schnabulieren

GrammatikVerb · schnabulierte, hat schnabuliert
Aussprache
Worttrennungschna-bu-lie-ren (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich, scherzhaft etw. Wohlschmeckendes mit Behagen essen, schmausen
Beispiel:
da werden wir aber schnabulieren!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schnabel · schnäbeln · schnabulieren
Schnabel m. spitzzulaufende Verlängerung des Vogelkiefers, ahd. snabul ‘Schnabel, Rüssel’ (9. Jh.), mhd. snabel, auch ‘langauslaufende Schuhspitze’, mnd. mnl. snāvel ‘Schnabel, Rüssel, Mund’, nl. snavel, daneben (mit altem j-Suffix) mnd. mnl. snebbe, snibbe und (ohne anlautendes s-) mnd. nebbe, nibbe, mnl. nebbe, nl. neb ‘Schnabel, Spitze’, aengl. nebb ‘Nase, Schnabel’, engl. (mundartlich) neb ‘Schnabel, Schnauze’, nib ‘Schnabel, Spitze’, anord. nef ‘Nase, Nasenbein’, schwed. näbb, (mundartlich) näv ‘Schnabel’ sind verwandt mit anord. snafðr ‘begierig’ (Part.adj. zu nicht überliefertem *snefja ‘nachspüren’), isl. snefja, schwed. (mundartlich) snavla ‘begierig an sich reißen’. Auszugehen ist von einer Anlautverbindung germ. sn-, die sich mit nach Qualität und Quantität unterschiedlichem Vokalismus und nachfolgender (teilweise affektisch verschärfter oder expressiv verdoppelter) Konsonanz verbindet (germ. *snaƀ-, *snap-, *snuƀ-, *snup-, *snad-, *snat-, *snud-, *snut-, *snag-, *snak-, *snug-, *snuk- u. dgl.) und eine Gruppe lautmalender Wörter ohne außergerm. Vergleichsmöglichkeiten bildet; vgl. Wissmann Nomina postverbalia 1 (1932) 178 f. und 187 f., de Vries Anord. 521 und de Vries Nl. 662. Es handelt sich dabei vornehmlich um Wörter, die vorragende Kopfteile wie Mund und Nase (Schnabel, Schnauze) sowie damit vergleichbare spitzzulaufende Gegenstände, Geräte und damit vorgenommene Bewegungen (schnappen, schnippen) oder damit verbundene geräuschvolle Handlungen wie das Einholen und Ausstoßen der Luft (schnacken, schnattern, schnauben, schnaufen, schneuzen, schnüffeln, schnupfen) bezeichnen. schnäbeln Vb. ‘die Schnäbel aneinanderreiben’, spätmhd. snebelen; vgl. ahd. snabulōn ‘mit dem Schnabel durchwühlen’ (11. Jh.); übertragen ‘schwatzen, plaudern, sich küssen’ (16. Jh.). schnabulieren Vb. ‘in Gemütlichkeit etw. Gutes essen’, zuerst schnabelieren ‘mit dem Schnabel picken’ (16. Jh.), scherzhafte Ableitung von Schnabel.

Thesaurus

Synonymgruppe
etwas Süßes essen · ↗knabbern · ↗naschen · ↗schlecken  ●  ↗knuspern  ugs., regional · schnabulieren  ugs.
Zitationshilfe
„schnabulieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schnabulieren>, abgerufen am 26.05.2019.

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