schnupfen

GrammatikVerb
Worttrennungschnup-fen
Wortbildung mit ›schnupfen‹ als Erstglied: ↗Schnupftabak · ↗Schnupftuch
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Schnupftabak in die Nase einführen und damit die Schleimhäute reizen, damit man niesen kann
Beispiele:
er schnupft aus einem silbernen Döschen
ein Tabak schnupfender Mann
übertragen
Beispiel:
Kokain schnupfen
2.
sich die Nase putzen
Beispiel:
er schnupfte und hustete den ganzen Tag lang
die schleimige Absonderung der Nase hörbar einziehen
Beispiel:
sie stöhnte und schnupfte schluchzend
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schnupfen · Schnupfen · schnuppern · Schnupftabak
schnupfen Vb. ‘Schnupftabak in die Nase einziehen, Nasenschleim ausstoßen oder hochziehen’, mhd. snupfen ‘(geräuschvoll) Luft einziehen, schnaufen’, frühnhd. auch ‘schluchzen’ (16. Jh.), mnd. snoppen, md. schnuppen ‘Nasenschleim ausstoßen, die Nase reinigen’, Intensivbildung zu mhd. (md.) snūben ‘schnarchen’, frühnhd. ‘(sich) schneuzen, schwer atmen’ (s. ↗schnauben). Seit dem 17. Jh. vorwiegend ‘Schnupftabak einnehmen’. Schnupfen m. ‘krankhafte Absonderung von Nasenschleim, Entzündung der Nasenschleimhäute’, frühnhd. snupfe, snūpfe m. f. (15. Jh.), mnd. snoppe, snuppe; mit auslautendem -n aus den obliquen Kasus. schnuppern Vb. ‘Luft einziehen, um zu riechen, wittern, schnüffeln’, besonders von Tieren (17. Jh.), Iterativbildung zu md. schnuppen (s. oben). Schnupftabak m. ‘die Nasenschleimhäute reizendes Tabakpulver’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) den Rang ablaufen · ↗(jemanden) (buchstäblich) stehen lassen · (jemanden) (weit) hinter sich lassen · ↗(jemanden) abhängen · (jemanden) blass aussehen lassen · ↗ausstechen · ↗vorbeiziehen (an) · ↗überflügeln · ↗überholen · ↗überrunden · ↗übertreffen · ↗übertrumpfen  ●  (jemanden) alt aussehen lassen  ugs. · schnupfen  ugs., österr., bair.
Assoziationen
Synonymgruppe
einholen · ↗überholen · ↗übertreffen  ●  schnupfen  ugs., österr., bair. · versägen  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Droge Heroin Kokain Koks Nase Party Prise Pulver Tabak Zeug auf husten injizieren kauen niesen rauchen saufen schlucken schniefen spritzen trinken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schnupfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur wenn der Regisseur mit einer derartigen Aufnahme nicht zufrieden ist, muss der Schauspieler tatsächlich weißes Pulver schnupfen.
Süddeutsche Zeitung, 11.10.2002
Sie hatte eine Überdosis geschnupft, ihr Herz raste, dann wurde sie bewusstlos.
Bild, 21.10.2000
Sie habe auch schnupfen müssen, so großartig sei das Spiel gewesen.
Schneider, Robert: Schlafes Bruder, Leipzig: Reclam 1992, S. 194
Man schnupfe weder bei Tisch, noch beim Tanz, es sei denn, man ist ein Knote.
Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 19391
Er schnupft und schlägt giftig den Deckel seiner Tabaksdose zu.
Christ, Lena: Das neue Hausregiment. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1919], S. 10360
Zitationshilfe
„schnupfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schnupfen>, abgerufen am 06.12.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
schnulzig
Schnulzensänger
schnulzen
Schnulze
Schnuller
Schnupfenfieber
Schnupfenmittel
Schnupfennase
Schnupfensalbe
Schnupfenvirus