schmücken

Grammatik Verb · schmückt, schmückte, hat geschmückt
Aussprache  [ˈʃmʏkn̩]
Worttrennung schmü-cken
Wortbildung  mit ›schmücken‹ als Erstglied: Schmückung  ·  mit ›schmücken‹ als Letztglied: abschmücken · ausschmücken  ·  mit ›schmücken‹ als Grundform: geschmückt
Dieses Stichwort finden Sie im DWDS-Weihnachtsglossar.
eWDG und ZDL

Bedeutung

jmd. schmückt etw. (mit etw.)(für einen besonderen, meist festlichen Anlass) etw. Verschönerndes, Schmuck an etw. anbringenWDG
Kollokationen:
mit Akkusativobjekt: eine Wohnung, einen Christbaum, Raum, ein Zimmer, Grab schmücken
hat Präpositionalgruppe/-objekt: etw. mit Blumen, Girlanden, Lichterketten schmücken
Beispiele:
ein mit frischen Blumen geschmücktes GrabWDG
einen Aufsatz, das Kinderbuch mit Bildern, Zeichnungen schmückenWDG
die Tafel war reich, festlich geschmückt (= dekoriert)WDG
auf schmückendes Beiwerk verzichtenWDG
Der Raum ist mit vielen bunten Blumen und Bildern geschmückt, auf dem Tisch steht eine Schale mit Äpfeln. [Bild, 20.03.2020]
Die lange Tafel für 24 Personen war festlich gedeckt und mit wundervollen Blumen geschmückt. [Welt am Sonntag, 26.06.2016]
Schon die alten Römer schmückten Bäume zu Festtagen. [Bild, 14.12.2011]
Hunderttausende Polen schmücken vor Allerheiligen die Gräber ihrer Nächsten. [Berliner Zeitung, 01.11.2005]
Die Wand neben seinem Bett hat K[…] mit Tierpostern geschmückt – Delfine, Lämmer, junge Kätzchen, ein Hundebaby […]. [Süddeutsche Zeitung, 29.12.1999]
Seine Frau hat die Wohnung mit Blumen geschmückt. [Die Zeit, 28.01.1983]
a)
jmd. schmückt sich, jmdn. (mit etw.)Schmuck, Make-up, ein besonderes Kleidungsstück, eine besondere Haartracht tragen (3)
Beispiele:
die Braut (mit Kranz und Schleier) schmückenWDG
die kleinen Mädchen schmückten sich (mit Blumen)WDG
die Frau schmückte sich (mit einer Blume am Kleid, einer Kette) für das FestWDG
Vielleicht waren die Jungen mit Indianerfedern geschmückt und die Mädchen schoben ihren neuen Puppenwagen. [Bild, 11.04.2020]
Viele Einkaufszentren im Land schmücken sich mit Weihnachtsdekoration und Christbäumen. [Süddeutsche Zeitung, 20.12.2018]
Sebastian Vollmer kann sich als erster deutscher Footballprofi mit einem Super‑Bowl‑Ring schmücken. [Die Zeit, 05.07.2015 (online)]
Die SPÖ‑Abgeordneten schmückten sich heute übrigens mit roten Rosen, die ÖVP‑Abgeordneten mit weißen Rosen. [Der Standard, 28.10.2008]
Die Tagesschausprecherin […] schmückt sich zwischen Weihnachten und Silvester mit einer kleinen Diamantentanne am Revers[…]. [die tageszeitung, 29.12.1998]
b)
übertragen jmd. schmückt sich, jmdn. (mit etw.)sich, jmdm. eine Auszeichnung, Leistung, ein Verdienst zurechnen (1)
Kollokationen:
hat Präpositionalgruppe/-objekt: mit einem Titel schmücken
Beispiele:
umgangssprachlichsich mit fremden Federn schmücken (= Leistungen, Verdienste anderer als eigene ausgeben und sich damit brüsten) WDG
Sprachwissenschaftein schmückendes Beiwort (= Beiwort, das für das Verständnis des Satzinhalts nicht unbedingt nötig ist, sondern zur Ausschmückung dient)WDG
Es gibt Ortschaften, die schmücken sich, wie manche Leute auch, mit berühmten Verwandten [ BobrowskiMahner5]WDG
Früher wollten sich Hotels und Bürotürme überall auf der Welt mit »Trump«‑Schriftzügen schmücken, heute schrauben viele die fünf Lettern lieber ab. [Die Welt, 10.10.2019]
Hamburg schmückt sich gerne damit, die britischste Stadt Deutschlands zu sein. [Welt am Sonntag, 04.03.2018]
Ob sozial, grün oder konservativ, alle möglichen politischen Bewegungen schmücken sich mit dem Attribut »liberal«. [Neue Zürcher Zeitung, 31.12.2015]
Damit ein französisches Hotel sich künftig mit fünf Sternen schmücken darf, muss es insgesamt 124 Kriterien erfüllen. [Die Welt, 27.12.2008]
Der Plagiator schmückt sich mit der Arbeit eines andern. [Neue Zürcher Zeitung, 17.12.2008]
Der Anstrengung folgte die Auszeichnung auf dem Fuße, die besten Reiter und Pferde wurden mit Orden und Auszeichnungen geschmückt. [Südkurier, 23.06.2000]
Mit dem Titel »umweltfreundliche Gemeinde 1996« können sich vier Städte und Gemeinden in Schleswig‑Holstein schmücken. [die tageszeitung, 10.09.1996]
c)
etw. schmückt jmdn., etw.als Schmuck, Zierde, Vorzug bei einer Person oder Sache vorliegen, vorhanden sein
Beispiele:
ein knabenhaftes Lächeln schmückte den leicht geöffneten Mund [ HagelstangeSpielball45]WDG
Bunte Blumen und ihre Gitarre schmücken Sophies Sarg bei ihrer Beerdigung. [Bild, 03.02.2020]
Alle Cafés und Büros schmücken atemberaubende Landschaftsfotos des Putorana‑Gebirges. [Welt am Sonntag, 27.12.2015]
übertragen 19 Ehrendoktortitel und 24 Patente schmücken seinen Lebenslauf. [Neue Zürcher Zeitung, 11.07.2010]
Rote Weihnachtssterne schmücken die Tische, alles wirkt sauber. [Die Welt, 30.12.2005]
Der Obelisk, der den Vier‑Ströme‑Brunnen [in Rom] schmückt, stammt vom Tempel der Isis, einem Ort, den man heutigentags als Single‑Treff bezeichnen würde. [Die Zeit, 29.12.1999]
Ein Bildchen des Autors Franz Kafka schmückt das Programmheft: […] [die tageszeitung, 04.11.1989]

