Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schonen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung scho-nen
Wortbildung  mit ›schonen‹ als Erstglied: Schonbezug · Schoner2 · Schonfrist · Schonkost · Schonplatz · Schonraum · Schonung1 · Schonzeit
 ·  mit ›schonen‹ als Letztglied: verschonen  ·  mit ›schonen‹ als Binnenglied: Bildschirmschoner · Gewebe schonend · Haut schonend · augenschonend · faserschonend · gelenkschonend · gewebeschonend · gewebsschonend · hautschonend · ressourcenschonend · umweltschonend
eWDG

Bedeutung

jmdn., etw. schonenauf jmdn., etw. Rücksicht nehmen, jmdn., etw. behutsam behandeln
Beispiele:
die Kranke schonen
er wurde wegen seiner Schwächlichkeit immer geschont
man sollte ihn nicht länger schonen (= endlich Schritte gegen ihn unternehmen)
schone deine Augen, Nerven!
du musst deine Kräfte schonen (= mit deinen Kräften haushalten)
jmds. Gefühle schonen
um die Pferde zu schonen, ritten sie Schritt
die sind sich klar darüber, daß ich geschont werden muß, weil ich eine Waise bin [ H. KantAula40]
veraltet
Grammatik: mit Genitiv
Beispiel:
O Mirjam, schone deines blinden Kindes! [ le FortPapst249]
sich schonensich nicht überanstrengen, auf seine Gesunderhaltung bedacht sein
Beispiele:
du musst dich mehr schonen
es geht ihm schon besser, aber er muss sich noch immer schonen
etw. schonenetw. so pfleglich, sorgsam behandeln oder wenig benutzen, dass es lange in einem guten Zustand erhalten bleibt
Beispiele:
er schont seine Kleidung
das Kind schont seine Sachen, Schuhe nicht
Sie zog ihren Mantel an, den sie den ganzen Winter über sehr geschont hatte [ SeghersRettung3,168]
schonendrücksichtsvoll
Grammatik: häufig im Partizip I
Beispiele:
jmdm. eine schonende Behandlung zuteilwerden lassen
man hatte sie in schonender Weise, Art darauf vorbereitet, es ihr mit schonenden Worten, schonend beigebracht, mitgeteilt
man ist sehr schonend mit ihr verfahren
du musst mit deinen Sachen schonender (= sorgsamer) umgehen
etw. schont etw.etw. greift etw. nicht an, etw. ist gut für etw.
Beispiele:
diese Seife schont die Haut
das Waschmittel schont die Wäsche
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schön · Schönheit · schönen · verschönen · verschönern · beschönigen · Schöngeist · schöngeistig · schöntun
schön Adj. ‘in jeder Hinsicht gut anzusehen, wohlgefällig, bewundernswert’, ahd. scōni ‘ansehnlich, glänzend, rein, herrlich, gut, angenehm’ (8. Jh.), mhd. schœn(e), auch ‘schonend, freundlich’, asächs. skōni, mnd. schȫn(e), mnl. scōne, nl. schoon, afries. skēne, aengl. scīene, scēne, engl. (poetisch) sheen, anord. (als zweites Kompositionsglied) -skjōni, got. skauns oder skauneis ‘anmutig’ (germ. *skauni-) ist ein mit dem Suffix ie. bzw. germ. -ni- gebildetes Verbaladjektiv zu der unter schauen (s. d.) genannten Wurzel ie. *(s)keu- ‘worauf achten, beobachten, schauen’. Auszugehen ist von einer Bedeutung ‘sichtbar, anschaubar’, die sich zu ‘ansehnlich’ und ‘gut, angenehm’ (auch von Gehörseindrücken) weiterentwickelt. Der Bezug des Wortes auf den vom humanistischen Bildungsideal geprägten ästhetischen Bereich, vgl. Fügungen wie schöne Künste (frz. les beaux-arts), schöne Wissenschaften (frz. les belles-lettres), schöne Literatur, erfolgt im 18. Jh. Zum alten adverbiellen Gebrauch s. schon. Schönheit f. ‘das Schönsein, das Schöne’, mhd. schœnheit, schōnheit ‘Herrlichkeit, Pracht, Zierde, Schmuck, Unterhaltung, Festlichkeit’. schönen Vb. vornehmlich fachsprachlich ‘Färbungen verbessern, Wein klären’ (19. Jh.); nur selten ‘schönmachen, verschönern’, ahd. scōnen (um 800), scōnōn (9. Jh.), mhd. schœnen ‘schönmachen, schmücken, verherrlichen’; dafür heute verschönen Vb. mhd. verschœ̄nen, oder verschönern Vb. ‘schöner machen’ (17. Jh.). beschönigen Vb. ‘etw. weniger schwerwiegend, günstig darstellen’ (18. Jh.), älter beschönen, mhd. beschœnen ‘schönmachen, entschuldigen, rechtfertigen’. Schöngeist m. ‘wer von den schönen Künsten begeistert ist’ (18. Jh.), nach frz. bel esprit, bald auch ironisch; älter schöner Geist (17. Jh.); dazu schöngeistig Adj. (Anfang 19. Jh.), schöngeistige Schriften (19. Jh.). schöntun Vb. ‘freundlich sein, schmeicheln’ (17. Jh.).

