schwanen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschwa-nen
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich mir schwant etw., es schwant mirich spüre, ahne, fühle etw. (Unangenehmes) im Voraus
Beispiele:
mir schwant nichts Gutes
ihm hatte gleich Unheil, Böses geschwant, als er aus der Tür trat
Mir schwante, die Sache könne schief gehen [BebelAus meinem Leben711]
Allmählich schwante es ihr nun doch, daß diese häufigen Besuche sich irgendwie auf sie bezogen [I. KurzVanadis155]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwanen Vb. ‘ahnen’, meist in der unpersönlichen Fügung es schwant mir ‘ich ahne, vermute’ zuerst mnd. ome hedde so etwes geswanet ‘geahnt’ (1514 Braunschweig), aber bereits in der 1. Hälfte des 16. Jhs. ins Hd. übernommen. Vielleicht entstanden durch Verschiebung der Wortgrenze zwischen Personalpronomen und Verb aus mnd. es (Genitiv) wānet mir, im Anlaut dem nhd. Konsonantismus angeglichen. Oder der Fügung liegt nlat. olet mihi ‘es ahnt mir’ (lat. olēre ‘riechen, sich durch Geruch bemerkbar machen’) zugrunde, in scherzhafter Übersetzung durch Humanisten bzw. Studenten an lat. olor ‘Schwan’ angeschlossen. Die unpersönliche Konstruktion mag in beiden Fällen von es ahnt mir beeinflußt sein. Häufig auch in Reimbindung mir schwant und ahnt (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) ahnen · (jemandem) schwanen · Vorahnung(en) haben · ↗erahnen · ↗erwarten · kommen sehen · ↗vorausahnen · ↗voraussehen · ↗vorhersehen · ↗wittern
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Unheil Zuschauer allmählich bald bereits da damals inzwischen langsam offenbar schon vielleicht wohl

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schwanen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie anders es sein kann, schwant manchem allerdings erst jetzt.
Die Welt, 18.03.2004
Mir schwante erst, was uns erwartete, als ich gegen 23.
Süddeutsche Zeitung, 01.07.2000
Spätestens als er von einer Eisfrau berichtete, schwante ihr etwas.
Der Tagesspiegel, 05.08.2001
Doch seit das Benzin zum dritten Male in kurzer Zeit aufgewertet wurde, schwant manchem Unheil.
Die Zeit, 13.07.1973, Nr. 29
Er sträubte sich mit aller Gewalt gegen die zerrende Schnur, ihm schwante wohl Unheil.
Hagenbeck, John u. Ottmann, Victor: Südasiatische Fahrten und Abenteuer, Dresden: Deutsche Buchwerkstätten 1924 [1924], S. 87
Zitationshilfe
„schwanen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schwanen>, abgerufen am 21.01.2019.

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