letzte Änderung:

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schmücken · schmuck · Schmuck
schmücken Vb. ‘(ver)zieren, schönmachen’. Ahd. firsmucken ‘zerquetschen’ (Hs. um 1300), mhd. smücken, smucken ‘in etw. eng Umschließendes drücken, zusammenziehen, an sich drücken’, reflexiv ‘sich zusammenziehen, ducken’, transitiv ‘kleiden’, mnd. smücken gehört als ablautende Intensivbildung mit Gemination zu dem unter schmiegen (s. d.) behandelten Verb. Die heutige Bedeutung entwickelt sich aus Wendungen wie spätmhd. sich in ein kleit smucken ‘sich hineinschmiegen, es anziehen’, das kleit smücken ‘anschmiegen’ (an den Körper), dann (entsprechend eine mit den armen smücken ‘drücken, umarmen’) jmdn. mit einem Kleid schmücken ‘schön anziehen’, endlich ein Kleid oder jmdn. schmücken ‘ausstatten, verzieren, schönmachen’. schmücken in der Bedeutung ‘zieren’ wird durch Luther verbreitet. Den obd. Mundarten ist diese Bedeutung zunächst fremd; sie bewahren vielmehr (abweichend von der Literatursprache) schmücken im alten Sinne von ‘drücken, schmiegen’ (vgl. im 16. Jh. noch schmuckten und truckten einander, sich schmucken und ducken). schmuck Adj. ‘hübsch, nett anzusehen’ (16. Jh.), nach mnd. smuk ‘geschmeidig, biegsam, schön, zierlich’. Schmuck m. ‘Verzierung, Geschmeide’ (16. Jh.), mnd. smuk, eigentlich ‘dem Körper sich Anschmiegendes’, daher zuerst von prächtiger, wertvoller Kleidung, älter gesmuc (15. Jh.). Verwandt sind ahd. smocko ‘Untergewand’ (um 1000), aengl. smoc, engl. smock ‘Frauenhemd, Kittel, Kleid’ sowie mhd. smuc mit der Bedeutung ‘das Anschmiegen, die Umarmung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
ausschmücken · drapieren · garnieren · herausputzen · herausstaffieren · optisch aufwerten · schmücken · schönmachen · verzieren · zieren  ●  dekorieren  Hauptform · verschönern  Hauptform · aufbrezeln  ugs. · aufhübschen  ugs. · aufputzen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›schmücken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schmücken‹.

Zitationshilfe
„schmücken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schm%C3%BCcken>, abgerufen am 01.12.2021.

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