schrecken

Grammatik Verb
Aussprache [ˈʃʀɛkn̩]
Worttrennung schre-cken
Wortbildung  mit ›schrecken‹ als Erstglied: ↗Schrecknis  ·  mit ›schrecken‹ als Letztglied: ↗abschrecken · ↗aufschrecken1 · ↗emporschrecken1 · ↗verschrecken · ↗zurückschrecken1
eWDG

Bedeutung

Beispiel:
jmdn. aus dem Schlaf schrecken (= plötzlich aus dem Schlaf herausreißen)
gehoben jmdn. in Schrecken versetzen, erschrecken, ängstigen
Beispiele:
jmdn. mit Drohungen, durch harte Strafen schrecken, zu schrecken versuchen
sie ließen sich durch nichts schrecken
der Gedanke, hier übernachten zu müssen, schreckt mich [ FrischGantenbein25]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schrecken1 · erschrecken1 · Schreck · Schrecken · schreckhaft · schrecklich · schrecken2 · erschrecken2 · abschrecken
schrecken1 Vb. ‘in Schrecken geraten’. Das ursprünglich schwach flektierende, mit j-Suffix gebildete, intransitiv gebrauchte Verb ahd. scricken ‘empor-, aufspringen, erschrecken’ (um 800), mhd. schricken ‘springen, einen Riß bekommen’, mnd. schricken ‘Hände oder Füße rasch bewegen, klatschen, springen, tanzen’, mnl. scricken ‘große Schritte machen, sich entsetzen, erschrecken’, nl. schrikken entwickelt die Bedeutung ‘in Schrecken geraten, erschrecken’ aus ‘(in plötzlicher Erregung oder Angst) empor-, aufspringen’. Vgl. auch norw. (mundartlich; aus dem Mnd.?) skrikka ‘springen’ und das ōn-Verb ahd. screckōn ‘umherspringen, aufwallen, hervorblitzen, zurückprallen’ (um 800). Die Verben lassen sich anschließen an ie. *skreg-, eine Erweiterung der unter ↗scheren2 ‘sich davonmachen’ (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘springen, herumspringen’. Im 11. Jh. entstehen (in Anlehnung an Verben wie brechen) bei Präfixbildungen starke Konjugationsformen, vgl. ahd. irscreckan (s. unten) und ūʒscreckan ‘hervorleuchten, vorspringen’, die teilweise auf das Simplex mhd. schrecken und (seltenes) nhd. schrecken ‘auffahren, erschrecken’ übergreifen. Die alte Bedeutung ist erhalten in stark flektierendem intransitivem erschrecken1 Vb. ‘sich entsetzen, aus plötzlicher Angst zusammenfahren’, ahd. (schwach) irscrecken (um 1000), mhd. erschrecken ‘auf-, zurückspringen, auffahren, aufschrecken’. Schreck m. auch mit Endungs-n der obliquen Kasus Schrecken m. ‘plötzliches Entsetzen, plötzliche Angst’, allgemein ‘plötzliche Gemütserschütterung’, mhd. schrecke ‘Schreck’, auch ‘Hüpfer, Springer’ (s. ↗Heuschrecke). schreckhaft Adj. ‘leicht in Schrecken geratend, furchtsam’ (15. Jh.), ‘Schrecken einflößend’ (17. Jh.). schrecklich Adj. ‘entsetzlich, grauenhaft’ (15. Jh.), auch steigernd ‘sehr (viel, groß)’ (17. Jh.); vgl. mhd. schriclich ‘erschreckend’. schrecken2 Vb. ‘in Schrecken versetzen’, schwach flektierendes transitives Kausativum zu ↗schrecken1, ahd. screcken ‘stürzen, aufreizen, anstacheln’ (um 1000), mhd. schrecken ‘aufspringen machen, in Schrecken setzen, erschrecken, sich erschrecken’, mnd. schrecken ‘in Schrecken versetzen’. Dazu erschrecken2 Vb. ‘jmdn. in eine plötzliche Gemütserregung, in Furcht versetzen’, mhd. erschrecken, auch ‘aufschrecken (aus dem Schlaf)’; vgl. ahd. (stark) irscreckan ‘bestürzt machen’ (11. Jh.). abschrecken Vb. ‘ängstlich, verzagt machen, von etw. abhalten’ (15. Jh.), ‘plötzlich abkühlen’ (16. Jh.), mhd. abeschrecken ‘jmdm. etw. durch eingeflößte Furcht wegnehmen’ (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) einen Schrecken einjagen · ↗erschrecken · schrecken
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›schrecken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schrecken‹.

Verwendungsbeispiele für ›schrecken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Risiko sieht er wohl, aber es schreckt ihn nicht.
Die Welt, 12.02.2004
Das Stück schreckt ihn nicht mehr, so oft hat er es bereits gespielt.
Süddeutsche Zeitung, 24.11.1998
Er wird einst mit ihnen reden in seinem Zorn und mit seinem Grimm wird er sie schrecken.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 6792
Er mußte hart bleiben, durfte sich durch nichts schrecken lassen.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 478
Mangel an Überfluß schreckt jeden Freier und macht jeden unwert, je nachdem.
Christ, Lena: Die Freier. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1919], S. 10244
Zitationshilfe
„schrecken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schrecken#1>, abgerufen am 26.01.2021.

