Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schofel

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung scho-fel
Wortbildung  mit ›schofel‹ als Erstglied: schofelig · schoflig
Herkunft aus schopholjidd, schopheljidd ‘gering, niedrig, schlecht’ < šāfālhebr (שפל) ‘lumpig, wertlos, gemein’

Bedeutungsübersicht+

  1. [salopp, abwertend] ...
    1. 1. gemein, niedrig
    2. 2. schäbig, schlecht
    3. 3. geizig, knauserig
eWDG

Bedeutung

salopp, abwertend
1.
gemein, niedrig
Beispiele:
er ist ein schofler Kerl
sie hat eine schofle Gesinnung
eine schofle Handlung
sich jmdm. gegenüber schofel benehmen
2.
schäbig, schlecht
Beispiele:
er trug einen schoflen Anzug
dieses schofle Paket mit seinem verschmutzten Papier und mit der billigen Schnur [gehörte zu ihm] [ FrischStiller285]
3.
geizig, knauserig
Beispiele:
mit dieser Spende hat er sich sehr schofel gezeigt
der ist aber schofel!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schofel · schof(e)lig · Schofel
schofel Adj. ‘schäbig, geizig, knauserig’ (18. Jh.), aus der Gaunersprache; vgl. jidd. schophol, schophel ‘gering, niedrig, schlecht’, aus hebr. šāfāl ‘lumpig, wertlos, gemein’. Durch den Gebrauch in der Studentensprache wird schofel allgemein üblich. schof(e)lig Adj. (18. Jh.). Substantiviert Schofel m. ‘etw. Schlechtes, wertlose Ware, Ausschluß, Schund, schlechter Mensch, Rüpel’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
biestig · charakterlos · durchtrieben · gemein · heimtückisch · hinterhältig · niederträchtig · schurkisch · tückisch  ●  falsch  ugs. · hinterfotzig  derb · hundsgemein  ugs. · link  ugs. · schofel  ugs. · schofelig  ugs., rheinisch
Synonymgruppe
armselig · erbärmlich · schofel · schofelig · schäbig
Assoziationen
  • nicht fair · nicht gerecht · nicht in Ordnung · nicht okay · unfair · ungerecht
Synonymgruppe
arglistig · boshaft · bösartig · böse · fies · garstig · gehässig · gemein · hinterfotzig · hundsgemein · niederträchtig · perfid · perfide · ruchlos · schuftig · schurkisch · schäbig · schädlich · tückisch · verabscheuenswert · verabscheuungswürdig · verwerflich  ●  hundig  österr. · verrucht  veraltend · infam  geh. · mies  ugs. · schofel  ugs. · übel  ugs. · über Leichen gehend  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›schofel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist schofel, denn erstens steht sie eindeutig für den Hosenanzug als solchen. [Süddeutsche Zeitung, 01.12.2004]
Das ist nun wirklich schofel von Ude und seinen bösen Referenten. [Süddeutsche Zeitung, 11.02.2000]
Und wenn er nicht schofel ist, ist er mit der Annahme des Geldes automatisch eine Verpflichtung eingegangen. [Süddeutsche Zeitung, 08.12.1999]
Doch so peinlich eine reine Jubelfeier wäre, so schofel wäre ein geflissentliches Übergehen des Termins. [Die Welt, 16.02.2000]
Er hat Verbündete, und viele in der SPD‑Fraktion haben es seinerzeit als schofel empfunden, wie Schreiner als Bundesgeschäftsführer abgesägt wurde. [Süddeutsche Zeitung, 04.03.2000]
Zitationshilfe
„schofel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schofel>.

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