Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schnäuzen

Grammatik Verb
Aussprache [ˈʃnɔɪ̯ʦn̩]
Worttrennung schnäu-zen
Ungültige Schreibung schneuzen
Rechtschreibregel § 16
Wortbildung  mit ›schnäuzen‹ als Erstglied: Schnäuzer · Schnäuztuch  ·  mit ›schnäuzen‹ als Letztglied: Geschnäuze · ausschnäuzen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [besonders süddeutsch, österreichisch] ⟨sich schnäuzen⟩, ⟨(sich) die Nase schnäuzen⟩ die Nase durch heftiges Ausstoßen der Luft reinigen
    1. ⟨jmdm. die Nase schnäuzen⟩
  2. 2. [veraltet] den Docht einer Lampe oder Kerze putzen, beschneiden
eWDG

Bedeutungen

1.
besonders süddeutsch, österreichisch sich schnäuzen, (sich) [Dativ] die Nase schnäuzendie Nase durch heftiges Ausstoßen der Luft reinigen
Beispiele:
sich ausgiebig, geräuschvoll, laut, umständlich schnäuzen
sich ins, mit dem Taschentuch schnäuzen
er hat sich [Dativ] die Nase geschnäuzt
der Kutscher schnäuzte die Nase mit den Fingern
Mehrere der Frauen schluchzten und schneuzten sich in das Kopftuch [ TravenGeneral88]
jmdm. die Nase schnäuzen
Beispiele:
die Mutter schnäuzte dem Kleinen die Nase
sie heulte, schnäuzte (= zog den Schleim in der Nase hörbar hoch) und schluchzte vor Rührung
2.
veraltet den Docht einer Lampe oder Kerze putzen, beschneiden
Beispiel:
die Kerzen schnäuzen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schneuzen Vb. ‘(sich) die Nase putzen’, übertragen ‘das (tropfende) Licht putzen’, ahd. snūzen (10. Jh.), snūzōn (Hs. 11./12. Jh.), ūʒsnūzōn (10. Jh.), mhd. sniuzen ‘laut durch die Nase ein- und ausatmen, den Nasenschleim ausstoßen, die Nase putzen’, mnd. snǖten, mnl. snūten, nl. snuiten, aengl. snȳtan, engl. (mundartlich) to snite, anord. snȳta ‘sich schneuzen, betrügen’, schwed. snyta (germ. *snūtijan) und ahd. (Hs. 13. Jh.), mhd. snuz ‘Nasenschleim, Rotz’, mnd. snotte, mnl. nl. snot, aengl. gesnot, engl. (mundartlich derb) snot sowie ahd. snuzza, snuzzil ‘Lichtputze’ (9. Jh.) gehören zu der lautmalenden Wortgruppe mit anlautendem germ. sn- (s. Schnabel). schneuzen ‘die Nase putzen, reinigen’ gilt südd. gegenüber nordd. md. schnauben (s. d.). In übertragenem Sinne auch ‘betrügen, jmdn. um etw. bringen’ (16. Jh.), eigentlich wohl ‘jmdm. etw. aus der Nase ziehen’.

Typische Verbindungen zu ›schnäuzen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›schnäuzen‹ und ›schneuzen‹.

Verwendungsbeispiele für ›schnäuzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer sich wehmütig schnäuzen möchte, der greife zu diesem Buch. [Die Welt, 29.07.2000]
Statt sich ausgiebig zu schnäuzen, sollten von Schnupfen Geplagte ihre Nase besser nur abwischen. [Bild, 17.11.1999]
Erst wenn Dawud kaum mehr atmen konnte, schnäuzte er sich. [Die Zeit, 06.10.2005, Nr. 41]
Sehr laut und wenig nebenbei schnäuzt er in sein Taschentuch. [Die Zeit, 23.03.2006, Nr. 13]
Theo kauft sich ein Brötchen, bricht es auf und schnäuzt sich hinein. [Die Zeit, 12.03.2003, Nr. 11]
Zitationshilfe
„schnäuzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schn%C3%A4uzen>.

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