schnoddrig

GrammatikAdjektiv
Nebenform schnodderig · Adjektiv
Worttrennungschnodd-rig · schnod-de-rig
WortzerlegungSchnodder-ig
Wortbildung mit ›schnoddrig‹ als Erstglied: ↗Schnodderigkeit · ↗Schnoddrigkeit
eWDG, 1976

Bedeutung

norddeutsch, mitteldeutsch, salopp herausfordernd lässig, respektlos, großsprecherisch, anmaßend
Beispiele:
eine schnoddrige Art und Weise, Sprache
ein schnoddriges Auftreten
ein arroganter, schnoddriger Jüngling
sein schnoddriger, derber Humor
schnoddrige Redensarten
etw. in schnoddrigem Ton sagen
sie hatte ein schnoddriges Mundwerk, war aber nicht eigentlich boshaft
ihr Ton war herablassend und schnoddrig
schnoddrig sprechen, schreiben, sich benehmen
er gab sich hemdsärmelig und schnoddrig
vielleicht hat auch das verfluchte Kriegselend sein kodderiges, schnodderiges Wesen geändert [M. W. SchulzStaub im Wind13]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schnodderig · schnoddrig · Schnodder
schnodderig schnoddrig Adj. ‘respektlos, ohne jegliche Ehrerbietung, vorlaut’, seit der Mitte des 19. Jhs. sich von Berlin aus verbreitend. Nd. ene snoddrige Näse ‘eine Nase voller Schleim’ (18. Jh.), danach snoddrig ‘frech’ (19. Jh.), eigentlich wohl ‘wer sich nicht einmal die Nase putzen kann und doch überall mitreden will’. Ableitung von md. Schnodder m. ‘Nasenschleim, Rotz’ (16. Jh.), nd. Snodder, das wie ahd. snuderāta ‘Schleimfluß’ (11. Jh.), mhd. snuder ‘Nasenschleim, Nasenverstopfung, Schnupfen’ zu den unter ↗schneuzen (s. d.) angeführten substantivischen Formen wie mnd. snotte, mnl. snot gehört.

Thesaurus

Synonymgruppe
anmaßend · ↗dreist · ↗flapsig · ↗respektlos · ↗rücksichtslos · ↗salopp · schlecht erzogen · ↗unangemessen · ↗unanständig · ↗unartig · ↗unflätig · ↗ungebührend · ↗ungebührlich · ↗ungehobelt · ↗ungehörig · ↗ungeschliffen · ↗ungesittet · ↗ungezogen · ↗unhöflich · ↗unmanierlich · ↗unverfroren · ↗unverschämt  ●  ↗frech  Hauptform · ↗präpotent  österr. · ↗dreibastig  ugs., regional · einen Ton am Leib (haben)!  ugs. · frech wie Dreck  ugs. · ↗impertinent  geh. · ↗kodderig  ugs. · ↗koddrig  ugs. · kotzbrockig  derb · ↗nassforsch  ugs. · ↗nickelig  ugs. · ↗pampig  ugs. · ↗patzig  ugs. · ↗rotzfrech  ugs. · ↗rotzig  ugs. · ↗rotznäsig  ugs. · schnodderig  ugs. · ↗unbotmäßig  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bemerkung Ton

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schnodderig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie kann schallend lachen, gemein, hämisch, sadistisch, schnoddrig, bösartig, eklig, roh, kindlich.
Süddeutsche Zeitung, 22.03.2003
So schnoddrig das alles klingt, so notwendig ist es auch.
Die Zeit, 30.01.1984, Nr. 05
Er sagte, er besäße sie nicht mehr, es sei ein »schnoddriges Feuilletonbuch« gewesen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1942. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1942], S. 98
Er wollte seine Betroffenheit nicht zeigen und versuchte schnoddrig zu bleiben.
Delius, Friedrich Christian: Ein Held der inneren Sicherheit, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1981, S. 52
Wie fegt der offen getragene Pelzmantel - eben nur aus dem Auto gesprungen - schnoddrig an teuren Konserven entlang!
Kronauer, Brigitte: Die Frau in den Kissen, Stuttgart: Klett-Cotta 1990, S. 2
Zitationshilfe
„schnoddrig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schnoddrig>, abgerufen am 23.04.2019.

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