Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schmerzen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung schmer-zen
Wortbildung  mit ›schmerzen‹ als Grundform: verschmerzen
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. schmerzt (jmdm., jmdn.)etw. verursacht, bereitet jmdm. körperlichen Schmerz, tut jmdm. körperlich weh
Beispiele:
die Muskeln schmerzen (jmdm., jmdn.)
seine Ohren schmerzen (ihm, ihn)
die Füße schmerzen (ihr, sie)
der Kopf, der Finger, der Zahn, die Wunde schmerzt sehr stark, wenig
Da wird denn gemalt, daß die Augen schmerzen [ G. Hauptm.CramptonI]
die Leute drinnen [in dem geöffneten Wagen] schrien – das Tageslicht schmerzte ihren Augen [ BöllAdam128]
2.
etw. schmerzt jmdn.etw. macht jmdn. tieftraurig, unglücklich, bereitet jmdm. Kummer
Beispiele:
dieser Vorfall, der Verlust schmerzt ihn sehr
es schmerzt mich, dass ich diese Enttäuschung erleben musste
es schmerzt mich, nicht richtig verstanden zu werden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schmerz · schmerzen · Schmerzensmutter · schmerzhaft · schmerzlich · schmerzlos
Schmerz m. ‘peinigende, wehtuende körperliche oder seelische Empfindung’. Das nur westgerm. bezeugte Substantiv ahd. smerza f. (9. Jh., teils stark, teils schwach flektierend), mhd. smerze f. (stark), m. (schwach), mnd. smerte, smērte, smarte f., mnl. smerte, smarte, nl. smart und das zugehörige Verb schmerzen (s. unten) lassen sich mit (teilweise ohne anlautendes s- auftretenden) außergerm. Formen wie aind. mṛdnā́ti ‘drückt, preßt, reibt’, griech. smerdnós (σμερδνός), smerdaléos (σμερδαλέος) ‘schrecklich, gräßlich, furchtbar’, lat. mordēre ‘beißen, hauen’ verbinden und auf ie. *merd- zurückführen, eine Dentalerweiterung der Wurzel ie. *mer(ə)- ‘aufreiben, reiben’, wozu auch Mord, morsch, mürbe, Mörser (s. d.) gehören. Anders Seebold 439, der die germ. Formen aus semantischen Gründen als d-Erweiterungen zur Wurzel ie. *smel-, Variante *smer- ‘langsam und rauchend verbrennen, schwelen’ (wozu auch nd. smǟlen, smēlen, smȫlen, mnl. smōlen, nl. smeulen ‘glimmen, glühen, schwelen’, mengl. smelle, engl. to smell ‘einen Geruch wahrnehmen, riechen’) stellen und mit der k-Erweiterung lit. smel̃kti ‘ersticken, qualmen, Rauch erzeugen’, smélkti ‘schmerzen, stechen’ verbinden will. – schmerzen Vb. ‘Schmerz empfinden, wehtun’, ahd. smerzan (8. Jh.), mhd. smerzen, aengl. smeortan, mnl. smerten, smarten (germ. *smertan). Neben dieses stark flektierende Verb tritt (im Dt. vom 13. Jh. an) ein schwaches Verb mhd. (selten) smerzen ‘in Schmerz verwandeln’, frühnhd. (obd.) smir(t)zen (bis ins 17. Jh.) und schmerzen, mnd. mnl. smerten, smarten, nl. smarten, engl. to smart, das in der Gegenwart (im Dt. seit frühnhd. Zeit) allein gebräuchlich ist. Schmerzensmutter f. Bezeichnung für die trauernde Maria, die Mutter des gekreuzigten Christus, Übersetzung (18. Jh.) von kirchenlat. māter dolōrōsa, folgt einer frühen schwachen (neben der bis heute vorhandenen starken) Deklination des Substantivs. schmerzhaft Adj. ‘Schmerz bereitend, mit Schmerz verbunden’ (17. Jh.), älter schmertzenhafft (15. Jh.). schmerzlich Adj. ‘voller Schmerzen’, mhd. smerzlich. schmerzlos Adj. ‘ohne Schmerz’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
schmerzen · weh tun · wehtun
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›schmerzen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schmerzen‹.

Verwendungsbeispiele für ›schmerzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es schmerzt mich, daß gerade ich dazu benutzt werde, andere zu verdecken. [Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 241]
Allmählich begann ihr Arm zu schmerzen und allmählich wagte sie auch, sich das Bild, das sich ihr bot, genauer anzusehen. [Boie, Kirsten: Skogland, Ort: Hamburg 2005, S. 109]
Hat es geschmerzt, diese Macht wieder aus den Händen zu geben? [Der Spiegel, 13.10.1997]
Jetzt schmerzt es bereits in den Ohren, dabei kann ich noch dreimal so laut singen. [Die Zeit, 18.11.1999, Nr. 47]
Es schmerzt zwar nicht, wenn man querschnittgelähmt ist, aber es zerstört einen innerlich. [Die Zeit, 02.10.1997, Nr. 41]
Zitationshilfe
„schmerzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schmerzen>.

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