schuften

Grammatik Verb · schuftet, schuftete, hat geschuftet
Aussprache 
Worttrennung schuf-ten
Wortbildung  mit ›schuften‹ als Erstglied: Schufterei  ·  mit ›schuften‹ als Letztglied: abschuften
eWDG

Bedeutung

salopp hart, schwer arbeiten
Beispiele:
den ganzen Tag, von früh bis abends schuften
er hat sein Leben lang auf dem Bau, im Bergwerk geschuftet
sie schuftet für zwei (= arbeitet doppelt soviel wie andere)
sie schuften, was das Zeug hält (= was ihre Kräfte hergeben)
der Vater schuftet für seine Familie
die Kapitalisten lassen die Arbeiter für sich schuften
sich krank, zu Tode schuften
wie ein Pferd (= sehr) schuften
Ich verdiene Geld wie Heu, doch ich schufte auch wie zehn Elefanten [ DürrenmattPanne182]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schuften · Schufterei
schuften Vb. ‘viel und hart arbeiten’, ein nd. md. Verb, im 19. Jh. in die Literatursprache eingegangen. Anzuknüpfen ist an mnd. schoftīt, schochtīt ‘Arbeitszeit von drei Stunden oder einem Vierteltag, vierter Teil eines Arbeitstages’ und an in nd. Schuft ‘Arbeit, Zeit, in welcher eine Arbeit ununterbrochen und ohne Pause gemacht wird, vierter Teil des Tages, Teil des Arbeitstages von einer Mahlzeitpause zur anderen’ (18. Jh.), nl. schoft, schwed. (mundartlich, aus dem Nd. entlehnt) skoft ‘zusätzliche Arbeit in der Freizeit, Überstundenarbeit’ belegtes Substantiv mit t-Suffix. Es handelt sich um Bildungen, die (wie Schub, s. d.) zu dem unter schieben (s. d.) behandelten Verb gehören, so daß für schuften von einer Bedeutung ‘in einem Schub (ohne Unterbrechung) arbeiten’ auszugehen ist. Schufterei f. ‘harte, umfangreiche Arbeit’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) (mächtig) ins Geschirr legen · (sich) (mächtig) ins Zeug legen · arbeiten wie ein Pferd · bis zur Erschöpfung arbeiten · rackern · schwer arbeiten · viel arbeiten · werken  ●  (sich) in die Sielen legen  veraltet · hart arbeiten  Hauptform · (schwer) am Wirken sein  ugs., regional · (sich) abfretten  ugs., süddt. · (sich) fretten  ugs. · ackern  ugs. · ackern wie 'ne Hafendirne  ugs. · ackern wie ein Hafenkuli  ugs. · hackeln  ugs., österr. · keulen  ugs., ruhrdt., regional · malochen  ugs. · nicht kleckern, sondern klotzen  ugs. · plockern  ugs., regional · rabotten (regional, teilw. veraltet)  ugs. · ranklotzen  ugs. · reinhauen  ugs. · reinklotzen  ugs. · roboten  ugs. · rödeln  ugs. · schaffe, schaffe, Häusle baue  ugs., schwäbisch, Spruch · schuften  ugs. · schwer zugange sein  ugs., ruhrdt. · werkeln  ugs. · wullachen  ugs., ruhrdt. · wullacken  ugs., ruhrdt.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›schuften‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schuften‹.

Verwendungsbeispiele für ›schuften‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie gut ließe es sich doch in einer ordentlich verstaatlichten Produktion schuften! [o. A.: o. T. [Frankreich ...] In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1982]]
Das ganze Jahr über haben wir vier geschuftet für vierzig. [konkret, 1981]
Manchmal schuftet er am Bau, da sind über zwölf Euro drin. [Die Zeit, 22.08.2011, Nr. 34]
Sie schufteten täglich zehn Stunden für hundert Euro im Monat. [Die Zeit, 28.01.2008, Nr. 04]
Einerseits wolle keiner mehr für wenig Geld auf den Feldern schuften. [Die Zeit, 09.08.2006, Nr. 33]
Zitationshilfe
„schuften“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schuften>.

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