Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schwächen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung schwä-chen
Wortbildung  mit ›schwächen‹ als Erstglied: Schwächung  ·  mit ›schwächen‹ als Letztglied: abschwächen
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. schwächt jmdn., etw.etw. macht jmdn., etw. schwach, etw. mindert die Kraft, Widerstandskraft von jmdm., etw.
Beispiele:
die Krankheit hat ihn stark geschwächt
das Fieber, der Hunger schwächte seinen Körper
der lange Winter hat die Tiere des Waldes sehr geschwächt
ein geschwächter Körper, Organismus
seine geschwächte Gesundheit, Konstitution
die Mutter Johann Sebastian Bachs, geschwächt von vielen Geburten, [schloß] fünfzigjährig ihre Augen für immer [ H. FranckJ. S. Bach48]
Wer aber kann einzig und allein daran interessiert sein, die Arbeiterklasse zu schwächen? [ H. KantAula160]
2.
etw. (in seiner Wirkung, Funktionstüchtigkeit) mindern, herabsetzen
Beispiele:
die Langatmigkeit der Dialoge schwächte die Wirkung des Films
sein Ansehen, Prestige ist dadurch nicht geschwächt worden
die Sehkraft seines linken Auges war stark geschwächt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwach · Schwäche · Schwachheit · schwächen · schwächlich · Schwächling · Schwachkopf · Schwachmatikus · Schwachsinn · schwachsinnig
schwach Adj. ‘kraftlos, dünn, wenig gehaltvoll’, mhd. swach ‘schlecht, gering, unedel, niedrig, armselig, kraftlos’, mnd. swak, auch ‘biegsam’, mnl. swac ‘biegsam, gebrechlich’, nl. zwak läßt sich mit mnd. swāken, swēken ‘wackeln’, norw. (mundartlich) svaga ‘schwanken, schlenkern’, svagga ‘schwankend gehen’, anord. sveggja ‘hin und her schwingen’ zu der unter schwingen (s. d.) angeführten Wortgruppe stellen, könnte also einer nasallosen Variante ie. *su̯eg-, *su̯ek- des dort angegebenen Ansatzes ie. *su̯eng-, *su̯enk- ‘biegen, drehend schwingen, schwenken’ folgen. Als Ausgangsbedeutung ergäbe sich ‘biegsam, schwankend’, die in ‘schlecht, kraftlos’ übergeht. – Schwäche f. ‘Kraftlosigkeit’ (16. Jh.), abgeleitet vom Adjektiv; vgl. mhd. swache ‘Unehre, Schmach’, frühnhd. sweche ‘dünner Teil der Messerklinge’ (15. Jh.). Schwachheit f. ‘Kraftlosigkeit’, mhd. swachheit, swacheit ‘Geringheit, Unehre, Schmach, Kränklichkeit’. schwächen Vb. ‘schwach, hinfällig, kraftlos machen’, mhd. swechen ‘verächtlich machen, beschimpfen, erniedrigen’; vgl. auch mhd. swachen ‘schlecht, armselig sein, schlecht werden oder machen, verachten, tadeln, schänden’. schwächlich Adj. ‘von nicht kräftigem Körperbau, kraftlos’, mhd. swach-, swechlich ‘schlecht, gering, verachtet, kraftlos’. Schwächling m. ‘(körperlich und moralisch) kraft- und haltloser Mensch’ (Anfang 18. Jh.). Schwachkopf m. ‘dummer, einfältiger Kerl’ (um 1800). Schwachmatikus m. ‘Schwächling’ (1. Hälfte 19. Jh.), scherzhafte Latinisierung der Studentensprache (etwa nach Rheumatikus, Phlegmatikus). Schwachsinn m. ‘Mangel an Empfindung und Verstand’ (18. Jh.), dann auch ‘Unsinn, dummes Zeug’, medizinisch ‘Intelligenzmangel durch Unterentwicklung des Gehirns oder durch Gehirnschädigung’; schwachsinnig Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(an etwas) zehren · anfällig machen · angreifbar machen · angreifen · schwächen  ●  beeinträchtigen  Hauptform

Typische Verbindungen zu ›schwächen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schwächen‹.

Verwendungsbeispiele für ›schwächen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich wollte es erst gar nicht darauf ankommen lassen, geschwächt zu werden. [Pilgrim, Volker Elis: Manifest für den freien Mann – Teil 1, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1983 [1977], S. 53]
Man wartet hier immer auf etwas, nun, das schwächt doch schließlich. [Walser, Robert: Jakob von Gunten, Zürich: Suhrkamp 1973 [1909], S. 118]
So schwächte der Prozeß die Position der Konservativen auf dem politischen Felde. [Der Tagesspiegel, 27.08.1957]
Wer sich in der Freiheit, seine Mittel zu wählen, beschränkt, schwächt dadurch sich selber. [o. A.: Glossen. In: Die Neue Gesellschaft, 21.08.1907, S. 247]
Bisweilen vermag es ein paar Signale zu schwächen, aber die Verbindung bleibt aufrecht. [C’t, 1994, Nr. 9]
Zitationshilfe
„schwächen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schw%C3%A4chen>.

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