schmelzen

Grammatik Verb · schmilzt, schmolz, ist geschmolzen
Aussprache  [ˈʃmɛlʦn̩]
Worttrennung schmel-zen
Wortbildung  mit ›schmelzen‹ als Erstglied: ↗schmelzend  ·  mit ›schmelzen‹ als Letztglied: ↗abschmelzen · ↗anschmelzen · ↗aufschmelzen · ↗dahinschmelzen · ↗durchschmelzen · ↗hinschmelzen · ↗wegschmelzen · ↗zusammenschmelzen
eWDG, 1976

Bedeutung

durch Hitze, Wärme flüssig werden, sich auflösen
Beispiele:
das Eis, der Schnee schmilzt im Frühling
die Gletscher schmolzen schnell
Glas zum Schmelzen bringen
bildlich sich vermindern, dahinschwinden
Beispiele:
das Vermögen war bis auf einen kleinen Rest geschmolzen
gehobendie Befangenheit, Beklemmung, der Zweifel schmolz
gehobenin deinem Rücken aber schmilzt die Zeit [ JensGötter15]
übertragen etw. schmilztetw. wird weich
Beispiele:
bei dieser Überredungskunst schmolz sein harter Sinn
ihm schmolz das Herz (= er war gerührt) bei diesen Bitten
schmelzendweich, einschmeichelnd, besonders gefühlvoll
Grammatik: oft im Partizip I
Beispiel:
süß und schmelzend waren die Töne der Nachtigall
abwertend sentimental
Beispiele:
schmelzende Melodien
»Meine Leonora!« girrt sie. Ihrer schmelzenden Stimme antwortet niemand [ H. MannVollendung Henri Quatre7,669]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schmelzen1 · schmelzen2 · Schmelz · Schmelze
schmelzen1 Vb. ‘(durch Wärmeeinwirkung) flüssig werden, zerfließen’. Stark flektierendes ahd. smelzan (8. Jh.), mhd. smelzen, asächs. smeltan, mnd. mnl. nl. smelten (germ. *smeltan) sowie ablautendes aengl. smolt ‘sanft, ruhig’, schwed. (mundartlich) smulter ‘weich’ und das unter ↗Schmalz (s. d.) behandelte Substantiv stellen sich mit den unter ↗Malz (s. d.) angeführten s-losen Formen zu einer (zunächst vielleicht präsensbildenden) Dentalerweiterung ie. *meld- ‘weich’ (s. ↗mild) der unter ↗mahlen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *mel(ə)- ‘zermalmen, schlagen, mahlen’. Dazu das schwache Kausativum schmelzen2 Vb. ‘(durch Wärmeeinwirkung) flüssig machen’, ahd. (um 800), mhd. smelzen, mnd. smelten (germ. *smaltjan). Jedoch gehen die starken Flexionsformen (schmilzt, schmolz, geschmolzen) allmählich auch in den transitiven Gebrauch über, und schwache Bildungen (schmelzt, schmelzte, geschmelzt) sind seit dem 19. Jh. selten. Schmelz m. ‘glänzender, glatter Überzug’, ahd. smelzi ‘Gold-Silber-Mischung’ (9. Jh.), häufiger gismelzi (10. Jh.), mhd. gesmelze, frühnhd. goltsmelz, mnd. smelt, mnl. smelt, smelte. In neuerer Sprache auch ‘Glasur der Zähne’ (18. Jh.). Schmelze f. Handlung, Ort (Schmelzhütte), Produkt des Schmelzens (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
schmelzen · ↗sintern  ●  ↗fritten  fachspr.
Synonymgruppe
erweichen · flüssig werden · schmelzen
Assoziationen
Synonymgruppe
ausapern · ↗dahinschmelzen · schmelzen · ↗wegschmelzen · ↗wegtauen
Synonymgruppe
dahingehen · ↗schwinden · ↗vergehen · ↗zergehen  ●  schmelzen  fig. · schmelzen wie Schnee an der Sonne  fig. · ↗zerschmelzen  fig. · ↗dahinschmelzen  geh., fig. · ↗dahinschwinden  geh. · weniger werden  ugs.

Typische Verbindungen zu ›schmelzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schmelzen‹.

Verwendungsbeispiele für ›schmelzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Durch die Einsparungen beim Muttersprachlichen Unterricht könnte dieses Angebot nun sogar noch weiter zusammen schmelzen.
Süddeutsche Zeitung, 13.01.2003
Eis schmilzt in großen Stücken weniger schnell als in kleinen.
o. A.: Das Lexikon der Hausfrau, Berlin: Ullstein 1937 [1932], S. 273
Es schmilzt bei null Grad, insofern ist es relativ normales Eis.
Die Welt, 12.07.2005
Wenn du ein Stück Eisen auf den Äquator legst, schmilzt das wie Butter.
Traven, B.: Das Totenschiff, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1929 [1926], S. 212
Als das Eis geschmolzen war, hatte sich eines Tages ein Mann in einem Boot eingefunden.
Wiechert, Ernst: Das einfache Leben, München: Ullstein Taschenbuchverl. 2000 [1946], S. 328
Zitationshilfe
„schmelzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schmelzen#1>, abgerufen am 27.10.2020.

