Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schreiben

Grammatik Verb · schreibt, schrieb, hat geschrieben
Aussprache  [ˈʃʀaɪ̯bn̩]
Worttrennung schrei-ben
Wortbildung  mit ›schreiben‹ als Erstglied: Schreib-Lese-Speicher · Schreibarbeit · Schreibart · Schreibautomat · Schreibbedarf · Schreibblatt · Schreibblock · Schreibblockade · Schreibbogen · Schreibbüro · Schreibebrief · Schreiber · Schreiberei · Schreibfaulheit · Schreibfeder · Schreibfehler · Schreibfertigkeit · Schreibgarnitur · Schreibgebühr · Schreibgerät · Schreibgriffel · Schreibheft · Schreibkompetenz · Schreibkraft · Schreibkram · Schreibkrampf · Schreibkreide · Schreiblinie · Schreibmappe · Schreibmarke · Schreibmaschine · Schreibmaterial · Schreibmeister · Schreibpapier · Schreibpinsel · Schreibplatte · Schreibplatz · Schreibprogramm · Schreibprozess · Schreibpult · Schreibsatz · Schreibschale · Schreibschrank · Schreibschrift · Schreibschule · Schreibschwäche · Schreibsekretär · Schreibsessel · Schreibsprache · Schreibstift · Schreibstil · Schreibstube · Schreibstörung · Schreibtafel · Schreibtechnik · Schreibtelefon · Schreibtisch · Schreibunterlage · Schreibutensil · Schreibverbot · Schreibvorgang · Schreibware · Schreibweise · Schreibwerkstatt · Schreibwerkzeug · Schreibwut · Schreibzeug · Schreibzimmer · Schreibübung · schreibfaul · schreibfähig · schreibgewandt · schreibunkundig · schreibwütig
 ·  mit ›schreiben‹ als Letztglied: Geschreibe · Maschine schreiben · Probe schreiben · abschreiben · anschreiben · aufschreiben · ausschreiben · beischreiben · beschreiben · blindschreiben · dazuschreiben · durchschreiben · einschreiben · erschreiben · fernschreiben · festschreiben · fortschreiben · großschreiben · gutschreiben · herausschreiben · herschreiben · hineinschreiben · hinschreiben · krankschreiben · mitschreiben · nachschreiben · niederschreiben · rechtschreiben · reinschreiben · schön schreiben · schönschreiben · umschreiben2 · umschreiben1 · unterschreiben · verschreiben · vollschreiben · vorschreiben · weiterschreiben · wieder schreiben · wiederschreiben · zurückschreiben · zusammenschreiben · zuschreiben · überschreiben
 ·  mit ›schreiben‹ als Binnenglied: Briefeschreiber · Briefschreiber · Geschichtsschreibung
 ·  mit ›schreiben‹ als Grundform: Schreibe  ·  formal verwandt mit: handgeschrieben · maschinengeschrieben · selbst geschrieben · selbstgeschrieben
eWDG

Bedeutungen

1.
Zeichen, Schriftzeichen, besonders Buchstaben, Zahlen, Noten, in einer bestimmten Form und Reihenfolge zu Papier bringen, schriftlich niederlegen
Beispiele:
schön, gut, schlecht, (un)leserlich, (un)ordentlich, (un)deutlich, (un)sauber, flüchtig, liederlich, wie gestochen schreiben
schnell, langsam, gewandt, zierlich, unbeholfen, mühsam schreiben
deutsche, kyrillische, lateinische, griechische Buchstaben schreiben
Zahlen, Noten, Zeichen schreiben
eine Zahl in Buchstaben schreiben
(etw.) in, mit griechischen, lateinischen, kyrillischen Buchstaben schreiben
ein Wort falsch, (orthografisch) richtig schreiben
›Waage‹ wird mit ›aa‹ geschrieben
wie schreibt er sich?
