schwammig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungschwam-mig (computergeneriert)
WortzerlegungSchwamm-ig
Wortbildung mit ›schwammig‹ als Erstglied: ↗Schwammigkeit
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
gedunsen, aufgeschwemmt und weich
Beispiele:
ein schwammiger Körper, ein schwammiges Gebilde
eine schwammige Figur, Fülle, Brust
er, sein Gesicht sah schwammig aus
ihre Arme waren zu schwammig für ihr Alter
Fasten und etwas Sport ... verhindern den Ansatz von schwammigem Fett [FrischGantenbein196]
2.
ohne festen Umriss, verschwommen, unklar
Beispiele:
ein schwammiger Ausdruck, Begriff
sein herzlicher Augenaufschlag hatte etwas Schwammiges [Bergengr.Rittmeisterin252]
3.
vom Holzschwamm befallen
Beispiele:
eine schwammige Kellerwohnung
dieses schwammige, verfaulte Holz ... das in den Docks auf seine Kosten betrügerisch angestrichen wurde [BrechtDreigroschenroman287]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schwamm · Schwammerl · schwammig
Schwamm m. im Wasser lebendes, aus lockeren Zellansammlungen bestehendes niederes Tier, dann auch (heute vornehmlich südd.) ‘Pilz’. Ahd. swam (8. Jh.), swamb, swammo, swambo (Hs. 12. Jh.) ‘Pilz’, mhd. swam, swamp, swamme ‘Schwamm, Pilz’, mnd. swam, swamp, mnl. swam, swamme ‘Schwamm, Pilz’, nl. zwam, aengl. swom, swamm ‘Schwamm, Pilz’, got. swamms ‘Schwamm’ setzen germ. *swamba- bzw. (mit Assimilation) *swamma- und anord. soppr ‘Ball’, svoppr ‘Ball’ (als Übertragung von Birkenschwamm?), schwed. svamp, (mundartlich) sopp ‘Pilz, Schwamm’ germ. *swampu- voraus. Verwandt ist das unter ↗Sumpf (s. d.) behandelte Substantiv sowie griech. somphós (σομφός) ‘schwammig, locker, porös’, so daß von ie. *su̯omb(h)o- ‘schwammig, porös’ ausgegangen werden kann. Bezeichnet im Germ. zuerst den Schwamm als Tier (lange Zeit als Pflanze angesehen) bzw. das daraus gewonnene Reinigungsgerät, schon früh aber auch den Pilz (wegen seiner ähnlichen lockeren, porösen Substanz). Die alte Bedeutung ‘Pilz’ bewahrt das Deminutivum Schwammerl n. obd. öst. (19. Jh., gewiß älter). schwammig Adj. ‘weich und locker wie ein Schwamm’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
flaumig · ↗flauschig · flauschweich · ↗samten · ↗samtig · ↗samtweich · ↗sanft · schwammig · ↗soft · ↗weich · ↗wollig  ●  ↗fluffig  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
schwammig · ↗ungenau · ↗unklar · ↗unpräzise · ↗unsauber · ↗unscharf · ↗vage  ●  ↗unspezifisch  fachspr. · ↗wischi-waschi  ugs.
Assoziationen
Antonyme
  • schwammig

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absichtserklärung Akustik Bass Begriff Definition Fahrverhalten Fahrwerk Formulierung Gebilde Gewebe Kontur Kriterium Lenkung Paragraph Pedalgefühl Rechtslage Servolenkung Untergrund Vorgabe anfühlen definiert derart diffus formuliert ungenau unklar unverbindlich vage weich äußerst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schwammig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn die da oben sich schwammig ausdrücken, kann man das ebenso schwammig auslegen.
Krausser, Helmut: Eros, Köln: DuMont 2006, S. 289
Vieles ist ihm zu schwammig, die Finanzierung vieler Versprechen nicht geklärt, er hätte da schon noch Fragen, sagt er.
Der Tagesspiegel, 21.10.2002
Zu schwammig sind die Positionen, zu sehr beherrscht Taktik das Geschehen.
Die Welt, 03.09.2002
Es war ein schwammiges, unklares Gedenken, ein schwerfälliges, entschlußloses Grübeln.
Hein, Christoph: Drachenblut, Darmstadt: Luchterhand 1983 [1982], S. 142
Bei hohen Geschwindigkeiten fühlte sich die Hydrauliklenkung seltsam schwammig an.
P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1993, Nr. 10
Zitationshilfe
„schwammig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schwammig>, abgerufen am 08.12.2019.

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