schwächen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschwä-chen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schwächen‹ als Erstglied: ↗Schwächung  ·  mit ›schwächen‹ als Letztglied: ↗abschwächen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
etw. schwächt jmdn., etw.etw. macht jmdn., etw. schwach, etw. mindert die Kraft, Widerstandskraft von jmdm., etw.
Beispiele:
die Krankheit hat ihn stark geschwächt
das Fieber, der Hunger schwächte seinen Körper
der lange Winter hat die Tiere des Waldes sehr geschwächt
ein geschwächter Körper, Organismus
seine geschwächte Gesundheit, Konstitution
die Mutter Johann Sebastian Bachs, geschwächt von vielen Geburten, [schloß] fünfzigjährig ihre Augen für immer [H. FranckJ. S. Bach48]
Wer aber kann einzig und allein daran interessiert sein, die Arbeiterklasse zu schwächen? [H. KantAula160]
2.
etw. (in seiner Wirkung, Funktionstüchtigkeit) mindern, herabsetzen
Beispiele:
die Langatmigkeit der Dialoge schwächte die Wirkung des Films
sein Ansehen, Prestige ist dadurch nicht geschwächt worden
die Sehkraft seines linken Auges war stark geschwächt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwach · Schwäche · Schwachheit · schwächen · schwächlich · Schwächling · Schwachkopf · Schwachmatikus · Schwachsinn · schwachsinnig
schwach Adj. ‘kraftlos, dünn, wenig gehaltvoll’, mhd. swach ‘schlecht, gering, unedel, niedrig, armselig, kraftlos’, mnd. swak, auch ‘biegsam’, mnl. swac ‘biegsam, gebrechlich’, nl. zwak läßt sich mit mnd. swāken, swēken ‘wackeln’, norw. (mundartlich) svaga ‘schwanken, schlenkern’, svagga ‘schwankend gehen’, anord. sveggja ‘hin und her schwingen’ zu der unter ↗schwingen (s. d.) angeführten Wortgruppe stellen, könnte also einer nasallosen Variante ie. *su̯eg-, *su̯ek- des dort angegebenen Ansatzes ie. *su̯eng-, *su̯enk- ‘biegen, drehend schwingen, schwenken’ folgen. Als Ausgangsbedeutung ergäbe sich ‘biegsam, schwankend’, die in ‘schlecht, kraftlos’ übergeht. Schwäche f. ‘Kraftlosigkeit’ (16. Jh.), abgeleitet vom Adjektiv; vgl. mhd. swache ‘Unehre, Schmach’, frühnhd. sweche ‘dünner Teil der Messerklinge’ (15. Jh.). Schwachheit f. ‘Kraftlosigkeit’, mhd. swachheit, swacheit ‘Geringheit, Unehre, Schmach, Kränklichkeit’. schwächen Vb. ‘schwach, hinfällig, kraftlos machen’, mhd. swechen ‘verächtlich machen, beschimpfen, erniedrigen’; vgl. auch mhd. swachen ‘schlecht, armselig sein, schlecht werden oder machen, verachten, tadeln, schänden’. schwächlich Adj. ‘von nicht kräftigem Körperbau, kraftlos’, mhd. swach-, swechlich ‘schlecht, gering, verachtet, kraftlos’. Schwächling m. ‘(körperlich und moralisch) kraft- und haltloser Mensch’ (Anfang 18. Jh.). Schwachkopf m. ‘dummer, einfältiger Kerl’ (um 1800). Schwachmatikus m. ‘Schwächling’ (1. Hälfte 19. Jh.), scherzhafte Latinisierung der Studentensprache (etwa nach Rheumatikus, Phlegmatikus). Schwachsinn m. ‘Mangel an Empfindung und Verstand’ (18. Jh.), dann auch ‘Unsinn, dummes Zeug’, medizinisch ‘Intelligenzmangel durch Unterentwicklung des Gehirns oder durch Gehirnschädigung’; schwachsinnig Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
abmildern · ↗abschwächen · ↗drosseln · ↗dämpfen · ↗mildern · ↗neutralisieren · schwächen
Synonymgruppe
schwächen · ↗zehren

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwehrkraft Autorität Binnennachfrage Finanzplatz Glaubwürdigkeit Grippe Immunabwehr Immunsystem Kampfkraft Kaufkraft Konjunktur Platzverweis Position Schlagkraft Stellung Verhandlungsposition Vertrauen Wettbewerbsfähigkeit Wettbewerbsposition Widerstandskraft Yen Zusammenhalt abschwächen empfindlich entscheidend nachhaltig spalten stärken untergraben weiter

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schwächen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir brauchen die klare Mehrheit, eine Koalition würde die Regierung schwächen.
Der Tagesspiegel, 06.06.1999
Auf diese Weise geschwächt reagieren sie empfindlicher auf andere Belastungen.
Süddeutsche Zeitung, 11.05.1994
Ich wollte es erst gar nicht darauf ankommen lassen, geschwächt zu werden.
Pilgrim, Volker Elis: Manifest für den freien Mann - Teil 1, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1983 [1977], S. 53
Man wartet hier immer auf etwas, nun, das schwächt doch schließlich.
Walser, Robert: Jakob von Gunten, Zürich: Suhrkamp 1973 [1909], S. 118
Die Mehrheit jedoch, wiewohl abermals vom Hunger geschwächt, bestand darauf, lieber ehrenvoll zu enden, als so kurz vor dem Ziel aufzugeben.
Wissen und Leben, 1959, Nr. 12
Zitationshilfe
„schwächen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schwächen>, abgerufen am 19.07.2019.

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