schofel

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungscho-fel (computergeneriert)
HerkunftJiddisch
Wortbildung mit ›schofel‹ als Grundform: ↗schofelig · ↗schoflig
eWDG, 1976

Bedeutung

salopp, abwertend
1.
gemein, niedrig
Beispiele:
er ist ein schofler Kerl
sie hat eine schofle Gesinnung
eine schofle Handlung
sich jmdm. gegenüber schofel benehmen
2.
schäbig, schlecht
Beispiele:
er trug einen schoflen Anzug
dieses schofle Paket mit seinem verschmutzten Papier und mit der billigen Schnur [gehörte zu ihm] [FrischStiller285]
3.
geizig, knauserig
Beispiele:
mit dieser Spende hat er sich sehr schofel gezeigt
der ist aber schofel!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schofel · schof(e)lig · Schofel
schofel Adj. ‘schäbig, geizig, knauserig’ (18. Jh.), aus der Gaunersprache; vgl. jidd. schophol, schophel ‘gering, niedrig, schlecht’, aus hebr. šāfāl ‘lumpig, wertlos, gemein’. Durch den Gebrauch in der Studentensprache wird schofel allgemein üblich. schof(e)lig Adj. (18. Jh.). Substantiviert Schofel m. ‘etw. Schlechtes, wertlose Ware, Ausschluß, Schund, schlechter Mensch, Rüpel’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
biestig · ↗charakterlos · ↗durchtrieben · ↗gemein · ↗heimtückisch · ↗hinterhältig · ↗niederträchtig · ↗schurkisch · ↗tückisch  ●  ↗falsch  ugs. · ↗hinterfotzig  derb · ↗hundsgemein  ugs. · ↗link  ugs. · schofel  ugs. · ↗schofelig  ugs., rheinisch
Assoziationen
Synonymgruppe
armselig · ↗erbärmlich · schofel · ↗schofelig · ↗schäbig
Assoziationen
  • nicht fair · nicht gerecht · nicht in Ordnung · nicht okay · ↗unfair · ↗ungerecht
  • e goldenes Nixle un e silbernes Warteweilche (un e Schächtele wo des nei dus)  ●  (nur ein) warmer Händedruck  Hauptform
  • (jemandem) Dank schuldig bleiben  ●  ↗undankbar (sein)  Hauptform
Synonymgruppe
arglistig · ↗boshaft · ↗bösartig · ↗böse · ↗fies · ↗garstig · ↗gehässig · ↗gemein · ↗hinterfotzig · ↗hundsgemein · ↗niederträchtig · ↗perfid · ↗perfide · ↗ruchlos · ↗schuftig · ↗schurkisch · ↗schäbig · ↗schädlich · ↗tückisch · ↗verabscheuenswert · ↗verabscheuungswürdig · ↗verwerflich  ●  hundig  österr. · ↗verrucht  veraltend · ↗infam  geh. · ↗mies  ugs. · schofel  ugs. · ↗übel  ugs. · über Leichen gehend  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist schofel, denn erstens steht sie eindeutig für den Hosenanzug als solchen.
Süddeutsche Zeitung, 01.12.2004
Das ist nun wirklich schofel von Ude und seinen bösen Referenten.
Süddeutsche Zeitung, 11.02.2000
Doch so peinlich eine reine Jubelfeier wäre, so schofel wäre ein geflissentliches Übergehen des Termins.
Die Welt, 16.02.2000
Die Abgötter des Modernismus bekommen ihr Fett, weil sie Kipling schofel behandelt oder ignoriert haben, ohne ihm das Wasser zu reichen.
Die Zeit, 20.02.1989, Nr. 08
Sie finden das Verhalten von ihm sehr schofel.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 08.08.1938, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„schofel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schofel>, abgerufen am 23.03.2019.

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