Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schwammig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung schwam-mig
Wortzerlegung Schwamm -ig
Wortbildung  mit ›schwammig‹ als Erstglied: Schwammigkeit
eWDG

Bedeutungen

1.
gedunsen, aufgeschwemmt und weich
Beispiele:
ein schwammiger Körper, ein schwammiges Gebilde
eine schwammige Figur, Fülle, Brust
er, sein Gesicht sah schwammig aus
ihre Arme waren zu schwammig für ihr Alter
Fasten und etwas Sport … verhindern den Ansatz von schwammigem Fett [ FrischGantenbein196]
2.
ohne festen Umriss, verschwommen, unklar
Beispiele:
ein schwammiger Ausdruck, Begriff
sein herzlicher Augenaufschlag hatte etwas Schwammiges [ Bergengr.Rittmeisterin252]
3.
vom Holzschwamm befallen
Beispiele:
eine schwammige Kellerwohnung
dieses schwammige, verfaulte Holz … das in den Docks auf seine Kosten betrügerisch angestrichen wurde [ BrechtDreigroschenroman287]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schwamm · Schwammerl · schwammig
Schwamm m. im Wasser lebendes, aus lockeren Zellansammlungen bestehendes niederes Tier, dann auch (heute vornehmlich südd.) ‘Pilz’. Ahd. swam (8. Jh.), swamb, swammo, swambo (Hs. 12. Jh.) ‘Pilz’, mhd. swam, swamp, swamme ‘Schwamm, Pilz’, mnd. swam, swamp, mnl. swam, swamme ‘Schwamm, Pilz’, nl. zwam, aengl. swom, swamm ‘Schwamm, Pilz’, got. swamms ‘Schwamm’ setzen germ. *swamba- bzw. (mit Assimilation) *swamma- und anord. soppr ‘Ball’, svoppr ‘Ball’ (als Übertragung von Birkenschwamm?), schwed. svamp, (mundartlich) sopp ‘Pilz, Schwamm’ germ. *swampu- voraus. Verwandt ist das unter Sumpf (s. d.) behandelte Substantiv sowie griech. somphós (σομφός) ‘schwammig, locker, porös’, so daß von ie. *su̯omb(h)o- ‘schwammig, porös’ ausgegangen werden kann. Bezeichnet im Germ. zuerst den Schwamm als Tier (lange Zeit als Pflanze angesehen) bzw. das daraus gewonnene Reinigungsgerät, schon früh aber auch den Pilz (wegen seiner ähnlichen lockeren, porösen Substanz). Die alte Bedeutung ‘Pilz’ bewahrt das Deminutivum Schwammerl n. obd. öst. (19. Jh., gewiß älter). schwammig Adj. ‘weich und locker wie ein Schwamm’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
flaumig · flauschig · flauschweich · kuschelweich · puschelig · samten · samtig · samtweich · sanft · schwammig · soft · weich · wollig  ●  fluffig  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
schwammig · ungenau · unklar · unpräzise · unsauber · unscharf · vage  ●  unspezifisch  fachspr. · wischi-waschi  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›schwammig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schwammig‹.

Verwendungsbeispiele für ›schwammig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn die da oben sich schwammig ausdrücken, kann man das ebenso schwammig auslegen. [Krausser, Helmut: Eros, Köln: DuMont 2006, S. 289]
Doch die Definition darüber, welche Materialien eher schaden, ist oft schwammig. [Die Zeit, 10.06.2013, Nr. 20]
Dort stand lange nur etwas schwammig, dass "der Gebrauch von Blut" verboten sei. [Die Zeit, 12.06.2012, Nr. 18]
Bislang steht da aber nicht mehr als eine schwammige Erklärung. [Die Zeit, 15.03.2010, Nr. 11]
Die für stabil gehaltene Erde wird schwammig, flüssig, sie trägt nicht mehr. [Die Zeit, 15.10.2003, Nr. 42]
Zitationshilfe
„schwammig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schwammig>.

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