schrullig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung schrul-lig
Wortbildung  mit ›schrullig‹ als Erstglied: ↗Schrulligkeit
eWDG

Bedeutung

voller Schrullen, schrullenhaft
Beispiele:
ein griesgrämiger, schrulliger Mensch
sie hätte Lust gehabt, diesen schrulligen Querkopf vor die Tür zu setzen
schrullige Lebensweisheiten
eine schrullige Geschichte
sie war manchmal etwas schrullig
das einsame Leben machte ihn melancholisch und schrullig
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schrulle · schrullig
Schrulle f. ‘wunderlicher Einfall, Laune, Marotte, merkwürdiges Verhalten’, ein nd. Wort, das im 18. Jh. in die Literatursprache eingeht und dort im 19. Jh. geläufig wird. Mnd. schrul, schrol m. n. ‘Groll, Verstimmung, Raserei, Verrücktheit’, nd. Schrull m. ‘toller Einfall’ steht wie nl. schrollen ‘schmälen, schimpfen’ (17. Jh.) und schwed. (mundartlich) skrolla ‘schelten’ lautmalend im Ablaut zu ↗schrill (s. d.). schrullig Adj. ‘wunderlich, launisch’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
absonderlich · ↗eigenartig · ↗kauzig · ↗merkwürdig · ↗schrullenhaft · schrullig · ↗schräg · ↗seltsam · ↗skurril · ↗sonderbar · ↗speziell · ↗spinnert · ↗spleenig · ↗ungewöhnlich · ↗urig · ↗verschroben · wie man ihn nicht alle Tage trifft · ↗wunderlich · ↗überspannt  ●  ↗abgedreht  ugs. · strange  ugs., engl.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›schrullig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schrullig‹.

Verwendungsbeispiele für ›schrullig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er lässt sich von den Bewohnern eines schrulligen russischen Dorfs inspirieren.
Süddeutsche Zeitung, 07.07.2004
Ein schrulliger Maler gibt ihm den Rat, im Wald zu suchen.
Die Zeit, 08.06.1979, Nr. 24
Nur seinen Nichten zuliebe hatte er es so lange in dem kleinen Nest und bei seinem schrulligen Schwager ausgehalten.
Duncker, Dora: Großstadt. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1900], S. 15089
Raimund war guter Laune, er zeigte, schrulliger Onkel, Dunkelkammer und Kameras, er fotografierte seine neue Gehilfin.
Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 57
Das bürgerliche Bedürfnis nach einem freundlich sympathischen Wirklichkeitsspiegel findet in der schrulligen Kleinstadtpoesie Spitzwegs mehr anschauliche Befriedigung als in den impressionistischen Skizzen einiger Einzelgänger.
Hofmann, Werner: Das irdische Paradies, München: Prestel 1991 [1960], S. 173
Zitationshilfe
„schrullig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schrullig>, abgerufen am 18.05.2021.

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