
Die Welt, 25.03.1999
Da läuft plötzlich ein krampfhaftes Zucken durch die schmächtige Gestalt in seinen Armen.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 342
Von einer breiten Hand - zu schwer fast für den schmächtigen Körper - fühlte ich meine Finger umschlossen.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1379
Zitationshilfe
„schmächtig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schmächtig>, abgerufen am 16.10.2019.

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