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schmelzen

Grammatik Verb · schmilzt, schmolz, hat geschmolzen
Grammatik Verb · schmelzt, schmelzte, hat geschmelzt
Aussprache  [ˈʃmɛlʦn̩]
Worttrennung schmel-zen
Wortbildung  mit ›schmelzen‹ als Erstglied: ↗Schmelzbutter · ↗Schmelzerei · ↗Schmelzgut · ↗Schmelzhütte · ↗Schmelzkäse · ↗Schmelzofen · ↗Schmelzprozess · ↗Schmelzpunkt · ↗Schmelzschweißer · ↗Schmelztemperatur · ↗Schmelztiegel · ↗Schmelzvorgang · ↗Schmelzwasser · ↗schmelzbar
 ·  mit ›schmelzen‹ als Letztglied: ↗abschmelzen · ↗anschmelzen · ↗aufschmelzen · ↗ausschmelzen · ↗einschmelzen · ↗umschmelzen · ↗zusammenschmelzen
eWDG, 1976

Bedeutung

etw. Festes durch Hitze, Wärme flüssig machen, auflösen
Beispiele:
Erz, Roheisen, Silber schmelzen
das Gold wurde geschmolzen
die Sonne hat das Eis geschmolzen
[die Arbeiter] schmelzten 26,31 Tonnen Stahl je Stunde [ Tageszeitung1966]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schmelzen1 · schmelzen2 · Schmelz · Schmelze
schmelzen1 Vb. ‘(durch Wärmeeinwirkung) flüssig werden, zerfließen’. Stark flektierendes ahd. smelzan (8. Jh.), mhd. smelzen, asächs. smeltan, mnd. mnl. nl. smelten (germ. *smeltan) sowie ablautendes aengl. smolt ‘sanft, ruhig’, schwed. (mundartlich) smulter ‘weich’ und das unter ↗Schmalz (s. d.) behandelte Substantiv stellen sich mit den unter ↗Malz (s. d.) angeführten s-losen Formen zu einer (zunächst vielleicht präsensbildenden) Dentalerweiterung ie. *meld- ‘weich’ (s. ↗mild) der unter ↗mahlen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *mel(ə)- ‘zermalmen, schlagen, mahlen’. Dazu das schwache Kausativum schmelzen2 Vb. ‘(durch Wärmeeinwirkung) flüssig machen’, ahd. (um 800), mhd. smelzen, mnd. smelten (germ. *smaltjan). Jedoch gehen die starken Flexionsformen (schmilzt, schmolz, geschmolzen) allmählich auch in den transitiven Gebrauch über, und schwache Bildungen (schmelzt, schmelzte, geschmelzt) sind seit dem 19. Jh. selten. Schmelz m. ‘glänzender, glatter Überzug’, ahd. smelzi ‘Gold-Silber-Mischung’ (9. Jh.), häufiger gismelzi (10. Jh.), mhd. gesmelze, frühnhd. goltsmelz, mnd. smelt, mnl. smelt, smelte. In neuerer Sprache auch ‘Glasur der Zähne’ (18. Jh.). Schmelze f. Handlung, Ort (Schmelzhütte), Produkt des Schmelzens (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
schmelzen · ↗sintern  ●  ↗fritten  fachspr.
Synonymgruppe
erweichen · flüssig werden · schmelzen
Assoziationen
Synonymgruppe
ausapern · ↗dahinschmelzen · schmelzen · ↗wegschmelzen · ↗wegtauen
Synonymgruppe
dahingehen · ↗schwinden · ↗vergehen · ↗zergehen  ●  schmelzen  fig. · schmelzen wie Schnee an der Sonne  fig. · ↗zerschmelzen  fig. · ↗dahinschmelzen  geh., fig. · ↗dahinschwinden  geh. · weniger werden  ugs.

Typische Verbindungen zu ›schmelzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schmelzen‹.

Verwendungsbeispiele für ›schmelzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ihm goss man geschmolzenes Plastik über den Rücken, daher die Narben.
Die Zeit, 29.03.2013, Nr. 13
Zu diesem Zweck wird die in Nudelform aufbewahrte und inzwischen gereifte Masse bei mäßiger Wärme wieder geschmolzen und filtriert.
Welt und Wissen, 1929, Nr. 3, Bd. 18
Sobald diese in die Erdatmosphäre eintraten, begann durch die Reibungshitze die Beschichtung (spezielle Kunstharzmischungen) zu schmelzen und zu verdampfen.
P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1985, Nr. 7
Das Feuer schmilzt das Metall der Berge, und es ergießt sich über die Erde als ein Strom.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. III. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 9405
Unbebrütete, honigleere Waben liefern das hellgelbe Jungfernwachs, geschmolzen das beste Material für die Wachsfarbentechniken.
o. A.: Lexikon der Kunst - B. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 3542
Zitationshilfe
„schmelzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schmelzen#2>, abgerufen am 27.10.2020.

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