schrecklich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung schreck-lich
Wortbildung  mit ›schrecklich‹ als Erstglied: ↗Schrecklichkeit
eWDG

Bedeutungen

1.
schreckenerregend, furchtbar, entsetzlich, grauenvoll, grässlich
Beispiele:
ein schreckliches Ereignis, Unglück, Geschehen, ein schrecklicher Zustand
eine schreckliche Nachricht hören
eine schreckliche Entdeckung machen
die Unfallstelle bot einen schrecklichen Anblick
schreckliche Qualen, Pein erdulden
sie erlebten schreckliche Tage, Augenblicke
er fand, erlitt einen schrecklichen Tod
gegen diese schreckliche Krankheit war der Mensch machtlos
er stieß schreckliche Drohungen, Verwünschungen aus
das war, gab ein schreckliches Erwachen, nahm ein schreckliches Ende
eine schreckliche Tat auf dem Gewissen haben
eine schreckliche Angst überfiel sie, bemächtigte sich ihrer
etw. Schreckliches ist geschehen
er ist schrecklich (in seinem Zorn, in seiner Wut)
(o, ach) wie schrecklich!
das ist ja schrecklich!
2.
umgangssprachlich unangenehm, unerträglich, peinlich
Beispiele:
sich in einer schrecklichen Lage, Situation befinden
es war mir schrecklich, ihr das sagen zu müssen
sehr groß, gewaltig
Beispiele:
eine schreckliche Finsternis, Kälte, Hitze
ein schrecklicher Krach
es gab ein schreckliches Gedränge
sie hat schreckliche Angst vor dem Examen
3.
salopp, übertrieben sehr
Grammatik: adverbiell
Beispiele:
das Buch ist schrecklich interessant, spannend
sie bekam schrecklich viel Geschenke
wir haben uns schrecklich gefreut
sie hat sich schrecklich darüber aufgeregt
schrecklich gern!
das ist ja schrecklich traurig, dauert aber schrecklich lange
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schrecken1 · erschrecken1 · Schreck · Schrecken · schreckhaft · schrecklich · schrecken2 · erschrecken2 · abschrecken
schrecken1 Vb. ‘in Schrecken geraten’. Das ursprünglich schwach flektierende, mit j-Suffix gebildete, intransitiv gebrauchte Verb ahd. scricken ‘empor-, aufspringen, erschrecken’ (um 800), mhd. schricken ‘springen, einen Riß bekommen’, mnd. schricken ‘Hände oder Füße rasch bewegen, klatschen, springen, tanzen’, mnl. scricken ‘große Schritte machen, sich entsetzen, erschrecken’, nl. schrikken entwickelt die Bedeutung ‘in Schrecken geraten, erschrecken’ aus ‘(in plötzlicher Erregung oder Angst) empor-, aufspringen’. Vgl. auch norw. (mundartlich; aus dem Mnd.?) skrikka ‘springen’ und das ōn-Verb ahd. screckōn ‘umherspringen, aufwallen, hervorblitzen, zurückprallen’ (um 800). Die Verben lassen sich anschließen an ie. *skreg-, eine Erweiterung der unter ↗scheren2 ‘sich davonmachen’ (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘springen, herumspringen’. Im 11. Jh. entstehen (in Anlehnung an Verben wie brechen) bei Präfixbildungen starke Konjugationsformen, vgl. ahd. irscreckan (s. unten) und ūʒscreckan ‘hervorleuchten, vorspringen’, die teilweise auf das Simplex mhd. schrecken und (seltenes) nhd. schrecken ‘auffahren, erschrecken’ übergreifen. Die alte Bedeutung ist erhalten in stark flektierendem intransitivem erschrecken1 Vb. ‘sich entsetzen, aus plötzlicher Angst zusammenfahren’, ahd. (schwach) irscrecken (um 1000), mhd. erschrecken ‘auf-, zurückspringen, auffahren, aufschrecken’. Schreck m. auch mit Endungs-n der obliquen Kasus Schrecken m. ‘plötzliches Entsetzen, plötzliche Angst’, allgemein ‘plötzliche Gemütserschütterung’, mhd. schrecke ‘Schreck’, auch ‘Hüpfer, Springer’ (s. ↗Heuschrecke). schreckhaft Adj. ‘leicht in Schrecken geratend, furchtsam’ (15. Jh.), ‘Schrecken einflößend’ (17. Jh.). schrecklich Adj. ‘entsetzlich, grauenhaft’ (15. Jh.), auch steigernd ‘sehr (viel, groß)’ (17. Jh.); vgl. mhd. schriclich ‘erschreckend’. schrecken2 Vb. ‘in Schrecken versetzen’, schwach flektierendes transitives Kausativum zu ↗schrecken1, ahd. screcken ‘stürzen, aufreizen, anstacheln’ (um 1000), mhd. schrecken ‘aufspringen machen, in Schrecken setzen, erschrecken, sich erschrecken’, mnd. schrecken ‘in Schrecken versetzen’. Dazu erschrecken2 Vb. ‘jmdn. in eine plötzliche Gemütserregung, in Furcht versetzen’, mhd. erschrecken, auch ‘aufschrecken (aus dem Schlaf)’; vgl. ahd. (stark) irscreckan ‘bestürzt machen’ (11. Jh.). abschrecken Vb. ‘ängstlich, verzagt machen, von etw. abhalten’ (15. Jh.), ‘plötzlich abkühlen’ (16. Jh.), mhd. abeschrecken ‘jmdm. etw. durch eingeflößte Furcht wegnehmen’ (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