er schreibt sich ›Mueller‹ und nicht ›Müller‹
das, dieses Wort wird groß, klein (= mit großem, kleinem Anfangsbuchstaben) geschrieben
das Kind kann (noch) nicht schreiben, lernt (jetzt) schreiben
jmdm. das Schreiben und Lesen beibringen
er schreibt eine gute, leserliche Handschrift
auf diesem rauen Papier schreibt es sich nicht gut
die Tinte schreibt zu blass (= mit der Tinte schreibt man blass)
die Kreide schreibt nicht
der Füllfederhalter schreibt gut, schlecht
im Schreiben ist er gut, hat er die Note Eins
sie schreibt fast nur noch auf dem, mit dem Computer
umgangssprachlichsie schreibt Steno
Stenographie, Kurzschrift schreiben
sie schreibt 200 Silben in der Minute
(etw.) nach Diktat schreiben
mit dem Bleistift, Füll(feder)halter, Kugelschreiber, mit Feder und Tinte, mit Kreide, Rotstift schreiben
umgangssprachlichmit dem Füller schreiben
mit, auf dem PC schreiben
mit der Hand schreiben
er schreibt mit geübter Hand, mit einem Kugelschreiber, Kuli
er konnte das Geschriebene nicht lesen
übertragen
Beispiel:
salopper schreibt eine gute Handschrift (= schlägt kräftig zu)
umgangssprachlich etw. wird groß geschrieben (= etw. hat eine übergroße Bedeutung)
Beispiel:
bei diesem Mann wird Verdienen groß geschrieben
2.
etw. Sinnvolles, einen Text (in seinem Zusammenhang) schriftlich niederlegen
a)
Beispiele:
die Schüler schreiben einen Aufsatz, ein Diktat
Notizen in ein Merkheft schreiben
einen Satz an die Wandtafel, ins Schreibheft schreiben
ein paar Worte (auf ein Blatt Papier) schreiben
er schrieb das Datum unter die Urkunde
seinen Namen unter etw. schreiben (= unterschreiben)
ich muss noch einen Brief, zwei Postkarten schreiben
Urkunden, Zahlen, Auszüge, Rechnungen, Berichte schreiben
jmdn. krank schreiben (= jmdm. für eine begrenzte Zeit seine Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit bescheinigen)
Beispiele:
sich vom Arzt krank schreiben lassen
vom Arzt krank, gesund geschrieben werden
einen Betrag auf Rechnung, zu jmds. Gunsten, Lasten schreiben
etw. ins Konzept schreiben
etw. ins Reine schreiben (= etw. in endgültiger Fassung fehlerlos auf sauberes Papier abschreiben)
wir schreiben heute den 9. September (= heute ist der 9. September)
übertragen
Beispiele:
in seinem Blick stand die Antwort (deutlich) geschrieben
jmdm. steht die Gemeinheit auf der Stirn, im Gesicht geschrieben
diese Rolle ist dem Schauspieler auf den Leib geschrieben (= ist direkt für ihn geschrieben, passt genau zu ihm)
das steht in den Sternen geschrieben (= ist ganz ungewiss)
umgangssprachlichdas kannst du dir hinter die Ohren schreiben (= musst du dir gut merken)
umgangssprachlichetw. in den Schornstein, Rauch, Wind schreiben (= etw. verloren geben)
gehoben etw. auf seine Fahne, sein Panier schreiben (= etw. als Ziel, Programm haben)
Beispiel:
das Land hat den Kampf um die Unabhängigkeit auf seine Fahne geschrieben
sage und schreibe (= tatsächlich, obwohl es unglaublich ist)
Beispiele:
die Reparatur hat, sage und schreibe, 200 Euro gekostet
er ist heute, sage und schreibe, wieder zu spät zur Arbeit gekommen
b)
jmdm. etw. schriftlich berichten, mitteilen
Beispiel:
jmdm. eine Nachricht schreiben (= jmdn. brieflich benachrichtigen)
umgangssprachlich eine Zeitung schreibt (= in der Zeitung wird mitgeteilt)
Beispiele:
das Blatt schreibt, dass …
in der Zeitung schrieben sie ausführlich über den Vorfall
c)
sich in einer persönlichen Angelegenheit schriftlich an jmdn. wenden
Beispiele:
jmdm. ein paar Zeilen schreiben
er schreibt ihr regelmäßig (Briefe), schreibt regelmäßig (Briefe) an sie
seinem Vater (eine Karte) schreiben
ich habe ihr (noch nichts) davon, darüber geschrieben
ich schrieb ihm, dass …
er hat lange nicht geschrieben
umgangssprachlichsich mit jmdm. schreiben (= mit jmdm. im Briefwechsel stehen)
3.
