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schnitzeln

Grammatik Verb
Worttrennung schnit-zeln
Wortbildung  mit ›schnitzeln‹ als Erstglied: Schnitzelwerk  ·  mit ›schnitzeln‹ als Letztglied: herumschnitzeln · zurechtschnitzeln · zusammenschnitzeln
 ·  mit ›schnitzeln‹ als Grundform: Schnitzelei · zerschnitzeln
eWDG

Bedeutungen

1.
mit kurzen, schnellen Schnitten
a)
etw. in kleine Stücke schneiden
Beispiele:
Gemüse, Kartoffeln, Obst, Rüben schnitzeln
ein Gerät zum Reiben, Schnitzeln oder Raspeln
b)
kleine Stücke wahllos von einem Gegenstand schneiden
Beispiel:
er lag im Grase und schnitzelte an einem Weidenstocke
2.
eine Figur, Form schnitzen
Beispiele:
einen Löffel, ein Spielzeug, Schiffchen aus Baumrinde schnitzeln
an einem Pfeil schnitzeln
3.
mit kurzen, kleinen Schnitten mit dem Messer, der Schere etw. ausschneiden
Beispiel:
Silhouetten schnitzeln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schnitzen · Schnitz · Schnitzel · schnitzeln · schnetzeln · Geschnetzeltes · Schnitzer
schnitzen Vb. ‘(Figuren, Ornamente u. dgl.) aus Holz herausschneiden’, ahd. insnizzen (11. Jh.), mhd. snitzen ‘in Stücke schneiden, aus Holz herausschneiden, formen’, besonders ‘bildschnitzen’, ablautende Intensivbildung zu dem unter schneiden (s. d.) behandelten Verb. Schnitz m. ‘kleines abgeschnittenes Stück, Span’, mhd. sniz ‘Schnitt, abgeschnittenes Stück, Schnitte’, aus dem Verb rückgebildet. Südd. für getrocknete Obstscheiben, vgl. Apfel-, Birnenschnitze (Plur.). Schnitzel m. n. ‘kleines abgeschnittenes Stück, kleines Stück Papier’, snitzel, snytzel (15. Jh.), nur n. ‘Fleischscheibe (von Kalb oder Schwein) zum Braten’ (zuerst öst., Mitte 19. Jh.), Deminutivbildung zu Schnitz (s. oben). schnitzeln Vb. ‘in kleine Stücke reißen, schneiden, Holzspäne abschneiden’ (16. Jh.), älter in den Präfixkomposita mhd. zersnitzeln, spätmhd. versnitzeln. Dazu die gleichbed. Nebenform schnetzeln Vb. (16. Jh.), heute besonders ‘Fleisch fein zerkleinern’, Geschnetzeltes n. ‘Gericht aus feinen Fleischstückchen’ (20. Jh.). Schnitzer m. ‘Holzbildhauer’, ahd. snizzāri, snizzeri (11. Jh.), mhd. snitzære, snitzer ‘(Bild)schnitzer, Armbrustmacher’; auch ‘Schnitzmesser’ (16. Jh.) und ‘grober Fehler’ (17. Jh.), eigentlich wohl ‘falscher, fehlerhafter Schnitt’.

Typische Verbindungen zu ›schnitzeln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schnitzeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›schnitzeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit Mutter und Freundin saß ich bald ganze Nachmittage beisammen, ausschneidend, nähend, schnitzelnd, klebend. [Carossa, Hans: Eine Kindheit, Frankfurt a. M.: Insel-Verl. 1992 [1922], S. 66]
Jetzt bot der Bäcker an, das ganze Brot gleich zu schneiden, und der Gemüsehändler, die Kartoffeln zu schälen, das Gemüse zu putzen und zu schnitzeln. [Die Zeit, 06.10.1955, Nr. 40]
Sie schnitzelten am Bogen, bis er brach – unselige Kunstrichter und Regelschmiede. [Der Tagesspiegel, 23.10.2001]
Die garen, geschälten Kartoffeln in Scheiben oder Würfel schneiden oder schnitzeln. [o. A.: Wir kochen gut, Leipzig: Verl. für d. Frau 1968 [1963], S. 29]
Nun müssen wir nicht mehr bonsaiwinzige Zucchinirauten schnitzeln und halbgare Sechzehntel vom Taubenbrüstchen arrangieren. [Die Zeit, 04.05.1990, Nr. 19]
Zitationshilfe
„schnitzeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schnitzeln>.

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