schnattern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschnat-tern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schnattern‹ als Erstglied: ↗Schnatterei · ↗Schnatterente · ↗Schnatterer · ↗Schnattergans · ↗Schnatterin · ↗Schnatterliese · ↗schnatterig · ↗schnattrig
 ·  mit ›schnattern‹ als Letztglied: ↗Geschnatter · ↗durcheinanderschnattern · ↗losschnattern
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Beispiele:
die Ente, Gans schnattert (= läßt ihre Stimme in schnell aufeinanderfolgenden, hellen Tönen hören)
auf dem Hof schnattern die Enten
schnatternde Gänse
2.
umgangssprachlich, scherzhaft plappern, schwatzen
Beispiele:
die kleinen Mädchen lachten und schnatterten den ganzen Tag
abends sitzen die Frauen auf der Bank und schnattern
3.
landschaftlich vor Angst, Kälte zittern
Beispiele:
jmd. schnattert vor Angst
er schnatterte mit dem Munde, sodass man seine Zähne klappern hörte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schnattern Vb. ‘schreien wie Enten, Gänse, schwatzen’, mhd. snateren ‘schreien (wie die Enten), klappern (wie der Storch), quaken (wie die Frösche), den Schnabel in einer Flüssigkeit schnell und wiederholt laut öffnen und zumachen, schwatzen’, mnd. mnl. snāteren, nl. snateren, norw. (mundartlich) snatra ‘schnauben, zischen, knistern’ führen auf eine Grundbedeutung ‘den Schnabel, Mund schnell auf- und zumachen’. Als verwandt sind vergleichbar anord. snata ‘Speer, Spieß’, eigentlich ‘Spitze’, norw. snat ‘hochstehendes Ende’, ahd. snazo (Hs. 13. Jh.), snez (Hs. 14. Jh.), mhd. snez ‘Hecht’ (eigentlich ‘der Schlanke, Spitze’). Die teils mit dem Mund, Schnabel u. dgl. hervorgebrachten Geräusche, teils etw. Spitzes bezeichnenden Bildungen gehören zu der lautmalenden, mit germ. sn- anlautenden Wortgruppe (s. ↗Schnabel).

Thesaurus

Synonymgruppe
plaudern · reden wie ein Wasserfall · ↗schwatzen  ●  ↗dibbern  ugs. · ↗quasseln  ugs. · ↗quatschen  ugs. · ↗ratschen  ugs. · schnattern  ugs. · ↗schwätzen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(eine) Gänsehaut bekommen · (jemandem) kalt sein · (jemandem) kalt werden · ↗(vor Kälte) schlottern · ↗frieren · ↗frösteln · mit den Zähnen klappern · vor Kälte zittern  ●  ↗bibbern  ugs. · frieren wie ein Schneider  ugs. · schnattern  ugs. · schuckern  ugs., regional
Assoziationen
  • (eine) Gänsehaut bekommen · (jemandem) schlottern die Knie · ↗(vor Kälte) bibbern · am ganzen Körper zittern · ↗erbeben · ↗erschaudern · ↗erschauern · ↗erzittern · ↗schaudern · ↗schauern · weiche Knie haben · ↗zittern  ●  schuckern  regional · ↗(vor Angst) schlottern  ugs. · gebeutelt werden  ugs. · zittern wie Espenlaub (Verstärkung)  ugs.
  • blau gefroren sein · durchgefroren sein · sehr frieren · unterkühlt sein  ●  (sich) (den) Arsch abfrieren  derb · zum Eiszapfen werden  ugs., fig.
  • frisch · ↗frostig · ↗kalt · ↗kühl
  • Frostgefühl · Frösteln · ↗Kältegefühl
  • (sich) nicht aufwärmen können · im Kalten (arbeiten / bleiben / abwarten ... müssen) · in der Kälte (herumstehen / sich aufhalten ...)  ●  (sich) den Arsch abfrieren  derb · (sich) einen abfrieren  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ente Gans Garten Tisch aufgeregt drauflos durcheinander flattern gackern hin kreischen lachen laut los losschnattern munter quaken schreien trinken unaufhörlich wild zwitschern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schnattern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie fangen an, wie es im einschlägigen Jargon heißt, zu schnattern oder zu flattern.
o. A.: Eva und das Auto, Hamburg: BP Benzin und Petroleum Aktiengesellschaft Verl. 1966, S. 8
Ohne lange zu überlegen, schnattert der junge Mann drauf los und scheint dabei auch die Kameras zu vergessen.
Der Tagesspiegel, 14.01.2004
Sie schreien und schnattern, so daß man die Worte des Führers kaum hören kann.
Die Zeit, 26.08.1994, Nr. 35
Da haben wir wie wild geschmettert, geschnattert, gestampft und gebrüllt.
Tucholsky, Kurt: Nächtliche Unterhaltung. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1926], S. 4320
In allen Sprachen schrien, kreischten, schnatterten und gestikulierten sie durcheinander.
Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 39
Zitationshilfe
„schnattern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schnattern>, abgerufen am 11.12.2019.

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