schrullig
GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungschrul-lig (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schrullig‹ als Erstglied: ↗Schrulligkeit
eWDG, 1976

Bedeutung

voller Schrullen, schrullenhaft
Beispiele:
ein griesgrämiger, schrulliger Mensch
sie hätte Lust gehabt, diesen schrulligen Querkopf vor die Tür zu setzen
schrullige Lebensweisheiten
eine schrullige Geschichte
sie war manchmal etwas schrullig
das einsame Leben machte ihn melancholisch und schrullig
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schrulle · schrullig
Schrulle f. ‘wunderlicher Einfall, Laune, Marotte, merkwürdiges Verhalten’, ein nd. Wort, das im 18. Jh. in die Literatursprache eingeht und dort im 19. Jh. geläufig wird. Mnd. schrul, schrol m. n. ‘Groll, Verstimmung, Raserei, Verrücktheit’, nd. Schrull m. ‘toller Einfall’ steht wie nl. schrollen ‘schmälen, schimpfen’ (17. Jh.) und schwed. (mundartlich) skrolla ‘schelten’ lautmalend im Ablaut zu ↗schrill (s. d.). schrullig Adj. ‘wunderlich, launisch’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
absonderlich · ↗eigenartig · ↗kauzig · ↗merkwürdig · ↗schrullenhaft · schrullig · ↗schräg · ↗skurril · ↗sonderbar · ↗speziell · ↗spinnert · ↗spleenig · ↗ungewöhnlich · ↗verschroben · wie man ihn nicht alle Tage trifft · ↗wunderlich · ↗überspannt  ●  ↗abgedreht  ugs.
Assoziationen
  • aberwitzig · ↗absurd · befremdend · ↗befremdlich · ↗bizarr · ↗eigenartig · ↗eigentümlich · ↗eigenwillig · ↗grotesk · ↗komisch · ↗kurios · ↗lächerlich · ↗merkwürdig · ↗schräg · ↗skurril · ↗sonderbar · ↗ungewöhnlich · ↗verquer  ●  ↗abgedreht  ugs. · ↗abstrus  geh. · fällt aus dem Rahmen  ugs.
  • (künstlich) aufgeregt · ↗dandyhaft · ↗exaltiert · ↗extravagant · ↗exzentrisch · ↗snobistisch · ↗überspannt  ●  ↗verstiegen  geh. · überdreht  ugs. · ↗überkandidelt  ugs.
  • leicht verrückt sein · mit jemandem ist kein vernünftiges Wort zu reden · nicht ganz bei Verstand sein · seine fünf Sinne nicht beieinander haben  ●  einen kleinen Mann im Ohr haben  fig., veraltend · ↗spinnen  Hauptform · (en) Pinn im Kopp haben  ugs., norddeutsch · (jemandem haben sie) ins Gehirn geschissen  derb · (jemandem) geht's wohl nicht gut  ugs. · (wohl) einen Sonnenstich haben  ugs., fig. · den Schuss nicht gehört haben  ugs., fig. · die Kappe kaputt haben  ugs. · eine Meise haben  ugs. · eine Schraube locker haben  ugs. · einen Dachschaden haben  ugs., fig. · einen Hammer haben  ugs. · einen Haschmich haben  ugs. · einen Hau weg haben  ugs. · einen Knacks weghaben  ugs. · einen Knall haben  ugs. · einen Piep haben  ugs. · einen Piepmatz haben  ugs., fig. · einen Schaden haben  ugs. · einen Schatten haben  ugs. · einen Schlag haben  ugs. · einen Schlag weg haben  ugs. · einen Sockenschuss haben  ugs. · einen Spleen haben  ugs. · einen Sprung in der Schüssel haben  ugs., fig. · einen Triller unterm Pony haben  ugs., scherzhaft · einen Vogel haben  ugs., fig. · einen an der Klatsche haben  ugs. · einen an der Mütze haben  ugs. · einen an der Waffel haben  ugs. · einen feuchten / nassen Hut aufhaben  ugs., fig. · einen weichen Keks haben  ugs. · gaga sein  ugs. · nicht alle Latten am Zaun haben  ugs., fig. · nicht alle Tassen im Schrank haben  ugs., fig. · nicht ganz bei Trost sein  ugs. · nicht ganz dicht sein  ugs. · nicht ganz frisch in der Birne (sein)  ugs. · nicht ganz richtig im Hinterstübchen sein  ugs. · nicht ganz richtig im Kopf sein  ugs. · nicht ganz sauber ticken  ugs. · nicht richtig ticken  ugs. · sie nicht alle haben  ugs. · verpeilt sein  ugs. · verstrahlt sein  derb · weiß nicht, was er daherredet  ugs.
