Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schwafeln

Grammatik Verb · schwafelt, schwafelte, hat geschwafelt
Aussprache  [ˈʃvaːfl̩n]
Worttrennung schwa-feln
Wortbildung  mit ›schwafeln‹ als Letztglied: Geschwafel  ·  mit ›schwafeln‹ als Grundform: Schwafelei
eWDG

Bedeutung

salopp, abwertend unsinnig, töricht und ohne Sachkenntnis über etw. ausführlich und eintönig reden
Beispiele:
was schwafelst du da?
er hat wieder sinnloses Zeug geschwafelt
es wurde viel darüber geschwafelt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwafeln Vb. ‘viel und gedankenlos, verworren oder unnütz reden’ (19. Jh.) ist wohl wie schwabbeln (s. d.) und ähnliche Bildungen lautnachahmender Herkunft und wird aus omd. Mundarten in die Literatursprache aufgenommen, vgl. obsächs. schwāfeln, schwōfeln, schwūfeln ‘schwätzen’, thür. schwāweln ‘unverständlich reden’, mansfeld. ‘im Scherze lügen, aufschneiden’, vogtländ. Schwab f. ‘Mund’. Vielleicht hierher auch nd. sweeveln ‘blauen Dunst vormachen’, bair. schweibeln ‘auf schmeichlerische Art geschwätzig sein’?

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) auslassen · (sich) ergehen (in) · (sich) verbreiten (über) · daherplappern · plappern · quasseln · salbadern · schwadronieren · schwatzen · schwätzen  ●  daherreden  Hauptform · (herum)labern  ugs. · (herum)sülzen  ugs., abwertend · faseln  ugs., abwertend · groß herumtönen  ugs. · sabbeln  ugs. · schwafeln  ugs. · sülzen  ugs., abwertend
Oberbegriffe
  • (das) Wort ergreifen · (einen) Redebeitrag leisten · (seine / die) Stimme erheben · (sich) äußern · etwas sagen · etwas von sich geben · reden · sprechen  ●  (eine) Äußerung tätigen  Amtsdeutsch · den Mund aufmachen  ugs., fig.
  • reden · sagen · sprechen
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›schwafeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er schwafelt und vernebelt, er sitzt aus und reitet ab. [Die Zeit, 02.11.1984, Nr. 45]
Donath ließ ihn eine Weile schwafeln und zeigte ihm dann, wo der Ausgang war. [Bieler, Manfred: Der Bär, Hamburg: Hoffmann und Campe 1983, S. 223]
Jeder schwafelt, singt und sudelt vor sich hin und will, wenn überhaupt, nur zwei Ohren erreichen. [Süddeutsche Zeitung, 02.05.1995]
Hier, soll das heißen, wird erst gearbeitet, und wenn Zeit bleibt, wird über Politik geschwafelt. [Die Zeit, 12.08.2002, Nr. 32]
Er hat schon damals geschwafelt und schwülstige Reden gehalten, und seine Bücher zeigen – bei genauem Hinsehen – weder Präzision noch deutliche Aussagen. [konkret, 1999]
Zitationshilfe
„schwafeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schwafeln>.

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