schunkeln

GrammatikVerb · schunkelte, hat/ist geschunkelt
Aussprache
Worttrennungschun-keln
Wortbildung mit ›schunkeln‹ als Erstglied: ↗Schunkellied · ↗Schunkelmusik · ↗Schunkelwalzer
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
aus Vergnügen mit untergehakten Armen im Rhythmus der Musik, bei fröhlichem Gesang
a)
mit Hilfsverb ›hat‹
sich hin- und herwiegen
Beispiele:
alt und jung schunkelte im Saal, hat beim Karneval geschunkelt
er hatte seine Nachbarin zum Schunkeln untergehakt
b)
mit Hilfsverb ›ist‹
sich wiegend vorwärtsbewegen
Beispiel:
wir hielten uns untergefaßt und schunkelten durch die Wirtshäuser und durch die Straßen [FühmannJudenauto48]
2.
sich hin- und herbewegen
a)
mit Hilfsverb ›hat‹
schaukeln
Beispiele:
die Kutsche, das Boot hat mächtig geschunkelt
Selbst sich überlassen, ein Kanu / Schunkelt leer im abendlichen Schilfe [WeinertZwischensp.36]
b)
mit Hilfsverb ›ist‹
sich schaukelnd vorwärtsbewegen
Beispiele:
die Kleinbahn schunkelte gemütlich übers Land, durch das Tal
so ist denn die gute, tote, junge Frau in wundervollen Bogen auf ihrem Schlitten bis in den Hafen von Lübbenau geschunkelt [WelkGrambauer473]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schunkeln Vb. ‘schaukeln, sich mit untergehakten Armen zu Musik wiegend bewegen’ (18. Jh.), abgeleitet von omd. nd. Schunkel ‘Schaukel’, eine durch Nasaleinschub erweiterte Form der unter ↗Schaukel (s. d.) behandelten Wortgruppe.

Thesaurus

Synonymgruppe
kippeln · ↗kippen · ↗rollen (Schiff) · ↗schaukeln · schunkeln · ↗schwanken · ↗schwenken · ↗stampfen (Schiff) · ↗wippen
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bierzelt Fan Jeck Karneval Karnevalist Kopfhörer Melodie Narr Reeperbahn Schlager Takt Tausend ausgelassen entgegen fröhlich grölen klatschen lachen mit mitgesingen mitschunkeln mitsingen schwenken selig singen tanzen trinken unterhaken warm zu

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schunkeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie fangen an zu schunkeln - für die Piloten ist das durchaus spürbar.
Die Zeit, 04.02.2013 (online)
Einige schunkeln mit, andere gehen heim, hinaus in den Regen.
Süddeutsche Zeitung, 06.05.2002
In und vor dem großen Saal wird zu Blasmusik geschunkelt.
Schröter, Heinz: Ich, der Rentnerkönig, Genf: Ariston 1985, S. 154
Das Presseschiff schunkelte an diesem Morgen bei leichter Brise dahin.
Koeppen, Wolfgang: Das Treibhaus. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1953], S. 383
Ich schaute sie grimmig durch die Glaswände an, und sie stellten sich innen noch grimmiger gegen die Wände und schunkelten in Kampfstellung.
Bücherl, Wolfgang: Das Haus der Gifte, Stuttgart: Franckh'sche Verlagshandlung 1963, S. 103
Zitationshilfe
„schunkeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schunkeln>, abgerufen am 20.03.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Schunkelmusik
Schunkellied
Schundware
Schundschwarte
Schundschmöker
Schunkelwalzer
Schupf
Schupfen
Schupfer
Schupflehen