schmecken

GrammatikVerb
Worttrennungschme-cken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schmecken‹ als Letztglied: ↗abschmecken · ↗durchschmecken · ↗herausschmecken · ↗hereinschmecken · ↗nachschmecken · ↗vorschmecken
 ·  formal verwandt mit: ↗wohlschmeckend
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
etw. schmeckt gutetw. hat einen guten Geschmack, wirkt angenehm auf den Geschmackssinn
Beispiele:
etw. schmeckt (jmdm.) gut, schlecht
etw. schmeckt delikat, fad(e), schal, angebrannt, bitter, herb, süß, sauer, salzig
sich [Dativ] etw. gut schmecken lassen
es sich [Dativ] gut schmecken lassen
etw. schmeckt nach etw.
Beispiele:
etw. schmeckt nach Fisch, Zwiebel
der Wein schmeckt nach dem Fass, Korken
umgangssprachlich etw. schmeckt nach nichts (= schmeckt fade, ist ohne die nötige Würze)
umgangssprachlich, scherzhaft das schmeckt nach mehr (= das schmeckt so, dass man noch mehr davon essen möchte)
Die Luft schmeckt nach Salz [WeisenbornMädchen82]
übertragen
Beispiele:
diese Worte schmecken ihm bitter
umgangssprachlich, scherzhaft die Beschäftigung schmeckt nach Arbeit
umgangssprachlich, scherzhaft na, wie schmeckt die Arbeit, wie schmeckt die Schule nach den Ferien?
2.
etw. schmeckt jmdm.etw. wirkt gut auf jmds. Geschmackssinn, mundet jmdm.
Beispiele:
es schmeckt ihm (nicht)
das Brot, die Suppe schmeckt (nicht)
es will mir heute nicht recht schmecken
es sich schmecken lassen
lass es dir schmecken!
umgangssprachlich, übertragen etw. gefällt jmdm., sagt jmdm. zu
Beispiele:
schmeckt nach dem Urlaub die Arbeit wieder?
diese Aufgabe schmeckt mir nicht
Das schmeckt Ihnen wohl nicht, was ich sage? [UhsePatrioten1,52]
3.
etw. mit dem Geschmackssinn wahrnehmen
Beispiele:
man schmeckt nur Salz, Pfeffer, Knoblauch
das ranzige Fett im Kuchen ist (ganz) deutlich zu schmecken
ich schmecke nichts, kann nichts schmecken
etw. kosten, den Geschmack von etw. prüfen
Beispiele:
Er schmeckte ihn [den Rotwein] kennerisch mit der Zunge [BrechtCaesar45]
hier bereitete er das Mahl ... rührte, schmeckte, klopfte, würzte [KoeppenTod37]
gehoben, übertragen etw. spüren, empfinden
Beispiele:
Hunger, Gefangenschaft schmecken (müssen)
Unannehmlichkeiten, Prügel zu schmecken bekommen
Wohl hatte auch er, Pierre, jeden Ruhm schmecken dürfen, den die Welt zu vergeben hatte [Feuchtw.Füchse780]
den unartigen [Kindern] gibt er [Knecht Ruprecht] die Rute zu schmecken [Frau von heute1953]
4.