schonen · Schoner1 · Schonung · schonungslos · Schonzeit
schonen Vb. ‘behutsam benutzen, rücksichtsvoll behandeln’, mhd. mnd. schōnen gehört als Ableitung zu dem unter schön (s. d.) behandelten Adjektiv (ahd. scōni, asächs. skōni) in dessen Bedeutung ‘freundlich, rücksichtsvoll’ oder dem zugehörigen und diese Bedeutung besonders bewahrenden Adverb ahd. scōno, mhd. mnd. schōne, schōn ‘auf feine, schöne, sorgfältige, freundliche, rücksichtsvolle Weise’ (s. schon). Schoner1 m. ‘wer behutsam, rücksichtsvoll benutzt oder behandelt’ (18. Jh.), ‘ein Tuch zur Schonung von Kleidung und Gegenständen, Schondecke’ (19. Jh.). Schonung f. ‘behutsame Behandlung, rücksichtsvoller Umgang’, mhd. schōnunge; seit Ende des 18. Jhs. auch ‘zu schützendes Waldstück mit jungem Baumbestand’. schonungslos Adj. ‘ohne Rücksicht, brutal’ (18. Jh.). Schonzeit f. ‘Zeit, in der ein bestimmtes Wild nicht gejagt werden darf’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
pfleglich behandeln · schonen
Synonymgruppe
(jemanden) schonen · (jemanden) verschonen · hätscheln  ●  (immer nur) mit Samthandschuhen anfassen  fig. · (nur) mit Wattebäuschchen werfen  fig. · in Watte packen  fig.
Assoziationen
Antonyme
  • (sich) mit Kritik nicht zurückhalten

Typische Verbindungen zu ›schonen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schonen‹.

Verwendungsbeispiele für ›schonen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie sollen sich noch soviel wie möglich schonen und Sie sahen doch eben, wie sehr das nötig ist. [Sorge, Reinhard Johannes: Der Bettler. In: Bertram, Matthias (Hg.), Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 11072]
Wir haben sie geschont, weil wir es nicht ertragen hätten, in ihnen Täter zu sehen. [konkret, 1998]
Das ist mit dem Rat ", sich zu schonen", nie gemeint. [o. A.: GESUNDHEIT - EIN GUT UND SEIN PREIS. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1988]]
Ich war schon etwas älter als die anderen, und da hat man mich öfters geschont. [Der Spiegel, 04.03.1985]
Und wenn sie schon zweimal gewonnen haben, wollen die Trainer im dritten Spiel vielleicht die guten Spieler schonen. [Die Zeit, 18.03.2013, Nr. 11]
Zitationshilfe
„schonen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schonen>.

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