schmelzen

Grammatik Verb · schmilzt, schmolz, ist geschmolzen
Aussprache  [ˈʃmɛlʦn̩]
Worttrennung schmel-zen
Wortbildung  mit ›schmelzen‹ als Erstglied: Schmelzfarbe · Schmelzglasur · Schmelzsicherung · Schmelzwärme · schmelzend
 ·  mit ›schmelzen‹ als Letztglied: abschmelzen · anschmelzen · aufschmelzen · dahinschmelzen · durchschmelzen · hinschmelzen · wegschmelzen · zusammenschmelzen
eWDG

Bedeutung

durch Hitze, Wärme flüssig werden, sich auflösen
Beispiele:
das Eis, der Schnee schmilzt im Frühling
die Gletscher schmolzen schnell
Glas zum Schmelzen bringen
bildlich sich vermindern, dahinschwinden
Beispiele:
das Vermögen war bis auf einen kleinen Rest geschmolzen
gehobendie Befangenheit, Beklemmung, der Zweifel schmolz
gehobenin deinem Rücken aber schmilzt die Zeit [ JensGötter15]
übertragen etw. schmilztetw. wird weich
Beispiele:
bei dieser Überredungskunst schmolz sein harter Sinn
ihm schmolz das Herz (= er war gerührt) bei diesen Bitten
schmelzendweich, einschmeichelnd, besonders gefühlvoll
Grammatik: oft im Partizip I
Beispiel:
süß und schmelzend waren die Töne der Nachtigall
abwertend sentimental
Beispiele:
schmelzende Melodien
»Meine Leonora!« girrt sie. Ihrer schmelzenden Stimme antwortet niemand [ H. MannVollendung Henri Quatre7,669]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schmelzen1 · schmelzen2 · Schmelz · Schmelze
schmelzen1 Vb. ‘(durch Wärmeeinwirkung) flüssig werden, zerfließen’. Stark flektierendes ahd. smelzan (8. Jh.), mhd. smelzen, asächs. smeltan, mnd. mnl. nl. smelten (germ. *smeltan) sowie ablautendes aengl. smolt ‘sanft, ruhig’, schwed. (mundartlich) smulter ‘weich’ und das unter Schmalz (s. d.) behandelte Substantiv stellen sich mit den unter Malz (s. d.) angeführten s-losen Formen zu einer (zunächst vielleicht präsensbildenden) Dentalerweiterung ie. *meld- ‘weich’ (s. mild) der unter mahlen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *mel(ə)- ‘zermalmen, schlagen, mahlen’. Dazu das schwache Kausativum schmelzen2 Vb. ‘(durch Wärmeeinwirkung) flüssig machen’, ahd. (um 800), mhd. smelzen, mnd. smelten (germ. *smaltjan). Jedoch gehen die starken Flexionsformen (schmilzt, schmolz, geschmolzen) allmählich auch in den transitiven Gebrauch über, und schwache Bildungen (schmelzt, schmelzte, geschmelzt) sind seit dem 19. Jh. selten. Schmelz m. ‘glänzender, glatter Überzug’, ahd. smelzi ‘Gold-Silber-Mischung’ (9. Jh.), häufiger gismelzi (10. Jh.), mhd. gesmelze, frühnhd. goltsmelz, mnd. smelt, mnl. smelt, smelte. In neuerer Sprache auch ‘Glasur der Zähne’ (18. Jh.). Schmelze f. Handlung, Ort (Schmelzhütte), Produkt des Schmelzens (16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›schmelzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schmelzen‹.

Verwendungsbeispiele für ›schmelzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eis schmilzt in großen Stücken weniger schnell als in kleinen.
o. A.: Das Lexikon der Hausfrau, Berlin: Ullstein 1937 [1932], S. 273
Es schmilzt bei null Grad, insofern ist es relativ normales Eis.
Die Welt, 12.07.2005
Wenn du ein Stück Eisen auf den Äquator legst, schmilzt das wie Butter.
Traven, B.: Das Totenschiff, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1929 [1926], S. 212
Als das Eis geschmolzen war, hatte sich eines Tages ein Mann in einem Boot eingefunden.
Wiechert, Ernst: Das einfache Leben, München: Ullstein Taschenbuchverl. 2000 [1946], S. 328
Und dann schmolz plötzlich seine Wut, jäh wie sie gekommen, auch jäh dahin.
Viebig, Clara: Das Weiberdorf, Briedel u. Mosel: Houben 1996 [1900], S. 159
Zitationshilfe
„schmelzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schmelzen#1>, abgerufen am 06.12.2021.

