schreckhaft

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungschreck-haft (computergeneriert)
WortzerlegungSchreck-haft
Wortbildung mit ›schreckhaft‹ als Erstglied: ↗Schreckhaftigkeit
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
leicht zu erschrecken
Beispiele:
sie hatte eine schreckhafte Natur, ein schreckhaftes Wesen
er ist sehr schreckhaft
2.
im Schreck, erschrocken
Beispiele:
eine schreckhafte Bewegung machen
schreckhaft auffahren, zusammenfahren
schreckhaft die Augen aufreißen
3.
mit Schrecken verbunden
Beispiele:
schreckhafte Erinnerungen
der Gedanke daran hat nichts Schreckhaftes (= Schrecken erregendes) mehr
nur der Kopf ist wach mit all seinen schreckhaften Gesichten [ZuckmayerinDt. Erzähler2,217]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schrecken1 · erschrecken1 · Schreck · Schrecken · schreckhaft · schrecklich · schrecken2 · erschrecken2 · abschrecken
schrecken1 Vb. ‘in Schrecken geraten’. Das ursprünglich schwach flektierende, mit j-Suffix gebildete, intransitiv gebrauchte Verb ahd. scricken ‘empor-, aufspringen, erschrecken’ (um 800), mhd. schricken ‘springen, einen Riß bekommen’, mnd. schricken ‘Hände oder Füße rasch bewegen, klatschen, springen, tanzen’, mnl. scricken ‘große Schritte machen, sich entsetzen, erschrecken’, nl. schrikken entwickelt die Bedeutung ‘in Schrecken geraten, erschrecken’ aus ‘(in plötzlicher Erregung oder Angst) empor-, aufspringen’. Vgl. auch norw. (mundartlich; aus dem Mnd.?) skrikka ‘springen’ und das ōn-Verb ahd. screckōn ‘umherspringen, aufwallen, hervorblitzen, zurückprallen’ (um 800). Die Verben lassen sich anschließen an ie. *skreg-, eine Erweiterung der unter ↗scheren ‘sich davonmachen’ (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘springen, herumspringen’. Im 11. Jh. entstehen (in Anlehnung an Verben wie brechen) bei Präfixbildungen starke Konjugationsformen, vgl. ahd. irscreckan (s. unten) und ūʒscreckan ‘hervorleuchten, vorspringen’, die teilweise auf das Simplex mhd. schrecken und (seltenes) nhd. schrecken ‘auffahren, erschrecken’ übergreifen. Die alte Bedeutung ist erhalten in stark flektierendem intransitivem erschrecken1 Vb. ‘sich entsetzen, aus plötzlicher Angst zusammenfahren’, ahd. (schwach) irscrecken (um 1000), mhd. erschrecken ‘auf-, zurückspringen, auffahren, aufschrecken’. Schreck m. auch mit Endungs-n der obliquen Kasus Schrecken m. ‘plötzliches Entsetzen, plötzliche Angst’, allgemein ‘plötzliche Gemütserschütterung’, mhd. schrecke ‘Schreck’, auch ‘Hüpfer, Springer’ (s. ↗Heuschrecke). schreckhaft Adj. ‘leicht in Schrecken geratend, furchtsam’ (15. Jh.), ‘Schrecken einflößend’ (17. Jh.). schrecklich Adj. ‘entsetzlich, grauenhaft’ (15. Jh.), auch steigernd ‘sehr (viel, groß)’ (17. Jh.); vgl. mhd. schriclich ‘erschreckend’. schrecken2 Vb. ‘in Schrecken versetzen’, schwach flektierendes transitives Kausativum zu ↗schrecken, ahd. screcken ‘stürzen, aufreizen, anstacheln’ (um 1000), mhd. schrecken ‘aufspringen machen, in Schrecken setzen, erschrecken, sich erschrecken’, mnd. schrecken ‘in Schrecken versetzen’. Dazu erschrecken2 Vb. ‘jmdn. in eine plötzliche Gemütserregung, in Furcht versetzen’, mhd. erschrecken, auch ‘aufschrecken (aus dem Schlaf)’; vgl. ahd. (stark) irscreckan ‘bestürzt machen’ (11. Jh.). abschrecken Vb. ‘ängstlich, verzagt machen, von etw. abhalten’ (15. Jh.), ‘plötzlich abkühlen’ (16. Jh.), mhd. abeschrecken ‘jmdm. etw. durch eingeflößte Furcht wegnehmen’ (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aufgeregt · beunruhigt · erregt · ↗fieberhaft · ↗gereizt · ↗kribbelig · ↗nervös · ↗ruhelos · schreckhaft · ↗unruhig · wie ein aufgescheuchtes Huhn  ●  ↗(ganz) durcheinander  ugs. · ↗aufgedreht  ugs. · ↗aufgekratzt  ugs. · aufgewühlt  ugs. · durch den Wind  ugs., fig. · ↗fickerig  ugs., norddeutsch · ↗fickrig  ugs., norddeutsch · ↗hibbelig  ugs., regional · ↗hippelig  ugs., regional · ↗kabbelig  ugs. · ↗kirre  ugs. · ↗rappelig  ugs. · ↗rapplig  ugs. · wie angestochen  ugs. · ↗zappelig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Erwachen Gemüt Tier Traum nervös reagieren scheu

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schreckhaft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was ihm bleibt, ist wenig mehr als ein Paar schreckhaft geweiteter Augen.
Süddeutsche Zeitung, 15.09.2004
Ihre Augen sind schreckhaft geweitet, der Mund steht verblüfft offen, und ihre Hände formen sich um ein nicht sichtbares Objekt.
Bild, 20.08.2004
Dann plötzlich gefriert in den Adern des schreckhaften Menschen das Blut.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 268
Nun würde einem Sozialisten gerade diese Konsequenz vielleicht nicht schreckhaft erscheinen.
Weber, Max: Parlament und Regierung im neugeordneten Deutschland. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Politische Schriften, München: Drei Masken Verl. 1921 [1918], S. 209
Susanna hebt den Kopf, starrt sie an, mit großen schreckhaften Augen.
Stramm, August: Sancta Susanna. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1914], S. 34963
Zitationshilfe
„schreckhaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schreckhaft>, abgerufen am 15.10.2019.

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