Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schmähen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung schmä-hen
Wortbildung  mit ›schmähen‹ als Erstglied: Schmähartikel · Schmähbrief · Schmähkritik · Schmähpreis · Schmährede · Schmähruf · Schmähschrift · Schmähsucht · Schmähung · Schmähwort · schmähsüchtig
 ·  mit ›schmähen‹ als Letztglied: viel geschmäht · vielgeschmäht
eWDG

Bedeutung

gehoben jmdn., etw. beleidigen, beschimpfen, schlechtmachen
Beispiele:
Sie wollen nicht, daß ich tauge. Warum schmähen Sie mich? [ FrischAndorra3]
Der Redner hat keinen Anlaß, die Vergangenheit zu schmähen, nicht einmal seine eigene [ H. KantAula410]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schmähen · verschmähen · schmählich · Schmähschrift
schmähen Vb. ‘(mit Worten) verächtlich machen, beschimpfen, beleidigen’, ahd. smāhen (10. Jh., in der Fügung gismāhit werdan ‘im Wert gemindert, wertlos werden’, vorher bismāhen, 9. Jh.; vgl. auch bismāhēn ‘schmutzig, gering sein’, 8. Jh., irsmāhēn ‘wertlos werden’, 9. Jh.), mhd. smæhen, smāhen, smæen, smān ‘geringschätzig behandeln, verächtlich machen, verachten, beschimpfen, entehren’, anord. smā ‘höhnen, spotten’ (germ. *smāhōn, *smēhijan) ist als Faktitivum abgeleitet vom Adjektiv ahd. smāhi, auch smāh (9. Jh.), mhd. smæhe ‘klein, gering, verächtlich’ (s. Schmach) und bedeutet daher eigentlich ‘klein, gering machen’; vgl. auch das verwandte Verb anord. smā ‘höhnen, spotten’. verschmähen Vb. ‘geringschätzig, verächtlich zurückweisen’, auch ‘ärgern’, ahd. firsmāhen ‘gering achten’ (um 1000), mhd. versmāhen, versmæhen ‘in entehrender Weise geringschätzen, schmählich behandeln, verstoßen, verachten’. schmählich Adj. ‘beschimpfend, verächtlich’, ahd. smāhlīh ‘klein, gering an Wert, schändlich, verächtlich’ (9. Jh.), mhd. smæhelich, smæhlich. Im 18. Jh. auch abgeschwächt ‘ärgerlich, garstig’ oder ‘sehr groß, arg’ (schmählich groß, schmähliche Hitze). Schmähschrift f. ‘Schrift beschimpfenden, beleidigenden Inhalts’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem etwas) nachsagen · (jemandem etwas) unterstellen · (jemandem) die Ehre abschneiden · (jemanden) ins Gerede bringen · (sich) in herabwürdigender Weise äußern (über) · (über jemanden negative) Behauptungen in die Welt setzen · Lügen verbreiten (über) · diffamieren · diskreditieren · herabsetzen · in Verruf bringen · schlecht reden (über) · schlechtmachen · schmähen · verleumden · verunglimpfen  ●  (jemandem etwas) anhängen  fig. · (jemanden) in eine bestimmte Ecke stellen  fig. · in Misskredit bringen  fig. · (jemandem etwas) am Zeug flicken  ugs., veraltend · (jemandem etwas) andichten  ugs. · (jemandem etwas) ans Zeug flicken  ugs., veraltend · (jemanden) mit Dreck bewerfen  ugs. · anschwärzen  ugs. · kein gutes Haar lassen (an)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›schmähen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schmähen‹.

Verwendungsbeispiele für ›schmähen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und in diesem Lied schmähen Sie die Juden, nicht wahr? [o. A.: Einhundertachtunddreißigster Tag. Freitag, 24. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 33998]
Es gehe nicht an, einen solchen Mann nach seinem Tod zu schmähen. [Baus, Karl: Die Reichskirche nach Konstantin dem Großen. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1973], S. 21932]
Mit Recht verdächtigten sie ihn als Konservativen, zu Unrecht schmähten sie ihn als Reaktionär. [Die Zeit, 04.05.1973, Nr. 19]
Fortan schmäht er beim Improvisieren aus seinem neuen Werk "Männer. [Süddeutsche Zeitung, 25.05.2001]
Wir alle haben damals geschwiegen, wir wollten nicht gegen diese Autoren polemisieren, weil es unwürdig schien, oppositionelle intellektuelle Dissidenten zu schmähen. [Süddeutsche Zeitung, 27.03.1999]
Zitationshilfe
„schmähen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schm%C3%A4hen>.

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