schmal

Grammatik Adjektiv · Komparativ: schmaler · Superlativ: am schmalsten
Grammatik Adjektiv · Komparativ: schmäler · Superlativ: am schmälsten
Aussprache 
Wortbildung  mit ›schmal‹ als Erstglied: ↗Schmalbauch · ↗Schmalfilm · ↗Schmalhans · ↗Schmalkost · ↗Schmalreh · ↗Schmalseite · ↗Schmalspur · ↗Schmaltier · ↗Schmaltonfilm · ↗Schmalwand · ↗schmalbrüstig · ↗schmalfingerig · ↗schmalfingrig · ↗schmalgesichtig · ↗schmalgliedrig · ↗schmallippig · ↗schmalrückig · ↗schmalschultrig · ↗schmalspurig
 ·  mit ›schmal‹ als Grundform: ↗Schmalheit
eWDG

Bedeutungen

1.
wenig ausgedehnt nach rechts und nach links
Gegenwort zu breit
Beispiele:
ein schmales Stück Land
ein schmaler Weg, Grat, Durchblick, Spalt
eine schmale Straße, Fahrrinne, Brücke, Treppe, Kammer
ein schmales Zimmer, Bett
den Fluss an der schmalsten Stelle überqueren
eine schmale Nase, Stirn, Brust, Gestalt
ein schmaler Kopf, ein schmales Gesicht, ein schmaler Mund
schmale Schultern, Hüften, Hände, Finger, Lippen, Augen
ein schmaler Kragen, Revers
ein Sommerkleid mit weitem Rock und schmaler (= eng anliegender) Taille
die schmale Silhouette des Kleides, Mantels
ein schmaler Bilderrahmen
eine schmale Druckspalte
ein schmaler Band Gedichte
ein Buch in schmalem Format
sie ist schmal in den Hüften, Schultern
er ist (in letzter Zeit, recht) schmal (= mager, dünn) geworden
er sieht im Gesicht (recht) schmal aus
der Stoff ist, liegt (ziemlich) schmal
der kleine, schmale Emilio, ein blonder, etwas farbloser Mensch [ O. M. GrafMitmenschen157]
umgangssprachlichDie Kammer des Dieners Räder ist nur ein schmales Handtuch (= lang und von sehr geringer Breite) [ FalladaWolf1,270]
Im Westen steht die schmale Mondsichel [ BronnenDeutschland31]
bildlich
Beispiele:
die Rohstoffe im Lande bilden eine zu schmale Basis für den Ausbau dieses Industriezweiges
eine schmale Existenzgrundlage
ein schmales (= wenige Warentypen enthaltendes) Sortiment
ein schmales (= wenige Darbietungen enthaltendes) Programm
die Interessen einer schmalen Schicht von Leuten, die mit dem französischen Volke ... nichts mehr gemein hätten [ Weltbühne1954]
2.
kläglich, karg, knapp
Beispiele:
ein schmales Einkommen, Gehalt, Taschengeld, ein schmaler Verdienst
eine schmale Rente, Hinterlassenschaft
schmale Erträge, Einkünfte
schmale Kost, Verpflegung, Nahrung, Essenrationen
umgangssprachlichReisende mit schmalem Geldbeutel (= mit geringer Zahlungsfähigkeit) finden in Paturien keinen Einlaß [ KusenbergNicht zu glauben26]
[ein] Mann mit breiten ... Gesichtszügen, der diesen schmal dotierten Posten bekleiden mußte [ SteinbergUhren237]
Sie konnte nicht ... den schmalen Küchenzettel (= die kärglichen Mahlzeiten) mit rohen Erbsen aufbessern [ FalladaJeder stirbt527]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schmal · Schmaltier · Schmalvieh · Schmalvogel · schmälern · schmälen · Schmalhans
schmal Adj. ‘nicht breit, klein, eng’, ahd. (8. Jh.), mhd. smal ‘klein, gering, kärglich, knapp, nicht breit’, asächs. mnd. mnl. nl. smal, aengl. smæl, engl. small, anord. smalr-, schwed. smal, got. smals (germ. *smala-) läßt sich mit den s-losen Formen lat. malus ‘schlecht’ (eigentlich ‘gering’), aslaw. malъ, russ. mályj (малый) ‘klein’ verbinden. Dazu gehören auch (wohl aus einer Substantivierung des Adjektivs) griech. mḗlon (μῆλον) ‘Kleinvieh (Schafe und Ziegen)’, armen. mal ‘Schaf, Widder’, air. mīl ‘Tier’, so daß ie. *(s)mēl- ‘klein’ (besonders von Tieren) angesetzt werden kann. Mit dem Adjektiv verbinden sich auch die germ. Bildungen ahd. smalaʒ fihu (s. unten), anord. smali, schwed. (mundartlich) smale, anfrk. māla ‘Kleinvieh’, nl. maal ‘junge Kuh’. Vgl. noch nhd. Schmaltier n. (Jägersprache) ‘weibliches Rot- oder Damwild, das noch keine Jungen hat’ (17. Jh.), Schmalvieh n. ‘kleineres Hausvieh, Kleinvieh’, ahd. smalaʒ fihu (um 1000), mhd. smalvihe ‘kleineres Vieh, Schafe, Ziegen’, Schmalvogel m. ‘kleiner Vogel, Sperling’, ahd. smalfogal (11. Jh.), mhd. smalvogellīn. schmälern Vb. ‘kleiner machen, herabsetzen’ (15. Jh.), Iterativbildung zu heute seltenem schmälen Vb. ‘schmal machen, verringern, herabsetzen, tadeln’, mhd. smeln ‘klein, gering machen’, mnd. smalen, smelen, mnl. nl. smalen. Schmalhans m. ‘bei dem es schmal, dürftig zugeht, Hungerleider, Geizhals’, auch ‘Hunger’ (17. Jh.), s. ↗Hans.

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
dünn · ↗dürr · ↗hager · ↗knochig · ↗mager · schmal · ↗schmächtig  ●  ↗schlaksig  abwertend · ↗untergewichtig  medizinisch · ↗dystroph  fachspr., griechisch · ↗leptosom  fachspr. · ↗nichts auf den Rippen haben  ugs. · nichts zuzusetzen haben  ugs. · ↗spillerig  ugs., norddeutsch
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
gering (Lohn) · ↗karg · ↗klein (Rente) · schmal (Rente, Pension) · ↗wenig (an) (Einkünften)
Antonyme
  • schmal (Rente, Pension)
Synonymgruppe
eng (Durchgang, Gasse) · schmal

Typische Verbindungen zu ›schmal‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schmal‹.

Verwendungsbeispiele für ›schmal‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Verglichen mit den großen Anbietern ist das Programm mit rund 20.000 Videos recht schmal.
Die Zeit, 01.02.2010, Nr. 05
Die Luft stand in dem schmalen länglichen Stall wie ein Tier.
Süddeutsche Zeitung, 10.09.2004
Stets gestattet ist schmaler weißer Streifen an Hut, Hals, Ärmeln.
o. A.: Das Lexikon der Hausfrau, Berlin: Ullstein 1937 [1932], S. 320
Daneben blieb nur ein schmaler Gang nach dem unteren Lager.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 154
An den vier Wänden war eine schmale Bank zum Sitzen.
Luckner, Felix von: Seeteufel, Herford: Kohler 1966 [1921], S. 38
Zitationshilfe
„schmal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schmal>, abgerufen am 19.01.2021.

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