  • (ausgefallener, besonderer) Mensch · ↗Freak · Mensch, wie man ihn nicht alle Tage trifft · ↗Sonderling · ↗Unikum · ↗Wunderling · bizarre Person · merkwürdiger Zeitgenosse · schrille Person · seltsamer Patron · skurriler Typ · sonderbarer Zeitgenosse · uriger Typ · verrückte Person  ●  ungewöhnlicher Mensch  Hauptform · ↗Kauz  ugs., fig. · ↗Original  ugs. · ↗Type  ugs. · ↗Urvieh  ugs. · ↗Vogel  ugs., fig. · bunter Vogel  ugs. · irrer Typ  ugs. · komischer Heiliger  ugs. · komischer Kauz  ugs. · komischer Vogel  ugs. · schrille Schraube  ugs., weibl. · schrille Type  ugs. · schräger Fürst  ugs., scherzhaft · schräger Typ  ugs. · schräger Vogel  ugs. · seltsame Type  ugs. · seltsamer Heiliger  ugs. · seltsamer Kauz  ugs. · verrücktes Huhn  ugs., weibl., fig.
  • Angewohnheit · ↗Caprice · ↗Eigenart · ↗Eigenheit · ↗Kaprice · ↗Marotte · ↗Schrulle · ↗Spleen · ↗Tick  ●  ↗Grille  veraltend · ↗Kaprize  österr. · Allüren  geh. · ↗Fimmel  ugs. · ↗Macke  ugs. · ↗Tic  geh.
  • Fieberträume · ↗Phantasterei (häufig Plur.) · blühender Unsinn · der reinen Phantasie entsprungen · wilde Phantasien
  • eigenwillig · unangepasst · ↗unbequem · ↗ungewohnt · ↗ungewöhnlich · ↗unkonventionell · ↗unorthodox · ↗unvertraut · ↗unüblich · wie man ihn nicht alle Tage trifft  ●  ↗kantig  fig. · mit Ecken und Kanten  fig. · ↗sperrig  fig.
  • (total) von der Rolle · (wohl) mit dem Klammerbeutel gepudert (worden) sein · ↗geistesgestört · ↗geisteskrank · geistig umnachtet · ↗psychotisch · unter Wahnvorstellungen leidend · ↗unzurechnungsfähig · ↗verrückt (geworden) · ↗wahnsinnig  ●  (ein) Ei am Wandern haben  derb, regional · (einen) Sprung in der Schüssel haben  ugs., fig. · ↗(total) durchgeknallt  ugs. · ballaballa  ugs. · ↗bekloppt  ugs. · durch den Wind  ugs. · durchgedreht  ugs. · einen Huscher haben  ugs. · ↗gaga  ugs. · ↗irre  ugs. · ↗irrsinnig  ugs. · ↗jeck  ugs., kölsch · narrisch  ugs., bair. · nasch  ugs., bair. · neben der Spur  ugs. · nicht (mehr) alle Tassen im Schrank haben  ugs., fig. · nicht ganz dicht  ugs. · von Sinnen  geh., veraltet, literarisch
  • extravagant · ↗verstiegen · ↗überspannt
  • leicht verrückt  ●  ↗abgedreht  ugs., Jargon · abgespaced  ugs. · abgespact  ugs., Jargon · ausgeflippt  ugs. · ↗crazy  ugs. · ↗flippig  ugs. · ↗irre  ugs. · narrisch  ugs., bair. · nasch  ugs., bair. · ↗schräg  ugs. · ↗spinnert  ugs. · ↗verdreht  ugs.
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alten Anekdoten Außenseiter Bewohner Briten Dame Eigenarten Einzelgänger Engländer Figuren Gelehrten Gestalten Humor Ideen Jungfer Kauz Kommissar Millionär Oma Onkel Original Professor Sonderlingen Tante Typen eher liebenswert skurrilen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schrullig‹.

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er lässt sich von den Bewohnern eines schrulligen russischen Dorfs inspirieren.
Süddeutsche Zeitung, 07.07.2004
Ein schrulliger Maler gibt ihm den Rat, im Wald zu suchen.
Die Zeit, 08.06.1979, Nr. 24
Nur seinen Nichten zuliebe hatte er es so lange in dem kleinen Nest und bei seinem schrulligen Schwager ausgehalten.
Duncker, Dora: Großstadt. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1900], S. 15089
Raimund war guter Laune, er zeigte, schrulliger Onkel, Dunkelkammer und Kameras, er fotografierte seine neue Gehilfin.
Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 57
Das bürgerliche Bedürfnis nach einem freundlich sympathischen Wirklichkeitsspiegel findet in der schrulligen Kleinstadtpoesie Spitzwegs mehr anschauliche Befriedigung als in den impressionistischen Skizzen einiger Einzelgänger.
Hofmann, Werner: Das irdische Paradies, München: Prestel 1991 [1960], S. 173
Zitationshilfe
„schrullig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schrullig>, abgerufen am 23.02.2018.

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