schmücken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschmü-cken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schmücken‹ als Erstglied: ↗Schmückung  ·  mit ›schmücken‹ als Letztglied: ↗abschmücken · ↗ausschmücken  ·  mit ›schmücken‹ als Grundform: ↗geschmückt
eWDG, 1976

Bedeutung

etw. (mit etw.) schmücken(für einen besonderen, meist festlichen Anlass) etw. Verschönerndes, Schmuck an etw. anbringen
Beispiele:
den Raum (mit Blumen, Lampions), die Straße (mit Girlanden, Transparenten), den Weihnachtsbaum (mit Kugeln, Lametta) schmücken (= ausschmücken)
ein mit frischen Blumen geschmücktes Grab
einen Aufsatz, das Kinderbuch mit Bildern, Zeichnungen schmücken
eine mit Edelsteinen geschmückte Dose
die Tafel war reich, festlich geschmückt (= dekoriert)
auf schmückendes Beiwerk verzichten
jmdn., sich (mit etw.) schmücken
Beispiele:
die Braut (mit Kranz und Schleier) schmücken
die kleinen Mädchen schmückten sich (mit Blumen)
junge Mädchen schmücken sich gern
die Frau schmückte sich (mit einer Blume am Kleid, einer Kette) für das Fest
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlich sich mit fremden Federn schmücken (= Leistungen, Verdienste anderer als eigene ausgeben und sich damit brüsten)
Sprachwissenschaft ein schmückendes Beiwort (= Beiwort, das für das Verständnis des Satzinhalts nicht unbedingt nötig ist, sondern zur Ausschmückung dient)
ein knabenhaftes Lächeln schmückte den leicht geöffneten Mund [HagelstangeSpielball45]
Es gibt Ortschaften, die schmücken sich, wie manche Leute auch, mit berühmten Verwandten [BobrowskiMahner5]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schmücken · schmuck · Schmuck
schmücken Vb. ‘(ver)zieren, schönmachen’. Ahd. firsmucken ‘zerquetschen’ (Hs. um 1300), mhd. smücken, smucken ‘in etw. eng Umschließendes drücken, zusammenziehen, an sich drücken’, reflexiv ‘sich zusammenziehen, ducken’, transitiv ‘kleiden’, mnd. smücken gehört als ablautende Intensivbildung mit Gemination zu dem unter ↗schmiegen (s. d.) behandelten Verb. Die heutige Bedeutung entwickelt sich aus Wendungen wie spätmhd. sich in ein kleit smucken ‘sich hineinschmiegen, es anziehen’, das kleit smücken ‘anschmiegen’ (an den Körper), dann (entsprechend eine mit den armen smücken ‘drücken, umarmen’) jmdn. mit einem Kleid schmücken ‘schön anziehen’, endlich ein Kleid oder jmdn. schmücken ‘ausstatten, verzieren, schönmachen’. schmücken in der Bedeutung ‘zieren’ wird durch Luther verbreitet. Den obd. Mundarten ist diese Bedeutung zunächst fremd; sie bewahren vielmehr (abweichend von der Literatursprache) schmücken im alten Sinne von ‘drücken, schmiegen’ (vgl. im 16. Jh. noch schmuckten und truckten einander, sich schmucken und ducken). schmuck Adj. ‘hübsch, nett anzusehen’ (16. Jh.), nach mnd. smuk ‘geschmeidig, biegsam, schön, zierlich’. Schmuck m. ‘Verzierung, Geschmeide’ (16. Jh.), mnd. smuk, eigentlich ‘dem Körper sich Anschmiegendes’, daher zuerst von prächtiger, wertvoller Kleidung, älter gesmuc (15. Jh.). Verwandt sind ahd. smocko ‘Untergewand’ (um 1000), aengl. smoc, engl. smock ‘Frauenhemd, Kittel, Kleid’ sowie mhd. smuc mit der Bedeutung ‘das Anschmiegen, die Umarmung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
ausschmücken · ↗dekorieren · ↗drapieren · ↗garnieren · ↗herausputzen · ↗herausstaffieren · optisch aufwerten · schmücken · ↗schönmachen · ↗verschönern · ↗verzieren · ↗zieren  ●  ↗aufbrezeln  ugs. · ↗aufputzen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Altar Attribut Baum Blume Christbaum Etikett Fahne Fassade Feder Fresko Girlande Grab Kerze Konterfei Lichterkette Ornament Prädikat Relief Rose Sarg Schaufenster Titel Titelseite Wand Wappen Weihnachtsbaum ausschmücken einst gern gerne

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schmücken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Außerdem darf sie sich mit dem Superlativ schmücken, über die größte schwimmende Bibliothek der Welt zu verfügen.
Die Welt, 31.05.2005
Er hat es nicht nötig, sich mit irgendwas zu schmücken.
Der Tagesspiegel, 06.02.2001
Und Freude im Herzen schmückte sie sich für den Abend.
Boy-Ed, Ida: Vor der Ehe. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 2997
Den Krug schmückte eine ähnliche Szene; das Geschirr war alt und kostbar, und der Name des Künstlers stand darauf geschrieben.
Christ, Lena: Erinnerungen einer Überflüssigen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 16970
Bilder sollen einen Raum schmücken, Fenster in die Welt sein.
Dänhardt, Reimar: Fein oder nicht fein, Berlin: Deutscher Militärverl. 1972 [1968], S. 36
Zitationshilfe
„schmücken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schmücken>, abgerufen am 18.02.2019.

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