Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schnuppern

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung schnup-pern
Wortbildung  mit ›schnuppern‹ als Erstglied: Schnupperkurs · Schnupperkursus · Schnupperlehre
 ·  mit ›schnuppern‹ als Letztglied: einschnuppern · herumschnuppern · umherschnuppern · umschnuppern
 ·  mit ›schnuppern‹ als Grundform: schnupper-
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich die Luft kurz und nachdrücklich durch die Nase einziehen, um einen Geruch wahrzunehmen
Beispiele:
er schnupperte und sagte dann, bei uns rieche es nach frisch gebackenem Kuchen
die ängstlich gewordenen Pferde schnupperten unruhig
an einem Glase Wein, der dampfenden Kaffeekanne schnuppern
genießerisch an der guten Zigarre schnuppern
die Kinder ließen die Kaninchen an ihren Fingern schnuppern
Hunde und Katzen schnupperten an den Abfällen
einen Hund an einem Stock schnuppern lassen
er schnupperte in die, in der Luft und behauptete, er könne den Duft der Blüten riechen
»Überall riecht es nach Puder«, sagte der Apotheker … Die anderen beiden schnupperten [ H. Mann3,122]
etw. schnupperneinen Geruch wahrnehmen, etw. riechen
Beispiele:
Zigarettenrauch schnuppern
wir blieben stehen, um den guten Bratenduft zu schnuppern
nach langer Zeit wieder Zirkusluft schnuppern können
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schnupfen · Schnupfen · schnuppern · Schnupftabak
schnupfen Vb. ‘Schnupftabak in die Nase einziehen, Nasenschleim ausstoßen oder hochziehen’, mhd. snupfen ‘(geräuschvoll) Luft einziehen, schnaufen’, frühnhd. auch ‘schluchzen’ (16. Jh.), mnd. snoppen, md. schnuppen ‘Nasenschleim ausstoßen, die Nase reinigen’, Intensivbildung zu mhd. (md.) snūben ‘schnarchen’, frühnhd. ‘(sich) schneuzen, schwer atmen’ (s. schnauben). Seit dem 17. Jh. vorwiegend ‘Schnupftabak einnehmen’. – Schnupfen m. ‘krankhafte Absonderung von Nasenschleim, Entzündung der Nasenschleimhäute’, frühnhd. snupfe, snūpfe m. f. (15. Jh.), mnd. snoppe, snuppe; mit auslautendem -n aus den obliquen Kasus. schnuppern Vb. ‘Luft einziehen, um zu riechen, wittern, schnüffeln’, besonders von Tieren (17. Jh.), Iterativbildung zu md. schnuppen (s. oben). Schnupftabak m. ‘die Nasenschleimhäute reizendes Tabakpulver’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
beriechen · beschnuppern · beschnüffeln · riechen (an) · schnuppern · schnüffeln · wittern  ●  winden  Jägersprache · beschnobern  ugs. · flehmen  fachspr. · schnobern  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›schnuppern‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schnuppern‹.

Bauern-jungs Bundesliga-luft Bundesligaluft Bühnenluft Champions-league-luft Duft Erstliga-luft Europacup-luft Frühlingsluft Großstadtluft Höhenluft Landluft Manegenluft Morgenluft Oberliga-luft Oberligaluft Praxisluft Regionalliga-luft Rennatmosphäre Seeluft Stadtluft Taunusluft Theaterluft Turnierluft Weltcup-luft Wettkampfluft Wm-luft Zirkusluft Zweitliga-luft Zweitligaluft

Verwendungsbeispiele für ›schnuppern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich selbst bin stundenlang schnuppernd herumgestiegen, den ganzen Vormittag über. [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1929. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1929], S. 73]
Auf Fotos schnuppert er an einer Rose, auf CD stimmt er sanfte Lieder mit südafrikanischem Flair an. [Süddeutsche Zeitung, 23.10.2003]
Der Spitz schnupperte an meinen Beinen, er störte mich, ich schob ihn mit dem Fuß beiseite. [Süddeutsche Zeitung, 16.02.2001]
Lasst die Füße doch noch ein bisschen frische Luft schnuppern! [Bild, 05.09.2002]
Wir können noch so viel dran schnuppern – riechen tun wir nichts! [Bild, 02.05.2001]
Zitationshilfe
„schnuppern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schnuppern>.

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