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schmelzen

Grammatik Verb · schmilzt, schmolz, hat geschmolzen
Grammatik Verb · schmelzt, schmelzte, hat geschmelzt
Aussprache  [ˈʃmɛlʦn̩]
Worttrennung schmel-zen
Wortbildung  mit ›schmelzen‹ als Erstglied: Schmelzbutter · Schmelzerei · Schmelzgut · Schmelzhütte · Schmelzkäse · Schmelzofen · Schmelzprozess · Schmelzpunkt · Schmelzschweißer · Schmelztemperatur · Schmelztiegel · Schmelzvorgang · Schmelzwasser · schmelzbar
 ·  mit ›schmelzen‹ als Letztglied: abschmelzen · anschmelzen · aufschmelzen · ausschmelzen · einschmelzen · umschmelzen · zusammenschmelzen
eWDG

Bedeutung

etw. Festes durch Hitze, Wärme flüssig machen, auflösen
Beispiele:
Erz, Roheisen, Silber schmelzen
das Gold wurde geschmolzen
die Sonne hat das Eis geschmolzen
[die Arbeiter] schmelzten 26,31 Tonnen Stahl je Stunde [ Tageszeitung1966]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schmelzen1 · schmelzen2 · Schmelz · Schmelze
schmelzen1 Vb. ‘(durch Wärmeeinwirkung) flüssig werden, zerfließen’. Stark flektierendes ahd. smelzan (8. Jh.), mhd. smelzen, asächs. smeltan, mnd. mnl. nl. smelten (germ. *smeltan) sowie ablautendes aengl. smolt ‘sanft, ruhig’, schwed. (mundartlich) smulter ‘weich’ und das unter Schmalz (s. d.) behandelte Substantiv stellen sich mit den unter Malz (s. d.) angeführten s-losen Formen zu einer (zunächst vielleicht präsensbildenden) Dentalerweiterung ie. *meld- ‘weich’ (s. mild) der unter mahlen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *mel(ə)- ‘zermalmen, schlagen, mahlen’. Dazu das schwache Kausativum schmelzen2 Vb. ‘(durch Wärmeeinwirkung) flüssig machen’, ahd. (um 800), mhd. smelzen, mnd. smelten (germ. *smaltjan). Jedoch gehen die starken Flexionsformen (schmilzt, schmolz, geschmolzen) allmählich auch in den transitiven Gebrauch über, und schwache Bildungen (schmelzt, schmelzte, geschmelzt) sind seit dem 19. Jh. selten. Schmelz m. ‘glänzender, glatter Überzug’, ahd. smelzi ‘Gold-Silber-Mischung’ (9. Jh.), häufiger gismelzi (10. Jh.), mhd. gesmelze, frühnhd. goltsmelz, mnd. smelt, mnl. smelt, smelte. In neuerer Sprache auch ‘Glasur der Zähne’ (18. Jh.). Schmelze f. Handlung, Ort (Schmelzhütte), Produkt des Schmelzens (16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›schmelzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schmelzen‹.

Verwendungsbeispiele für ›schmelzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ihm goss man geschmolzenes Plastik über den Rücken, daher die Narben.
Die Zeit, 29.03.2013, Nr. 13
Zu diesem Zweck wird die in Nudelform aufbewahrte und inzwischen gereifte Masse bei mäßiger Wärme wieder geschmolzen und filtriert.
Welt und Wissen, 1929, Nr. 3, Bd. 18
Das Feuer schmilzt das Metall der Berge, und es ergießt sich über die Erde als ein Strom.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. III. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 9405
Unbebrütete, honigleere Waben liefern das hellgelbe Jungfernwachs, geschmolzen das beste Material für die Wachsfarbentechniken.
o. A.: Lexikon der Kunst - B. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 3542
Ich schmelze ihm sein Gold zu Klumpen und leg ihm das ganze verdammte Dorf in Schutt und Asche.
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 460
Zitationshilfe
„schmelzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schmelzen#2>, abgerufen am 06.12.2021.

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