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schrecken

Grammatik Verb · schreckt, schreckte, ist/hat geschreckt
Grammatik Verb · schrickt, schrak, ist/hat geschreckt
Aussprache 
Worttrennung schre-cken
Wortbildung  mit ›schrecken‹ als Letztglied: ↗aufschrecken2 · ↗emporschrecken2 · ↗hochschrecken · ↗zurückschrecken2 · ↗zusammenschrecken

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ⟨jmd. schreckt, schrickt aus dem Schlaf⟩ jmd. fährt erschrocken aus dem Schlaf auf
  2. 2. [Jägersprache] besonders vom Rotwild: Schrecklaute ausstoßen
eWDG

Bedeutungen

1.
jmd. schreckt, schrickt aus dem Schlafjmd. fährt erschrocken aus dem Schlaf auf
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiel:
Kluttig schreckte aus dem Schlaf, als das Telefon neben seinem Bett schrillte [ ApitzNackt367]
2.
Jägersprache besonders vom Rotwild   Schrecklaute ausstoßen
Grammatik: Präsens ‘schreckt’, Präteritum ‘schreckte’, mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
in den Wiesen schreckten die Rehe [ Löns8,315]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schrecken1 · erschrecken1 · Schreck · Schrecken · schreckhaft · schrecklich · schrecken2 · erschrecken2 · abschrecken
schrecken1 Vb. ‘in Schrecken geraten’. Das ursprünglich schwach flektierende, mit j-Suffix gebildete, intransitiv gebrauchte Verb ahd. scricken ‘empor-, aufspringen, erschrecken’ (um 800), mhd. schricken ‘springen, einen Riß bekommen’, mnd. schricken ‘Hände oder Füße rasch bewegen, klatschen, springen, tanzen’, mnl. scricken ‘große Schritte machen, sich entsetzen, erschrecken’, nl. schrikken entwickelt die Bedeutung ‘in Schrecken geraten, erschrecken’ aus ‘(in plötzlicher Erregung oder Angst) empor-, aufspringen’. Vgl. auch norw. (mundartlich; aus dem Mnd.?) skrikka ‘springen’ und das ōn-Verb ahd. screckōn ‘umherspringen, aufwallen, hervorblitzen, zurückprallen’ (um 800). Die Verben lassen sich anschließen an ie. *skreg-, eine Erweiterung der unter ↗scheren2 ‘sich davonmachen’ (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘springen, herumspringen’. Im 11. Jh. entstehen (in Anlehnung an Verben wie brechen) bei Präfixbildungen starke Konjugationsformen, vgl. ahd. irscreckan (s. unten) und ūʒscreckan ‘hervorleuchten, vorspringen’, die teilweise auf das Simplex mhd. schrecken und (seltenes) nhd. schrecken ‘auffahren, erschrecken’ übergreifen. Die alte Bedeutung ist erhalten in stark flektierendem intransitivem erschrecken1 Vb. ‘sich entsetzen, aus plötzlicher Angst zusammenfahren’, ahd. (schwach) irscrecken (um 1000), mhd. erschrecken ‘auf-, zurückspringen, auffahren, aufschrecken’. Schreck m. auch mit Endungs-n der obliquen Kasus Schrecken m. ‘plötzliches Entsetzen, plötzliche Angst’, allgemein ‘plötzliche Gemütserschütterung’, mhd. schrecke ‘Schreck’, auch ‘Hüpfer, Springer’ (s. ↗Heuschrecke). schreckhaft Adj. ‘leicht in Schrecken geratend, furchtsam’ (15. Jh.), ‘Schrecken einflößend’ (17. Jh.). schrecklich Adj. ‘entsetzlich, grauenhaft’ (15. Jh.), auch steigernd ‘sehr (viel, groß)’ (17. Jh.); vgl. mhd. schriclich ‘erschreckend’. schrecken2 Vb. ‘in Schrecken versetzen’, schwach flektierendes transitives Kausativum zu ↗schrecken1, ahd. screcken ‘stürzen, aufreizen, anstacheln’ (um 1000), mhd. schrecken ‘aufspringen machen, in Schrecken setzen, erschrecken, sich erschrecken’, mnd. schrecken ‘in Schrecken versetzen’. Dazu erschrecken2 Vb. ‘jmdn. in eine plötzliche Gemütserregung, in Furcht versetzen’, mhd. erschrecken, auch ‘aufschrecken (aus dem Schlaf)’; vgl. ahd. (stark) irscreckan ‘bestürzt machen’ (11. Jh.). abschrecken Vb. ‘ängstlich, verzagt machen, von etw. abhalten’ (15. Jh.), ‘plötzlich abkühlen’ (16. Jh.), mhd. abeschrecken ‘jmdm. etw. durch eingeflößte Furcht wegnehmen’ (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) einen Schrecken einjagen · ↗erschrecken · schrecken
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›schrecken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schrecken‹.

Verwendungsbeispiele für ›schrecken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Risiko sieht er wohl, aber es schreckt ihn nicht.
Die Welt, 12.02.2004
Das Stück schreckt ihn nicht mehr, so oft hat er es bereits gespielt.
Süddeutsche Zeitung, 24.11.1998
Er wird einst mit ihnen reden in seinem Zorn und mit seinem Grimm wird er sie schrecken.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 6792
Er mußte hart bleiben, durfte sich durch nichts schrecken lassen.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 478
Mangel an Überfluß schreckt jeden Freier und macht jeden unwert, je nachdem.
Christ, Lena: Die Freier. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1919], S. 10244
Zitationshilfe
„schrecken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schrecken#2>, abgerufen am 26.01.2021.

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