Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schriftlich

Grammatik Adjektiv · ohne Steigerung
Aussprache 
Worttrennung schrift-lich
Wortbildung  mit ›schriftlich‹ als Erstglied: Schriftlichkeit
eWDG

Bedeutung

in geschriebener Form
in gegensätzlicher Bedeutung zu mündlich
Beispiele:
schriftliche Arbeiten, Hausaufgaben, Prüfungen
schriftliche Anweisungen geben, erteilen
einer schriftlichen Aufforderung nachkommen
für die Untersuchung benötigten sie schriftliche Unterlagen
einen schriftlichen Antrag einreichen
jmdm. einen schriftlichen Auftrag erteilen
eine schriftliche Eingabe machen
der Außenminister gab eine schriftliche Erklärung ab
etw. schriftlich mitteilen, erledigen, abmachen, niederlegen
eine Frage schriftlich beantworten
würden Sie mir das bitte schriftlich geben? (= bescheinigen?)
etw. Schriftliches (= Geschriebenes) besitzen
durch Schrift festgehalten
Beispiele:
die schriftliche Überlieferung alter Sagen, Bräuche, Sitten
schriftliche Quellen, Belege
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlichdas kann ich dir schriftlich geben, kannst du schriftlich haben (= ich kann dir versichern, dass meine Behauptung stimmt)
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schrift · schriftlich · Schrifttum · Schriftgießer · Schriftsetzer · Schriftsprache · Schriftsteller
Schrift f. ‘System graphischer Zeichen zur lesbaren Darstellung von Gesprochenem, geschriebener oder gedruckter Text’, ahd. scrift ‘Schrift, Zeichen, Buchstabe, Aufzeichnung, geschriebenes Gesetz’ (8. Jh.), mhd. schrift ‘Geschriebenes, Schrift, Inschrift, Schriftwerk, schriftliche Quelle (besonders die Bibel), Schreibkunst’, mnd. schrift ‘das Schreiben, das Geschriebene’, mnl. scrift, scricht ‘das Geschriebene, Bibel’, nl. schrift, aengl. scrift ‘Strafe, Buße, Beichte’, engl. (älter) shrift ‘Buße, Beichte’ sind Abstraktbildungen mit t-Suffix zu dem unter schreiben (s. d.) behandelten Verb (wie Gift zu geben), stehen aber zugleich unter dem Einfluß von lat. scrīptum n. ‘Schrift, das Geschriebene, Auftrag, Anweisung’, so daß germ. Bildungsweise und Lehnwortbeziehungen einander entgegenkommen. – schriftlich Adj. ‘niedergeschrieben, nicht mündlich’, mhd. schriftlich. Schrifttum n. ‘Gesamtheit der schriftlichen Überlieferung, Literatur’ (19. Jh.). Schriftgießer m. ‘wer für den Buchdruck Metallettern gießt’ (16. Jh.). Schriftsetzer m. ‘wer die für den Druck vorgesehenen Texte aus einzelnen Metallbuchstaben und -zeichen zusammensetzt’ (17. Jh.). Schriftsprache f. ‘schriftliche Form einer (National)sprache’, im 18. Jh. als Gegenwort zu Mundart gebildet. Schriftsteller m. ‘wer für andere Rechts- und Bittschriften aufsetzt’ (16. Jh.), Zusammenbildung aus eine Schrift stellen (16. Jh.), dann ‘Verfasser literarischer Werke’ (2. Hälfte 17. Jh.), für älteres Skribent oder Autor.

Thesaurus

Synonymgruppe
(auf Papier) gedruckt · auf Papier · ausgedruckt · in Papierform · in Schriftform · in nicht-elektronischer Form · in schriftlicher Form · schriftlich  ●  schwarz auf weiß  ugs.

Typische Verbindungen zu ›schriftlich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schriftlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›schriftlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In den meisten Fällen wirst du zu einem solchen Essen schriftlich einladen. [Franken, Konstanze von [d.i. Stoekl, Helene]: Handbuch des guten Tones, Berlin: Hesse 1936, S. 137]
In deinem Buch wirst du es ihr nun auch schriftlich beweisen. [Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 67]
Als die lateinische Sprache ausgestorben war, hatten die diese Sprache sprechenden Völker in der schriftlichen Übertragung die Struktur ihrer Sprache fixiert. [Klix, Friedhart: Information und Verhalten, Berlin: Deutscher Verl. der Wissenschaften 1971, S. 73]
Nur durch ihn verwandeln sich die schriftlichen Zeichen zurück in Sinn. [Gadamer, Hans-Georg: Wahrheit und Methode, Tübingen: Mohr 1960, S. 356]
Zuerst krachte es zwischen den beiden nur von Zeit zu Zeit, später sollen sie bloß noch schriftlich miteinander verkehrt haben. [Die Zeit, 25.03.1999, Nr. 13]
Zitationshilfe
„schriftlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schriftlich>.

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