Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schunkeln

Grammatik Verb · schunkelt, schunkelte, hat/ist geschunkelt
Aussprache 
Worttrennung schun-keln
Wortbildung  mit ›schunkeln‹ als Erstglied: Schunkellied · Schunkelmusik · Schunkelwalzer
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
aus Vergnügen mit untergehakten Armen im Rhythmus der Musik, bei fröhlichem Gesang
a)
sich hin- und herwiegen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
alt und jung schunkelte im Saal, hat beim Karneval geschunkelt
er hatte seine Nachbarin zum Schunkeln untergehakt
b)
sich wiegend vorwärtsbewegen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiel:
wir hielten uns untergefaßt und schunkelten durch die Wirtshäuser und durch die Straßen [ FühmannJudenauto48]
2.
sich hin- und herbewegen
a)
schaukeln
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
die Kutsche, das Boot hat mächtig geschunkelt
Selbst sich überlassen, ein Kanu / Schunkelt leer im abendlichen Schilfe [ WeinertZwischensp.36]
b)
sich schaukelnd vorwärtsbewegen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
die Kleinbahn schunkelte gemütlich übers Land, durch das Tal
so ist denn die gute, tote, junge Frau in wundervollen Bogen auf ihrem Schlitten bis in den Hafen von Lübbenau geschunkelt [ WelkGrambauer473]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schunkeln Vb. ‘schaukeln, sich mit untergehakten Armen zu Musik wiegend bewegen’ (18. Jh.), abgeleitet von omd. nd. Schunkel ‘Schaukel’, eine durch Nasaleinschub erweiterte Form der unter Schaukel (s. d.) behandelten Wortgruppe.

Thesaurus

Synonymgruppe
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›schunkeln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schunkeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›schunkeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie fangen an zu schunkeln – für die Piloten ist das durchaus spürbar. [Die Zeit, 04.02.2013 (online)]
Einige schunkeln mit, andere gehen heim, hinaus in den Regen. [Süddeutsche Zeitung, 06.05.2002]
Aber darf man als Reporter so mit den Stars schunkeln? [Bild, 03.07.2002]
Da passt um vier schon niemand mehr rein, auf den tausend Plätzen schunkelt das Volk wie wild. [Der Tagesspiegel, 25.02.2001]
Dann kommt Musik, und alle haken sich ein und schunkeln. [Die Zeit, 19.12.1957, Nr. 51]
Zitationshilfe
„schunkeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schunkeln>.

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