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schroff

Grammatik Adjektiv
Aussprache  [ʃʀɔf]
Wortbildung  mit ›schroff‹ als Erstglied: Schroffheit
eWDG

Bedeutungen

1.
steil aufragend oder jäh abfallend
Beispiele:
schroffe Felsen
der Gipfel ragte schroff in die Höhe
schroff und unvermittelt erhebt sich das Hochland
der Rand des Hochplateaus fällt schroff ab
2.
unfreundlich, barsch
Beispiele:
etw. schroff ablehnen, abwehren
schroff abgewiesen werden
jmdn. schroff behandeln
er sprach hart, beinahe schroff
sie unterbrach ihn schroff
seine Erwiderung wirkte schroff und ungeduldig
er fragte in einem schroffen Ton
eine schroffe Ablehnung, Weigerung
sein schroffes Auftreten stieß viele ab
ihre schroffe Art enttäuschte ihn
3.
plötzlich, abrupt
Beispiele:
sie erhob sich schroff, trat schroff an den Tisch
er wandte sich schroff um
ein schroffer Temperaturwechsel
Ich denke … über Ninas so schroff wechselndes Verhalten nach [ RinserMitte171]
krass
Beispiele:
ein schroffer Gegensatz, Unterschied, Kontrast
Wie ein guter Dichter, liebt die Natur keine schroffen Übergänge [ HeineHarzreise3,25]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schroffen · Schroffe · schroff · Schroffheit
Schroffen m. Schroffe f. obd. ‘Felsklippe, zerklüfteter Fels, Steinwand’, mhd. schroffe, schrove m. ‘rauher, zerklüfteter Fels, Felsklippe, -wand’, verwandt mit mhd. schraf m. ‘Felskopf, zerklüfteter Fels, Steingerölle’ sowie mhd. schruffen ‘spalten’, ahd. giscrefōn ‘einschneiden’ (9. Jh.), aengl. scræf ‘Höhle’. Die Wortgruppe läßt sich wie Scherbe (s. d.) und die dort verzeichneten Wortformen an die Labialerweiterung ie. *(s)kerp-, *(s)krep- und damit an die Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘schneiden’ (s. scheren1) anschließen. Dazu schroff Adj. ‘zerklüftet, steil aufsteigend oder abfallend’, eine Rückbildung (um 1500) aus dem Substantiv. Übertragener Gebrauch ‘rauh, abweisend, unfreundlich’ setzt im 17. Jh. ein. Schroffheit f. (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
abweisend · barsch · brüsk · derb · flegelhaft · forsch · grob · grobklotzig · grobschlächtig · gröblich · kurz angebunden · rau · raubeinig · rauborstig · ruppig · rüde · rüpelhaft · schroff · uncharmant · unflätig · unfreundlich · ungalant · ungehobelt · ungeschliffen · unhöflich · unsanft · unwirsch · unzivilisiert · wenig galant · wirsch  ●  nicht (gerade) die feine englische Art  fig. · bärbeißig  geh., fig. · hantig  ugs., bayr. · harsch  geh. · hau-drauf-mäßig  ugs. · in Wildwest-Manier  ugs. · nassforsch  geh. · pampig  ugs. · raubauzig  ugs. · rotzig  ugs. · rustikal  ugs., scherzhaft-ironisch · wie die Axt im Walde  ugs.
Antonyme
Synonymgruppe
ohne Feingefühl · ruppig · schroff · taktlos · undiplomatisch · unsensibel  ●  (wie) ein Elefant im Porzellanladen  fig.
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen zu ›schroff‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schroff‹.

Verwendungsbeispiele für ›schroff‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Weil ich nicht will ", sagte sie nun ebenfalls schroff, ebenfalls entschlossen zu verschweigen. [Reimann, Brigitte: Franziska Linkerhand, Berlin: Neues Leben 1974, S. 620]
Er sagt etwas, das wie ein Bellen klingt, rauh, schroff. [Knef, Hildegard: Der geschenkte Gaul, Berlin: Ullstein 1999 [1970], S. 414]
Nicht immer ist der Ton so schroff, doch die Methoden ähneln sich. [Der Spiegel, 28.08.1989]
In der Öffentlichkeit sonst eher linkisch, von seinem Naturell her muffelig bis schroff, sieht man ihn inzwischen sogar lächeln. [Die Zeit, 02.12.2013, Nr. 48]
Das wollte er doch viel vorsichtiger ausdrücken, nicht so schroff, so hart. [Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 83]
Zitationshilfe
„schroff“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schroff>.

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