schwabbeln

GrammatikVerb
Worttrennungschwab-beln
Wortbildung mit ›schwabbeln‹ als Erstglied: ↗Schwabbelbauch · ↗schwabbelig · ↗schwabblig
 ·  mit ›schwabbeln‹ als Grundform: ↗Geschwabbel · ↗Schwabbelei
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich sich bei Erschütterung zitternd hin und her bewegen
besonders von einer weichen, gallertartigen Masse
Beispiele:
der Pudding ist noch nicht abgekühlt, er schwabbelt noch
die Sülze schwabbelte, als sie aufgetragen wurde
salopp, abwertend auch von Personen
Beispiel:
[Juan] klopft der dicken Wirtin auf den Rücken, daß sie schwabbelnd lacht, und dabei schwabbelt ihr unförmiger Bauch […] schwabbelt ihr ganz feistes pockennarbiges, verderbtes Gesicht [E. ClaudiusGrüne Oliven150]
2.
salopp, abwertend unnötig viel reden, schwatzen
Beispiele:
er hat wieder solchen Unsinn geschwabbelt
Sie kennen ihn ja – er schwabbelt so viel und läßt einen nicht in Ruhe [TucholskyGripsholm78]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwapp · schwipp1 · schwip(p)s · Schwapp · schwappen · schwappeln · schwabbeln · schwabb(e)lig · schwappern · schwabbern · schweppern
schwapp Interjektion lautnachahmend für ein kurzes, klatschendes Geräusch, besonders für plötzliches Überlaufen von Flüssigkeiten, seit dem 16. Jh. bezeugt, aber wohl älter. Ablautend schwipp1, verstärkt schwip(p)s Vielfach auch schwab(b), schwaps sowie mit Sekundärablaut in der Folge schwipp-schwapp (-schwupp). Substantiviert Schwapp m. ‘Klatsch, Schlag, Wasserguß, Menge überlaufender Flüssigkeit’ (17. Jh.). schwappen Vb. ‘platschend, klatschend an- oder aufschlagen, überfließen’ von Flüssigkeiten, auch ‘schwanken, schlottern’ von unfesten, schwammigen, weichen Massen (16. Jh.). Dazu die (wenig früher bezeugte) Weiterbildung schwappeln Vb. ‘plätschernd an oder über den Rand schlagen’, (von weichen Massen) ‘wackeln, zittern, sich hin und her bewegen’ (Ende 15. Jh.); daneben aus dem Nd. stammendes gleichbed. schwabbeln Vb. auch ‘viel und schnell daherreden’, im 17. Jh. in die Literatursprache aufgenommen. schwabb(e)lig Adj. ‘sich wackelnd bewegend, weich und dick’ (19. Jh.), früher bezeugt schwappelicht (17. Jh.). Iterativ schwappern, schwabbern, md. schweppern Vb. ‘überschwanken, Flüssigkeiten über den Rand gießen, überlaufen lassen, verschütten’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
beben · schwabbeln · wabbeln · ↗wackeln · ↗zittern

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das schwätzt und kichert, kreischt und juchzt, schwabbelt und wabbelt.
Der Spiegel, 14.10.1985
So schwabbelt mein Konsul auch immer, wenn er was nicht sagen will.
Tucholsky, Kurt: Schloß Gripsholm. In: ders., Werke und Briefe, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1931], S. 3029
Der wackelte und schwabbelte beim Laufen auf eine Art und Weise, die Gretchen unangenehm war.
Nöstlinger, Christine: Gretchen Sackmeier, Hamburg: Oetinger 1988 [1981], S. 12
Egal, wie viel du trinkst - dir wird nie ein Bierbauch über die Gürtelschnalle schwabbeln.
Bild, 18.10.2001
In der Schüssel schwabbelt das Wasser bei der Ruckbewegung beinahe über die Ränder.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 276
Zitationshilfe
„schwabbeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schwabbeln>, abgerufen am 19.10.2019.

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