Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schonungslos

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung scho-nungs-los
Wortzerlegung Schonung1 -los
Wortbildung  mit ›schonungslos‹ als Erstglied: Schonungslosigkeit
eWDG

Bedeutung

ohne Schonung, rücksichtslos
Beispiele:
eine schonungslose Kritik
etw. mit schonungsloser Offenheit sagen
schonungslos von etw. reden, über etw. berichten
Namentlich griff er [Liebknecht] die Politik Bismarcks schonungslos an [ BebelAus meinem Leben265]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schonen · Schoner1 · Schonung · schonungslos · Schonzeit
schonen Vb. ‘behutsam benutzen, rücksichtsvoll behandeln’, mhd. mnd. schōnen gehört als Ableitung zu dem unter schön (s. d.) behandelten Adjektiv (ahd. scōni, asächs. skōni) in dessen Bedeutung ‘freundlich, rücksichtsvoll’ oder dem zugehörigen und diese Bedeutung besonders bewahrenden Adverb ahd. scōno, mhd. mnd. schōne, schōn ‘auf feine, schöne, sorgfältige, freundliche, rücksichtsvolle Weise’ (s. schon). Schoner1 m. ‘wer behutsam, rücksichtsvoll benutzt oder behandelt’ (18. Jh.), ‘ein Tuch zur Schonung von Kleidung und Gegenständen, Schondecke’ (19. Jh.). Schonung f. ‘behutsame Behandlung, rücksichtsvoller Umgang’, mhd. schōnunge; seit Ende des 18. Jhs. auch ‘zu schützendes Waldstück mit jungem Baumbestand’. schonungslos Adj. ‘ohne Rücksicht, brutal’ (18. Jh.). Schonzeit f. ‘Zeit, in der ein bestimmtes Wild nicht gejagt werden darf’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem etwas) ins Gesicht (sagen) · direkt · in aller Offenheit · offen · rundheraus · schonungslos · unbeschönigt · unumwunden · unverblümt · unverhohlen  ●  (einmal ganz) undiplomatisch  fig. · schlankweg  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
erbarmungslos · gnadenlos · kaltblütig · kaltlächelnd · mitleidlos · ohne Gnade und Barmherzigkeit · schonungslos · skrupellos · soziopathisch · unbarmherzig · unerbittlich · ungerührt  ●  inquisitorisch  geh., fig. · ohne mit der Wimper zu zucken  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›schonungslos‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schonungslos‹.

Verwendungsbeispiele für ›schonungslos‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es gehört dazu eine gewisse Zerstörung «, fuhr er schonungslos offen fort. [Langgässer, Elisabeth: Das unauslöschliche Siegel, Hamburg: Claassen 1959 [1946], S. 191]
In extremen Fällen können Sie statt dessen auch »schonungslos« sagen. [Delonge, Franz-Benno: Rückhaltlose Aufklärung, Frankfurt a. M.: Eichborn 2000 [2000], S. 61]
Schonungslose Offenheit ist heutzutage offenbar ein brauchbares Mittel des Kapitals, sein Interesse sozialpartnerschaftlich durchzusetzen. [o. A.: EIN FALL VON RATIONALISIERUNG. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1981]]
Was dies in der Praxis bedeutet, wird heute nicht mehr so schonungslos wie früher dargestellt. [Die Zeit, 12.03.1976, Nr. 11]
Sie müssen lernen, mit der eigenen Geschichte objektiv umzugehen, schonungslos umzugehen. [Die Zeit, 04.12.2012, Nr. 49]
Zitationshilfe
„schonungslos“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schonungslos>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
schonungsbedürftig
schonen
schon eine Nummer sein
schon
schollig
schonungsvoll
schopfartig
schoppen
schoppenweise
schoren