fürchterlich · ↗grauenhaft · ↗grauenvoll · ↗grausam · ↗grausig · ↗gräulich · ↗horrormäßig · ↗schaurig · schrecklich · sehr schlecht
Synonymgruppe
(jemandem) zuwider · ↗abscheulich · ↗entsetzlich · ↗furchtbar · ↗fürchterlich · ↗grässlich · ↗schauderhaft · ↗scheußlich · schrecklich · ↗widerlich  ●  ↗abominabel  geh., bildungssprachlich, selten, franz., veraltet, lat.
Assoziationen
Synonymgruppe
leidig · ↗lästig · ↗misslich · ↗missliebig · nicht erwünscht · nicht wünschen · nicht wünschenswert · ↗schlecht · ↗schlimm · schrecklich · störend · ↗unangenehm · ↗unbequem · ↗unerfreulich · ↗unerquicklich · ↗unerwünscht · ↗ungeliebt · ↗ungut · ↗unliebsam · ↗unschön · ↗unwillkommen · wenig beneidenswert · ↗widrig · ↗ärgerlich  ●  ↗blöd (ärgerlich)  ugs. · ↗böse (Überraschung, Erwachen ...)  ugs. · ↗dumm (ärgerlich)  ugs. · etwas Dummes  ugs. · ↗unkomfortabel  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
Angst einflößend · ↗Furcht einflößend · ↗Furcht erregend · ↗Grauen erregend · Horror... · ↗Schrecken erregend · Schrecken verbreitend · angsteinflößend · ↗bedrohlich · ↗beängstigend · ↗entsetzlich · erschreckend · ↗furchteinflößend · ↗furchterregend · ↗grauenerregend · ↗grauenvoll · ↗grausig · ↗gruselig · ↗schauderhaft · ↗schauerlich · ↗schauervoll · ↗schaurig · ↗schreckenerregend · schrecklich · zum Fürchten · ängstigend  ●  ↗albtraumhaft  ugs. · ↗angstbesetzt  fachspr., psychologisch · ↗formidabel  geh., veraltet
Assoziationen
Synonymgruppe
allzu · ↗auffallend · ↗erstaunlich · ↗furchtbar · mehr als · sehr sehr · ↗ungebührlich · ↗ungemein · ↗ungewöhnlich · ↗unglaublich (Adverb) · ↗unverhältnismäßig · ↗zu (Gradadverb) · ↗über die Maßen · ↗über... · ↗überaus · übertrieben  ●  ↗arg  regional · ↗sehr (Gradadverb)  Hauptform · ↗verdächtig  ironisch · ↗ausnehmend  geh. · bis dort hinaus  ugs. · ↗bis zum Gehtnichtmehr  ugs. · schrecklich  ugs. · ↗unvergleichlich  geh. · ↗verdammt  ugs., salopp
Assoziationen
Synonymgruppe
außergewöhnlich · ↗außerordentlich · ↗besonders · ↗bitter(-) (nur in speziellen Kontexten) · ↗brennend · ↗extrem · ↗fürchterlich · ↗ganz · ↗hoffnungslos · ↗mächtig · ↗rettungslos · schrecklich · ↗sehr (Gradadverb vor Adjektiven) · ↗sündhaft · ↗tief · ↗ungeheuer · ↗verflixt · ↗verteufelt · ↗zutiefst  ●  ↗beängstigend  auch figurativ · ↗furchtbar  ugs. · ↗verdammt  ugs. · ↗voll  ugs., jugendsprachlich · wie hulle  ugs., norddeutsch
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›schrecklich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schrecklich‹.

Verwendungsbeispiele für ›schrecklich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er werde dieses Jahr 95, das sei ein "schreckliches Alter".
Die Zeit, 30.05.2013 (online)
Jedenfalls haben diese Masten in der schrecklichen Zeit ununterbrochen für Spannungen gesorgt.
Die Welt, 15.12.2005
Wir haben es dann doch ein paar Mal versucht, es war schrecklich.
Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 68
Vergeblich war sein Bemühen, sich aus der schrecklichen Lage zu befreien.
Liliencron, Adda Freifrau von: Krieg und Frieden, Erinnerungen aus dem Leben einer Offiziersfrau. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 45222
Und schrecklich langweilig war das: immer so halb allein im Zimmer sitzen zu müssen.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 14596
Zitationshilfe
„schrecklich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schrecklich>, abgerufen am 19.06.2021.

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