schmeichelhaft

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungschmei-chel-haft
Wortzerlegungschmeicheln-haft
eWDG, 1976

Bedeutung

jmds. Selbstbewusstsein hebend, sehr angenehm
Beispiele:
was da gesagt wurde, ist (nicht gerade, sehr) schmeichelhaft für ihn
ein wenig schmeichelhaftes Porträt
schmeichelhafte Worte
jmdm. etw. nicht gerade schmeichelhaft (= günstig) schildern
Es ist für mich sehr schmeichelhaft, daß die Nachricht von meinem angeblichen Tode bei Euch ... soviel Bestürzung und Teilnahme hervorgerufen [BebelAus meinem Leben801]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schmeicheln · Schmeichelei · schmeichelhaft · Schmeichler
schmeicheln Vb. ‘zärtlich sein, überschwenglich loben, jmdm. schöntun’, spätmhd. smeicheln ‘durch sanfte Berührung liebkosen’ ist Iterativbildung zu gleichbed. ahd. smeihhen (Hs. 12. Jh.), mhd. smeichen (vgl. ahd. smeihhāri, mhd. smeichære, smeicher ‘Liebkosender’), das mit mnd. smēken ‘schmeicheln’, mnl. smēken, smeiken, nl. smeken ‘flehen’, norw. (mundartlich) smeikja ‘streicheln, schmeicheln’ (germ. *smaikijan), ablautend smika ‘streichen, glätten’ und ahd. smeckar (9. Jh.), mhd. smecker ‘zierlich, schmächtig, eingefallen’ (vom Gesicht), aengl. smicer ‘schön, zierlich’, isl. smeykur ‘ängstlich’ sowie auch poln. smagły ‘schlank, schmächtig’, lit. smaĩgas ‘Stock, Pfahl, Stange’ auf die Gutturalerweiterung ie. *smē(i)g-, *smī̌g- der Wurzel ie. *smē-, *smēi- ‘schmieren, darüberwischen, -streichen, darüber hinreiben’ (s. auch ↗Schmach und ↗schmeißen) zurückgeführt werden kann; dazu gehört wohl auch ↗Schminke (s. d.), vielleicht auch griech. smḗn (σμῆν) ‘abreiben, abwischen’ und lat. macula ‘Fleck, Makel’. schmeichen wird bereits in frühnhd. Zeit durch schmeicheln verdrängt. Als Ausgangsbedeutung ist ‘(zärtlich) darüber hin streichen, durch streichende Berührung liebkosen’ anzunehmen. Der Sinn des übertriebenen Lobens, Lobhudelns ist bereits im 15. Jh. ausgebildet; er bleibt neben seit alters gültigem ‘liebkosen, zärtlich sein’ und später (18. Jh.) sich entwickelndem ‘etw. schöner darstellen als die Wirklichkeit, jmdm. guttun, jmds. Selbstbewußtsein heben’ bis heute erhalten. Schmeichelei f. ‘Zärtlichkeit, überschwengliches Lob’ (17. Jh.). schmeichelhaft Adj. ‘angenehm, dem Selbstbewußtsein wohltuend’ (16. Jh.); vgl. mhd. smeichenhaft. Schmeichler m. ‘wer durch Lobhudelei seine Ziele erreichen will, Schönredner’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aufgesetzt freundlich · ↗glattzüngig · ↗heuchlerisch · kratzfüßig · ↗liebedienerisch · schmeichelhaft · schmeichelnd · ↗schmierig · zuckersüß lächelnd · übertrieben freundlich  ●  herumschleimend  ugs. · ↗honigsüß (lächeln / tun)  ugs. · ↗katzenfreundlich  ugs. · ↗scheißfreundlich  derb · schleimend  ugs. · ↗schleimig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Adjektiv Anschlusstreffer Attribut Ausgleich Beiname Beinamen Bemerkung Bezeichnung Charakterisierung Etikett Foulelfmeter Kompliment Portrait Porträt Prädikat Punktgewinn Punktsieg Remis Schlußfolgerunge Selbstporträt Siegtreffer Spiegelbild Spitzname Unentschieden ausfällen ganz und gar nicht gemeint gerade wenig äußerst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schmeichelhaft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und wenn jemand so was sagt, ist das durchaus schmeichelhaft, aber auch nicht mehr.
Süddeutsche Zeitung, 18.11.1999
Es sei auch wenig schmeichelhaft für die neue EZB, wenn zu viel politischer Druck ausgeübt werde.
Der Tagesspiegel, 03.11.1998
Seine Beurteilung des Dramas an sich war durchaus ermutigend, ja, sogar höchst schmeichelhaft.
Schleich, Carl Ludwig: Besonnte Vergangenheit, Lebenserinnerungen (1859-1919). In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 31483
Mit allerlei schmeichelhaften Ausdrücken für uns verließ er wieder unser Gemach.
Viersbeck, Doris: Erlebnisse eines Hamburger Dienstmädchens. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 8078
Dies ist für den Dichter gewiß nicht schmeichelhaft, aber es ist auch nicht jeder, der dichtet, ein Dichter.
Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 10103
Zitationshilfe
„schmeichelhaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schmeichelhaft>, abgerufen am 22.01.2019.

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