schriftstellerisch, künstlerisch tätig sein
Beispiele:
er schreibt (für den Rundfunk, für eine Zeitung)
unter fremdem Namen schreiben
sie hat (kein) Talent zum Schreiben
DDRein (Zirkel) schreibender Arbeiter
ein Schriftwerk abfassen, verfassen
Beispiele:
Aufsätze, Gedichte, Dramen schreiben
er schreibt einen, an einem Roman, seine, an seiner Dissertation, an seinen Memoiren
etw. komponieren
Beispiele:
Musik zu einem Film, Bühnenwerk schreiben
eine Komposition auf Bestellung schreiben
dieser Musiker hat viele Sinfonien geschrieben
4.
eine bestimmte Schreibweise haben
Beispiele:
lebendig, interessant schreiben
er schreibt einen schlechten Stil, gutes, schlechtes Deutsch
der Artikel ist flüssig, gewandt, leicht verständlich geschrieben
bildlich
Beispiel:
gehobenjmd. schreibt eine kluge, spitze, gewandte, geschliffene, scharfe, polemische Feder
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schreiben · Schreiben · Schrieb · Schreiber · abschreiben · Abschrift · anschreiben · Anschreiben · Anschrift · ausschreiben · beschreiben · Beschreibung · einschreiben · Einschreiben · verschreiben · vorschreiben · Vorschrift · zuschreiben · Zuschrift
schreiben Vb. ‘Buchstaben, Worte, Zahlen, Zeichen, Noten hervorbringen’, ahd. scrīban (8. Jh.), mhd. schrīben ‘(auf)schreiben, verzeichnen, beschreiben, anordnen, verordnen, nennen, schildern, malen’, asächs. skrīƀan, mnd. schrīven, mnl. scrīven, nl. schrijven, aengl. scrīfan ‘anordnen, bestimmen, Beichte hören, Strafe auferlegen’, engl. to shrive ‘beichten, die Beichte abnehmen’, aschwed. skrīva ‘schreiben’, schwed. skriva sind Entlehnungen aus lat. scrībere ‘mit einem spitzen Griffel eingraben, einzeichnen, schreiben, (schriftlich) auftragen, anordnen, befehlen, ernennen, festsetzen, (Soldaten) anwerben, ausheben’, die im Germ. starke (nur aschwed. mitunter auch schwache) Flexion annehmen. Der Übergang ins Germ. macht zwei Entlehnungsvorgänge wahrscheinlich, und zwar einen früheren im Sinne von ‘anordnen, bestimmen’ (s. oben aengl. scrīfan und vgl. asächs. biskrīƀan ‘sich kümmern, sich zurückhalten’) und einen späteren im Sinne von ‘(lateinische Schriftzeichen) schreiben’. Die engl. Sonderentwicklung (s. oben) führt dazu, daß für ‘schreiben’ engl. to write eingetreten ist, die alte germ. Bezeichnung für das Einritzen der Runen (s. reißen). – Schreiben n. ‘Schriftstück, Brief’ (16. Jh.), substantivierter Infinitiv; dafür umgangssprachlich oft die nach Art der Verbalabstrakta ablautende Bildung Schrieb m. (um 1900). Schreiber m. ‘wer schreibt’, ehemals Berufsbezeichnung, ahd. skrībāri (8. Jh.), mhd. schrībære, auch ‘Kanzler, Notar, Schriftgelehrter, Dichter, Tafelaufseher’. abschreiben Vb. ‘kopieren, aus einem Schriftstück streichen’ (seit mhd. Zeit), ‘eine Summe abbuchen, streichen, schriftlich absagen’ (15. Jh.), ‘ein Schreibgerät abnutzen’ (17. Jh.), mhd. abeschrīben. Abschrift f. ‘Kopie’, mhd. abeschrift. anschreiben Vb. ‘sichtbar aufschreiben’, mhd. aneschrīben; dann auch ‘(eine Geldsumme) zu späterer Bezahlung notieren, Waren auf Kredit geben’ (15. Jh.), daher gut oder schlecht angeschrieben sein ‘einen guten oder schlechten Ruf haben’ (17. Jh.); heute auch ‘an jmdn. schreiben’ (20. Jh.), möglicherweise Neubildung zu Anschreiben n. ‘Brief’ (16. Jh.). Anschrift f. ‘Briefaufschrift’ (17. Jh., Zesen). ausschreiben