schnuppern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschnup-pern
Wortbildung mit ›schnuppern‹ als Erstglied: ↗Schnupperkurs · ↗Schnupperkursus · ↗Schnupperlehre
 ·  mit ›schnuppern‹ als Letztglied: ↗einschnuppern · ↗herumschnuppern · ↗umherschnuppern · ↗umschnuppern
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich die Luft kurz und nachdrücklich durch die Nase einziehen, um einen Geruch wahrzunehmen
Beispiele:
er schnupperte und sagte dann, bei uns rieche es nach frisch gebackenem Kuchen
die ängstlich gewordenen Pferde schnupperten unruhig
an einem Glase Wein, der dampfenden Kaffeekanne schnuppern
genießerisch an der guten Zigarre schnuppern
die Kinder ließen die Kaninchen an ihren Fingern schnuppern
Hunde und Katzen schnupperten an den Abfällen
einen Hund an einem Stock schnuppern lassen
er schnupperte in die, in der Luft und behauptete, er könne den Duft der Blüten riechen
»Überall riecht es nach Puder«, sagte der Apotheker ... Die anderen beiden schnupperten [H. Mann3,122]
etw. schnupperneinen Geruch wahrnehmen, etw. riechen
Beispiele:
Zigarettenrauch schnuppern
wir blieben stehen, um den guten Bratenduft zu schnuppern
nach langer Zeit wieder Zirkusluft schnuppern können
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schnupfen · Schnupfen · schnuppern · Schnupftabak
schnupfen Vb. ‘Schnupftabak in die Nase einziehen, Nasenschleim ausstoßen oder hochziehen’, mhd. snupfen ‘(geräuschvoll) Luft einziehen, schnaufen’, frühnhd. auch ‘schluchzen’ (16. Jh.), mnd. snoppen, md. schnuppen ‘Nasenschleim ausstoßen, die Nase reinigen’, Intensivbildung zu mhd. (md.) snūben ‘schnarchen’, frühnhd. ‘(sich) schneuzen, schwer atmen’ (s. ↗schnauben). Seit dem 17. Jh. vorwiegend ‘Schnupftabak einnehmen’. Schnupfen m. ‘krankhafte Absonderung von Nasenschleim, Entzündung der Nasenschleimhäute’, frühnhd. snupfe, snūpfe m. f. (15. Jh.), mnd. snoppe, snuppe; mit auslautendem -n aus den obliquen Kasus. schnuppern Vb. ‘Luft einziehen, um zu riechen, wittern, schnüffeln’, besonders von Tieren (17. Jh.), Iterativbildung zu md. schnuppen (s. oben). Schnupftabak m. ‘die Nasenschleimhäute reizendes Tabakpulver’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
beriechen · ↗beschnuppern · ↗beschnüffeln · ↗riechen (an) · schnuppern · ↗schnüffeln · ↗wittern  ●  ↗winden  Jägersprache · ↗beschnobern  ugs. · ↗flehmen  fachspr. · ↗schnobern  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atmosphäre Blume Brise Duft Flair Fuchs Geruch Hauch Hund Höhenluft Luft Nase Parfüm Praktikant Rauch Rose Seeluft UEFA-Cup aufgeregt dran erstmals herumschnuppern hinein hineinschnuppern mal mißtrauisch neugierig reinschnuppern schnuppern schnüffeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schnuppern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hungrig schnuppernd, mit gierig glänzenden Augen drehen sich seine Nachbarn um.
Der Tagesspiegel, 03.03.2001
Zwei Stunden am Tag darf er frische Luft auf dem Hof schnuppern.
Bild, 10.09.1998
Ich selbst bin stundenlang schnuppernd herumgestiegen, den ganzen Vormittag über.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1929. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1929], S. 73
Zuerst kam der namenlose Esel durch den Eingang gestampft, schnuppernd wie eine große Maus.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 468
Flock, der bisher in der Holzecke am Herd gelegen hatte, näherte sich schnuppernd.
Welk, Ehm: Die Heiden von Kummerow, Rostock: Hirnstorff 1978 [1937], S. 15
Zitationshilfe
„schnuppern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schnuppern>, abgerufen am 07.12.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Schnupperlehre
Schnupperkursus
Schnupperkurs
schnupper-
Schnuppe
Schnuppernäschen
Schnur
schnurartig
Schnürband
Schnurbaum