schustern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschus-tern
Wortbildung mit ›schustern‹ als Letztglied: ↗hinschustern · ↗zurechtschustern · ↗zusammenschustern · ↗zuschustern
 ·  mit ›schustern‹ als Grundform: ↗Schusterei
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
veraltend Schuhmacherarbeit verrichten
Beispiel:
Immer schustern, das ist nun mein Los; / des Nachts, des Tags, komm' nicht davon los [WagnerMeistersingerIII 4]
2.
abwertend pfuschen, stümpern
Beispiel:
er hat (bei dieser Arbeit) wieder einmal geschustert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schuster · schustern · zuschustern
Schuster m. ‘wer Schuhe herstellt oder ausbessert’, mhd. schuochsūtære, -sūter ‘Schuhnäher’, kontrahiert schuochster, schuoster, frühnhd. schūster (15. Jh.) ist eine Zusammensetzung von mhd. schuoch (s. ↗Schuh) mit dem nach Abschluß der zweiten Lautverschiebung aus lat. sūtor ‘Flickschuster’ (zu lat. suere ‘nähen’) entlehnten ahd. sūtāri, sūteri (11. Jh.), mhd. sūtære, sūter ‘Näher, Schneider, Schuster’ (noch bis Ende 14. Jh. üblich), aengl. sūtere ‘Schuster’, engl. (schott. und nordhumbr.) souter, (aus dem Aengl. oder Mnd. übernommen) anord. sūtari, aschwed. sūtare. Das verdeutlichende mhd. Kompositum setzt ‘Schuster’ gegen ‘Schneider’ ab. Eine einheimische germ. Bezeichnung liegt vor in mhd. schuochwürhte, -worhte, -würke, aengl. scōhwyrhta und in mhd. schuochmacher. Redensartlich auf Schusters Rappen (reiten) ‘zu Fuß (gehen)’ (17. Jh.), Schuster, bleib’ bei deinem Leisten ‘mische dich nicht in Dinge, von denen du nichts verstehst’. schustern Vb. ‘Schuhe herstellen oder ausbessern’ (17. Jh.), übertragen ‘zurechtflicken, pfuschen’ (19. Jh.). zuschustern Vb. ‘Geld zusetzen, zustecken, zukommen lassen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(wieder) herrichten · ↗ausbessern · ↗flicken · ↗kitten · ↗nachbessern · notdürftig reparieren · ↗zusammenbasteln  ●  ↗flickschustern  ugs. · schustern  ugs. · ↗zurechtmachen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(eine) Pfuscharbeit abliefern · nachlässig arbeiten · ↗pfuschen · unordentlich arbeiten  ●  ↗fuddeln  ugs. · ↗fudeln  ugs. · ↗hinrotzen  ugs. · ↗hinschmieren  ugs. · ↗hudeln  ugs. · ↗murksen  ugs. · rumfuckeln (an etwas)  ugs., ruhrdt. · ↗rummachen (an)  ugs. · ↗schlampen  ugs. · ↗schlampern  ugs. · ↗schludern  ugs. · schustern  ugs. · ↗stümpern  ugs. · ↗sudeln  ugs. · ↗vermasseln  ugs. · ↗versauen  vulg.
Assoziationen
  • schlecht geführtes Unternehmen  ●  ↗Saftladen  ugs., abwertend · Scheißladen (beleidigend)  derb

Typische Verbindungen
computergeneriert

flicken nähen zurechtschustern zusammenschustern zuschustern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schustern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jährlich schustert er 6500 Mark pro Gruppe von zwölf Kindern dazu.
Süddeutsche Zeitung, 20.12.2001
Auch an den heiligen Artikeln eins bis 20 darf geschustert werden.
Der Tagesspiegel, 04.03.2004
Man flickte und stickte wieder, schusterte und nähte Matratzen, knüpfte Netze und säugte Kinder, wie ehedem.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 359
Pantoffeln werden maßgerecht geschustert, Schmuck für Damen und Herren wird vor den Augen des Kunden augenblicklich getrieben, ziseliert oder geschmiedet.
Die Zeit, 03.03.1980, Nr. 09
Was passiert, wenn man aus mehreren Leichen einen neuen Körper schustert und einen Blitz hindurchjagt.
Die Welt, 06.05.1999
Zitationshilfe
„schustern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schustern>, abgerufen am 11.12.2019.

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