Vb. ‘herausschreiben, (eine vakante Stelle u. dgl.) bekanntgeben, nicht abkürzen’, mhd. ūʒschrīben ‘herausschreiben, bekanntmachen’. beschreiben Vb. ‘mit Worten schildern, darstellen, mit Schriftzeichen bedecken’, mhd. beschrīben ‘schreiben, aufzeichnen, schildern, schriftlich auffordern zu kommen’; Beschreibung f. ‘Schilderung’, mhd. beschrībunge. einschreiben Vb. ‘schriftlich eintragen’ (15. Jh.); Einschreiben n. seit 1875 für Rekommandation ‘eine durch Aushändigung einer Empfangsbestätigung besonders registrierte Postsendung’, eigentlich ‘eine (zur sorgfältigen Beförderung) empfohlene Postsendung’. verschreiben Vb. ‘verordnen, beim Schreiben versehentlich Fehler machen’ (17. Jh.), sich jmdm., einer Sache verschreiben ‘verpflichten, übergeben’ (18. Jh.), mhd. verschrīben ‘(auf)schreiben, verzeichnen, schriftlich festsetzen, beschreiben, schriftlich mitteilen, zuerkennen’. vorschreiben Vb. ‘als Muster schreiben, Anweisung erteilen’ (16. Jh.), älter ‘vor etw. schreiben’, ahd. furiscrīban ‘an den Anfang schreiben’ (11. Jh.), mhd. vorschrīben. Vorschrift f. ‘Muster zum Nachschreiben’ (17. Jh.), ‘Anweisung für Verhalten und Tun’ (18. Jh.); vgl. ahd. forascrift ‘Vorangeschriebenes, Überschrift, Titel’ (um 1000). zuschreiben Vb. ‘jmdn. für den Urheber von etw. halten, erklären, etw. auf jmdn. zurückführen, ihn mit etw. in Verbindung bringen’ (16. Jh.), ahd. zuoscrīban ‘schriftlich hinzu-, anfügen’ (10. Jh.), spätmhd. zuoschrīben ‘schriftlich zusichern, melden’. Zuschrift f. ‘Hinzugeschriebenes’ (16. Jh.), ‘eine Art Vorwort an den Leser eines Buches’ (17. Jh.), ‘Brief’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Protokoll schreiben · abfassen · aufschreiben · ausstellen (amtliches Dokument) · dokumentieren · notieren · protokollieren · texten · textlich erfassen · verfassen · zu Protokoll bringen  ●  schreiben  Hauptform · zu Papier bringen  auch figurativ · aufs Papier bringen  ugs., auch figurativ
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(auf einer Tastatur) schreiben · eingeben · tippen  ●  hacken  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) schreiben · brieflich verkehren mit · in brieflichem Kontakt stehen (mit) · korrespondieren

Typische Verbindungen zu ›schreiben‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schreiben‹.

Verwendungsbeispiele für ›schreiben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Unangenehm wird es aber immer, wenn jemand dortselbst anfängt, mit selbst geschriebenen Büchern zu werfen. [Die Zeit, 11.11.2013, Nr. 45]
Selbst seine von ihm geschriebenen Bücher hat er oft nicht parat gehabt. [Die Zeit, 21.03.2013, Nr. 11]
Wenn meine Mutter nicht trotz allem immer zu mir gehalten hätte, würde ich diesen Brief nicht geschrieben haben. [Hasselbach, Ingo u. Bonengel, Winfried: Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1993], S. 126]
Wenn der Brief beim Durchlesen nicht gefällt, muß man ihn – leider – nochmals schreiben. [Giesder, Gabriele: Gutes Benehmen, Düsseldorf: Econ-Taschenbuch-Verl. 1991 [1986], S. 223]
Wer viel liest, kommt leicht auf die Idee, selber zu schreiben. [Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 437]
Zitationshilfe
„schreiben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schreiben>.

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