schmählich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungschmäh-lich
Wortbildung mit ›schmählich‹ als Erstglied: ↗Schmählichkeit
eWDG, 1976

Bedeutung

unehrenhaft, schändlich
Beispiele:
ein schmählicher Betrug, Verrat, Wortbruch, Bankrott, Tod
eine schmähliche Niederlage
eine schmähliche Rolle spielen
ein schmähliches Leben, Ende
etw. Schmähliches tun
schmählich lügen, handeln, fliehen, versagen
jmdn. schmählich betrügen, im Stich lassen, verlassen
jmds. Vertrauen schmählich missbrauchen
etw. misslingt, endet schmählich
scherzhaft schmählich genug, so lange im Bett zu bleiben [BrochHuguenau36]
entwürdigend
Beispiele:
daß sie [die Sozialistische Oktoberrevolution] erstmalig aus einer Masse schmählich unterdrückter Muschiks eine Nation schuf, die ihre Rechte zu kennen ... begann [Weiskopf8,82]
Kameraden, die schmählich ermordet oder bestialisch zu Tode gemartert worden waren [TravenGeneral7]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schmähen · verschmähen · schmählich · Schmähschrift
schmähen Vb. ‘(mit Worten) verächtlich machen, beschimpfen, beleidigen’, ahd. smāhen (10. Jh., in der Fügung gismāhit werdan ‘im Wert gemindert, wertlos werden’, vorher bismāhen, 9. Jh.; vgl. auch bismāhēn ‘schmutzig, gering sein’, 8. Jh., irsmāhēn ‘wertlos werden’, 9. Jh.), mhd. smæhen, smāhen, smæen, smān ‘geringschätzig behandeln, verächtlich machen, verachten, beschimpfen, entehren’, anord. smā ‘höhnen, spotten’ (germ. *smāhōn, *smēhijan) ist als Faktitivum abgeleitet vom Adjektiv ahd. smāhi, auch smāh (9. Jh.), mhd. smæhe ‘klein, gering, verächtlich’ (s. ↗Schmach) und bedeutet daher eigentlich ‘klein, gering machen’; vgl. auch das verwandte Verb anord. smā ‘höhnen, spotten’. verschmähen Vb. ‘geringschätzig, verächtlich zurückweisen’, auch ‘ärgern’, ahd. firsmāhen ‘gering achten’ (um 1000), mhd. versmāhen, versmæhen ‘in entehrender Weise geringschätzen, schmählich behandeln, verstoßen, verachten’. schmählich Adj. ‘beschimpfend, verächtlich’, ahd. smāhlīh ‘klein, gering an Wert, schändlich, verächtlich’ (9. Jh.), mhd. smæhelich, smæhlich. Im 18. Jh. auch abgeschwächt ‘ärgerlich, garstig’ oder ‘sehr groß, arg’ (schmählich groß, schmähliche Hitze). Schmähschrift f. ‘Schrift beschimpfenden, beleidigenden Inhalts’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
demütigend · entehrend · entwürdigend · erniedrigend · ↗schmachvoll · schmählich · ↗schändlich · ↗unwürdig  ●  ↗schimpflich  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
blamabel · ↗erbärmlich · ↗kläglich · ↗ruhmlos · ↗schmachvoll · schmählich · ↗unrühmlich · wenig ruhmreich
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgang Abzug Ausgang Behandlung Ende Entlassung Fiasko Flucht Kapitulation Niederlage Rücktritt Rückzug Scheitern Sturz Umstand Untergang Verrat Versagen enden fühlen gescheitert scheitern so untergehen unterliegen verlassen vernachlässigen vernachlässigt versagen ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schmählich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch sein eigenes Handwerk vernachlässigt Journalist Tim in den Comics schmählich.
Die Zeit, 05.01.2009 (online)
Er hatte erst schmählich rausfliegen müssen, um sie geben zu können.
Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 438
Von dort hatte man ihn einige Jahre zuvor schmählich vertrieben.
Süddeutsche Zeitung, 15.11.1997
Es bekümmert mich nicht weniger als dich, es ist schmählich.
Becker, Jurek: Amanda herzlos, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1993 [1992], S. 56
Du hast das hohe Amt eines Boten und verwaltest es so schmählich?
Kafka, Franz: Das Schloß. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1922], S. 10401
Zitationshilfe
„schmählich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schmählich>, abgerufen am 24.09.2019.

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