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schrankenlos

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung schran-ken-los
Wortzerlegung Schranke -los
Wortbildung  mit ›schrankenlos‹ als Erstglied: Schrankenlosigkeit

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. keine Schranke besitzend
  2. 2. [übertragen] unbegrenzt, ohne Einschränkung
eWDG

Bedeutungen

1.
keine Schranke besitzend
Beispiel:
ein schrankenloser Bahnübergang
2.
übertragen unbegrenzt, ohne Einschränkung
Beispiele:
für jmdn. eine schrankenlose Bewunderung fühlen
zu jmdm. schrankenloses Vertrauen haben
etw. schrankenlos ausnutzen
er nutzte das Vertrauen seines Freundes schrankenlos aus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schranke · einschränken · schrankenlos
Schranke f. ‘Absperrvorrichtung’, mhd. schranke m. f. ‘Gitter, Zaun, Verschränkung, Umarmung’ steht als schwacher n-Stamm neben dem unter Schrank (s. d.) behandelten Substantiv. Die beiden Wörtern gemeinsame (jedoch von Schrank aufgegebene) Ausgangsbedeutung ‘schräg, kreuzweise Gestelltes, Einfriedung, Gitterwerk’ bleibt bei Schranke erhalten; vgl. Eisenbahnschranke. Häufig redensartlich übertragen, z. B. (sich) in Schranken halten, in seinen Schranken bleiben ‘eine gewisse Grenze nicht überschreiten, sich zurückhalten’ (17. Jh.), Schranken setzen ‘Einhalt gebieten’ (18. Jh.), jmdn. in die Schranken weisen ‘zur Mäßigung auffordern’ (1. Hälfte 20. Jh.). einschränken Vb. ‘in Schranken einschließen, einengen’ (17. Jh.), reflexiv ‘sparsam, ohne Aufwand leben, seine Ansprüche herabsetzen’ (18. Jh.). schrankenlos Adj. ‘unbehindert, keine Grenzen respektierend’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
astronomisch · ausufernd · außerordentlich · entfesselt · enthemmt · exorbitant · exzessiv · grenzenlos · hemmungslos · maßlos · schrankenlos · uferlos · ungebremst · ungehemmt · unmäßig · unverhältnismäßig · überbordend · überhandnehmend · überhöht · überschwänglich · übersteigert · übertrieben · überzogen  ●  übermäßig  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›schrankenlos‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schrankenlos‹.

Verwendungsbeispiele für ›schrankenlos‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn es gewährte ihnen nicht nur reichliche Mittel, sondern auch ideale Chancen zum schrankenlosen Forschen. [Der Tagesspiegel, 21.03.2005]
Sie ist schrankenlos und periodisch wie das System der Großen Bibliothek. [Die Zeit, 08.12.1989, Nr. 50]
Was sich einmal im Web befindet, kann fortan schrankenlos verwendet werden. [Die Zeit, 16.02.1996, Nr. 8]
Und uns plagt die infame Neugier, sie einmal schrankenlos zu sehen. [Tucholsky, Kurt: Massary. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913], S. 966]
Wie dies auch in anderen Affenhorden der Fall ist, herrscht innerhalb jeder Herde schrankenlose geschlechtliche Freiheit. [Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 183]
Zitationshilfe
„schrankenlos“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schrankenlos>.

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