Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schuftig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung schuf-tig
Wortbildung  mit ›schuftig‹ als Erstglied: Schuftigkeit
eWDG

Bedeutung

abwertend ehrlos, gemein, schurkisch
Beispiele:
ein schuftiger Lump, Verräter
ein schuftiger Betrug
eine schuftige Gesinnung
sich schuftig benehmen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schuft · schuftig
Schuft m. ‘Schurke, ehrlose, gemeine Person’ (um 1800), ‘armseliger, häßlicher, heruntergekommener Mensch’ (18. Jh.), ‘verarmter Adliger’ (17. Jh.). Der Ausdruck ist nd. Herkunft, seine literatursprachliche Verwendung folgt dem jeweiligen nd. Gebrauch. Nd. Schuft, Schufft, Schofft gilt als Zusammenziehung von mnd. schūvūt, nd. Schuvuut ‘Uhu’, einer den Ruf des Tieres (als schieb aus gedeuteten) nachahmenden Bezeichnung. Der Name wird als Schimpfwort (Anfang 17. Jh.) auf den wie die Eule das Tageslicht scheuenden verarmten Edelmann und Raubritter übertragen. schuftig Adj. ‘wie ein Schuft, ehrlos, gemein’ (um 1800), nd. schuftig ‘armselig, zerlumpt, bettelhaft’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
arglistig · boshaft · bösartig · böse · fies · garstig · gehässig · gemein · hinterfotzig · hundsgemein · niederträchtig · perfid · perfide · ruchlos · schuftig · schurkisch · schäbig · schädlich · tückisch · verabscheuenswert · verabscheuungswürdig · verwerflich  ●  hundig  österr. · verrucht  veraltend · infam  geh. · mies  ugs. · schofel  ugs. · übel  ugs. · über Leichen gehend  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›schuftig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die österreichische Militärmonarchie, eines der schuftigsten Gebilde der Welt, malträtierte ihn nicht mehr. [Tucholsky, Kurt: Herr Schwejk. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1926]]
Im März 1848 gehen die Menschen "gegen den schuftigen Adel", wie ein Flugblatt agitiert, auf die Barrikaden. [Der Tagesspiegel, 03.01.2001]
Waechters Geschichte endet mit der verblüffend einfachen Moral von Volksmärchen: der schuftige König bezahlt sein bisheriges Parasitenleben durch harte Arbeit. [Die Zeit, 07.04.1978, Nr. 15]
Es ist richtig: Facebook ist ein schuftiges Unternehmen, das es seinen Kunden nicht einfach macht, den Überblick über seine Privatsphären‑Einstellungen zu behalten. [Die Zeit, 10.10.2011, Nr. 41]
Der schuftige Köhler Scharka, herrlich schwarz beschmiert mit weiß rollenden Augen, ein Bild von einem Schurken, brüllte wie ein Stier. [Die Zeit, 09.08.1956, Nr. 32]
Zitationshilfe
„schuftig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schuftig>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
schuften
schuddern
schuckeln
schubweise
schubsen
schuhlos
schuhplatteln
schuko-
schuld
schuldbefleckt