schnitzeln

GrammatikVerb
Worttrennungschnit-zeln
Wortbildung mit ›schnitzeln‹ als Letztglied: ↗herumschnitzeln · ↗zurechtschnitzeln · ↗zusammenschnitzeln
 ·  mit ›schnitzeln‹ als Grundform: ↗Schnitzelei · ↗zerschnitzeln
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
mit kurzen, schnellen Schnitten
a)
etw. in kleine Stücke schneiden
Beispiele:
Gemüse, Kartoffeln, Obst, Rüben schnitzeln
ein Gerät zum Reiben, Schnitzeln oder Raspeln
b)
kleine Stücke wahllos von einem Gegenstand schneiden
Beispiel:
er lag im Grase und schnitzelte an einem Weidenstocke
2.
eine Figur, Form schnitzen
Beispiele:
einen Löffel, ein Spielzeug, Schiffchen aus Baumrinde schnitzeln
an einem Pfeil schnitzeln
3.
mit kurzen, kleinen Schnitten mit dem Messer, der Schere etw. ausschneiden
Beispiel:
Silhouetten schnitzeln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schnitzen · Schnitz · Schnitzel · schnitzeln · schnetzeln · Geschnetzeltes · Schnitzer
schnitzen Vb. ‘(Figuren, Ornamente u. dgl.) aus Holz herausschneiden’, ahd. insnizzen (11. Jh.), mhd. snitzen ‘in Stücke schneiden, aus Holz herausschneiden, formen’, besonders ‘bildschnitzen’, ablautende Intensivbildung zu dem unter ↗schneiden (s. d.) behandelten Verb. Schnitz m. ‘kleines abgeschnittenes Stück, Span’, mhd. sniz ‘Schnitt, abgeschnittenes Stück, Schnitte’, aus dem Verb rückgebildet. Südd. für getrocknete Obstscheiben, vgl. Apfel-, Birnenschnitze (Plur.). Schnitzel m. n. ‘kleines abgeschnittenes Stück, kleines Stück Papier’, snitzel, snytzel (15. Jh.), nur n. ‘Fleischscheibe (von Kalb oder Schwein) zum Braten’ (zuerst öst., Mitte 19. Jh.), Deminutivbildung zu Schnitz (s. oben). schnitzeln Vb. ‘in kleine Stücke reißen, schneiden, Holzspäne abschneiden’ (16. Jh.), älter in den Präfixkomposita mhd. zersnitzeln, spätmhd. versnitzeln. Dazu die gleichbed. Nebenform schnetzeln Vb. (16. Jh.), heute besonders ‘Fleisch fein zerkleinern’, Geschnetzeltes n. ‘Gericht aus feinen Fleischstückchen’ (20. Jh.). Schnitzer m. ‘Holzbildhauer’, ahd. snizzāri, snizzeri (11. Jh.), mhd. snitzære, snitzer ‘(Bild)schnitzer, Armbrustmacher’; auch ‘Schnitzmesser’ (16. Jh.) und ‘grober Fehler’ (17. Jh.), eigentlich wohl ‘falscher, fehlerhafter Schnitt’.

Typische Verbindungen zu ›schnitzeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gemüse

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schnitzeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›schnitzeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit Mutter und Freundin saß ich bald ganze Nachmittage beisammen, ausschneidend, nähend, schnitzelnd, klebend.
Carossa, Hans: Eine Kindheit, Frankfurt a. M.: Insel-Verl. 1992 [1922], S. 66
Sie schnitzelten am Bogen, bis er brach - unselige Kunstrichter und Regelschmiede.
Der Tagesspiegel, 23.10.2001
Jetzt bot der Bäcker an, das ganze Brot gleich zu schneiden, und der Gemüsehändler, die Kartoffeln zu schälen, das Gemüse zu putzen und zu schnitzeln.
Die Zeit, 06.10.1955, Nr. 40
Die garen, geschälten Kartoffeln in Scheiben oder Würfel schneiden oder schnitzeln.
o. A.: Wir kochen gut, Leipzig: Verl. für d. Frau 1968 [1963], S. 29
Die Rüben werden geschnitzelt und in Diffusionsbatterien mit Wasser ausgelaugt.
Langenbeck, Wolfgang: Lehrbuch der Organischen Chemie, Dresden: Steinkopff 1938, S. 264
Zitationshilfe
„schnitzeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schnitzeln>, abgerufen am 25.02.2020.

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