süddeutsch, österreichisch, schweizerisch (etw.) riechen
a)
den Geruch von etw. wahrnehmen
Beispiel:
schmeck, wie es nach Milch riecht [BrechtKaukas. Kreidekreis3]
salopp, übertragen
Beispiele:
jmdn. nicht schmecken (= nicht ausstehen) können
den Braten schmecken (= merken, was los ist)
b)
einen Geruch verbreiten
Beispiel:
Hier war alles hell, und es schmeckte nach frischer Luft [DodererLederbeutelchen40]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schmecken · schmackhaft
schmecken Vb. ‘mit dem Geschmackssinn wahrnehmen, auf der Zunge als süß, bitter, sauer, salzig u. dgl. empfinden, munden’. In nhd. schmecken, mhd. smecken (transitiv) ‘den Geschmack von etw. empfinden, kosten, den Geruch von etw. empfinden, riechen’, überhaupt ‘durch die Sinne wahrnehmen’, (intransitiv) ‘Geschmack, Geruch von sich geben, duften, stinken’ fallen die ursprünglich durch unterschiedliche Bildungsweisen getrennten Verben (transitiv) ahd. (gi)smecken ‘den Geschmack von etw. empfinden, kosten’ (9. Jh.) und (intransitiv) ahd. (gi)smackēn ‘Geschmack, Geruch von sich geben, schmecken, riechen’ (10. Jh.) zusammen. Dazu stellen sich mnd. smecken (transitiv und intransitiv), aengl. smæccan (transitiv) und mhd. smacken (intransitiv und transitiv) ‘schmecken, wahrnehmen, riechen, duften’, mnd. mnl. smāken (transitiv und intransitiv), nl. smaken, schwed. smaka (transitiv und intransitiv). Weiter gehören hierher die unter ↗Geschmack (s. d.) angeführten Formen sowie (mit germ. g) ahd. gismagmo ‘Geschmack’ (um 1000) und außergerm. wohl lit. smaguriáuti ‘naschen’ (zu smagùs ‘heiter, angenehm’). Daraus läßt sich eine gemeinsame, allerdings nur durch das Germ. und Balt. gestützte Ausgangsform ie. *smeg(h)- ‘schmecken’ erschließen. Die Bedeutung ‘riechen’ wird in obd. Mundarten bewahrt. Vgl. dazu redensartlich den Braten schmecken ‘etw. wittern, merken’ (16. Jh.), dafür heute den Braten riechen. schmackhaft Adj. ‘wohlschmeckend’, mhd. smachaft ‘wohlschmeckend, wohlriechend’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine) Gaumenfreude (sein) · (gut) schmecken · (jemandes) Geschmack treffen · ↗(nach) (jemandes) Geschmack  ●  (dem) Gaumen schmeicheln  geh. · ↗(vortrefflich) munden  geh.
Assoziationen
  • (sich) gut trinken lassen · Lust machen auf mehr · gut trinkbar · kann man gut wegtrinken · ↗süffig · zum Trinken einladend · zum gut Wegtrinken  ●  da könnte ich mich reinsetzen  ugs. · nach mehr schmecken  ugs. · runtergehen wie Öl  ugs.
  • (es gibt) (viel) Beifall für · (gut) angenommen werden · ↗(jemandem) angenehm (sein) · ↗(jemandem) behagen · ↗(jemandem) gefallen · ↗(jemandem) passen · (jemandem) sympathisch sein · Anklang finden (bei) · Gefallen finden (an) · Zuspruch erfahren · Zuspruch finden · akzeptiert werden · auf Gegenliebe stoßen · auf Sympathie stoßen · auf Zustimmung treffen · begrüßt werden · freundlich aufgenommen werden · nach jemandes Geschmack sein · positiv aufgenommen werden · ↗zusagen  ●  auf fruchtbaren Boden fallen (Vorschlag, Idee)  fig. · ↗(jemandem) konvenieren  geh. · gut ankommen (bei)  ugs.
  • appetitlich · ↗delektabel · ↗delikat · ↗deliziös · ↗ergötzlich · kulinarischer (Hoch-)Genuss · ↗köstlich · ↗lecker · lukullischer (Hoch-)Genuss · mundend · ↗schmackhaft · ↗wohlschmeckend  ●  (da) könnte ich mich reinlegen  ugs. · ↗gluschtig  ugs., schweiz. · schmeckt nach mehr  ugs.
Synonymgruppe
abschmecken · ↗degustieren · ↗kosten · ↗probieren · schmecken · ↗testen · ↗verkosten · ↗versuchen
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bier Erdbeeren Essen Fisch Fleisch Kaffee Schokolade Suppe Tomaten Wein Wurst abschmecken anders bitter fad frisch fruchtig gut herausschmeckt köstlich lecker nachschmeckt riechen salzig sauer schal süß vorzüglich würzig Äpfel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schmecken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber dann schmeckt er auch längst nicht immer nach so viel Geld.
Die Welt, 24.06.2005
Denn wo man hingehört und wo man nicht hingehört, das diskutiert man nicht, das schmeckt man.
Der Tagesspiegel, 14.02.2004
Salz für sich allein ist allerdings sinnlos - es schmeckt auch nicht.
Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 85
Sie sind nun alle drei tot; möge es ihnen geschmeckt haben!
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 2. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 1587
Mir schmeckte es großartig; meine arme alte Mutter aber, der das Brod zu beißen unmöglich war, ging hungrig zu Bett.
Lehmann, Lilli: Mein Weg. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 23054
Zitationshilfe
„schmecken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schmecken>, abgerufen am 25.05.2018.

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