schwächlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungschwäch-lich (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schwächlich‹ als Erstglied: ↗Schwächlichkeit
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
körperlich schwach
Beispiele:
ein schwächliches Kind
mein schwächlicher Magen kann das nicht vertragen
er macht einen schwächlichen Eindruck
2.
charakterlich, willensmäßig schwach
Beispiel:
ganz besonders erliegen schwächliche Naturen der Versuchung, etwas zu tun, was nach außen hin wie Kraft, wie Mut und Entschlossenheit wirkt [St. ZweigUngeduld314]
3.
inhaltlich schwach, dürftig
Beispiele:
wir sahen den bekannten Schauspieler in einem recht schwächlichen Stück
daß der Alte eine überaus lässige, schwächliche Politik trieb [Feuchtw.Füchse110]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwach · Schwäche · Schwachheit · schwächen · schwächlich · Schwächling · Schwachkopf · Schwachmatikus · Schwachsinn · schwachsinnig
schwach Adj. ‘kraftlos, dünn, wenig gehaltvoll’, mhd. swach ‘schlecht, gering, unedel, niedrig, armselig, kraftlos’, mnd. swak, auch ‘biegsam’, mnl. swac ‘biegsam, gebrechlich’, nl. zwak läßt sich mit mnd. swāken, swēken ‘wackeln’, norw. (mundartlich) svaga ‘schwanken, schlenkern’, svagga ‘schwankend gehen’, anord. sveggja ‘hin und her schwingen’ zu der unter ↗schwingen (s. d.) angeführten Wortgruppe stellen, könnte also einer nasallosen Variante ie. *su̯eg-, *su̯ek- des dort angegebenen Ansatzes ie. *su̯eng-, *su̯enk- ‘biegen, drehend schwingen, schwenken’ folgen. Als Ausgangsbedeutung ergäbe sich ‘biegsam, schwankend’, die in ‘schlecht, kraftlos’ übergeht. Schwäche f. ‘Kraftlosigkeit’ (16. Jh.), abgeleitet vom Adjektiv; vgl. mhd. swache ‘Unehre, Schmach’, frühnhd. sweche ‘dünner Teil der Messerklinge’ (15. Jh.). Schwachheit f. ‘Kraftlosigkeit’, mhd. swachheit, swacheit ‘Geringheit, Unehre, Schmach, Kränklichkeit’. schwächen Vb. ‘schwach, hinfällig, kraftlos machen’, mhd. swechen ‘verächtlich machen, beschimpfen, erniedrigen’; vgl. auch mhd. swachen ‘schlecht, armselig sein, schlecht werden oder machen, verachten, tadeln, schänden’. schwächlich Adj. ‘von nicht kräftigem Körperbau, kraftlos’, mhd. swach-, swechlich ‘schlecht, gering, verachtet, kraftlos’. Schwächling m. ‘(körperlich und moralisch) kraft- und haltloser Mensch’ (Anfang 18. Jh.). Schwachkopf m. ‘dummer, einfältiger Kerl’ (um 1800). Schwachmatikus m. ‘Schwächling’ (1. Hälfte 19. Jh.), scherzhafte Latinisierung der Studentensprache (etwa nach Rheumatikus, Phlegmatikus). Schwachsinn m. ‘Mangel an Empfindung und Verstand’ (18. Jh.), dann auch ‘Unsinn, dummes Zeug’, medizinisch ‘Intelligenzmangel durch Unterentwicklung des Gehirns oder durch Gehirnschädigung’; schwachsinnig Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
brüchig · ↗gebrechlich · ↗hinfällig · ↗kraftlos · ↗kränklich · ↗labil · ↗mürbe · ↗schlapp · ↗schwach · schwächlich
Assoziationen
Synonymgruppe
anfällig · kränkelnd · ↗kränklich · ↗labil · schwächlich
Assoziationen
  • angeschlagen · nicht standfest · ↗taumelig · wackelig auf den Beinen · wacklig auf den Beinen  ●  angezählt  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bursch Gebilde Gesundheit Greis Haltung Individuum Junge Jüngling Kerl Knabe Konjunktur Konstitution Leutchen Männchen Nachgeben Nachkomme Pflanze Sentimentalität Statur blutarm eher feig krank kränklich nervös ohnehin schwankend unentschlossen wirkend zart

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schwächlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sein Vater befand ihn als zu schwächlich für das Meer.
Die Zeit, 16.04.2008, Nr. 17
Auch für den britischen Premier ist die schwächliche deutsche Regierung einfach perfekt.
Die Welt, 14.12.2002
Lamm war nämlich sehr ungeschickt in allen körperlichen Dingen, dazu schwächlich.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 0
Täglich 1 frisches Ei in abwechselnder Form gereicht, erhöht bei schwächlichen Kindern den Nährwert.
Cornelius, Liete: So bleibt ihr gesund von der Wiege bis zum Grabe!, Berlin: Möller 1902 [1902], S. 5
Daß er erkältet wirkte und auf eine gewisse schwächliche und unförderliche Art hustete, fiel nicht auf.
Mann, Thomas: Der Zauberberg, Gütersloh: Bertelsmann 1998 [1924], S. 475
Zitationshilfe
„schwächlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schwächlich>, abgerufen am 18.08.2019.

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