Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schwank

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
eWDG

Bedeutung

gehoben
1.
lang und dünn, biegsam, federnd
Beispiele:
ein schwanker Baum, Stamm, Ast
eine schwanke Leiter, Brücke
die schwanken Halme, Gräser, Stängel
Dort in der fremden Welt stehst du allein, / Ein schwankes Rohr, das jeder Sturm zerknickt [ SchillerTellII 1]
2.
nicht fest, wechselhaft, unstet
Beispiele:
ein schwanker Mensch, Charakter
er kannte ihre schwanken Gefühle
Louise Soubirous, eine schwanke Seele, stets von entgegengesetzten Gefühlen hin und her gerissen [ WerfelBernadette125]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schwank m. ‘lustiger Einfall, Streich, lustige Begebenheit’. Zugrunde liegt das unter Schwang (s. d.) behandelte mhd. swanc ‘schwingende Bewegung, Schwung, (Schicksals)schlag, Wurf, Hieb, (Fechter)streich’. Dieses entwickelt im 15. Jh., wohl aus der Verwendung ‘Fechterstreich’, die Bedeutung ‘listiger Streich, Finte’, dann ‘lustiger, spaßhafter Streich’ und ‘Erzählung, szenische Darstellung eines solchen Streiches’, die sich mit der auslautendes -k aufweisenden Schreibweise verfestigt. Vgl. auch mnd. swenke (Plur.) ‘hinterlistige Machenschaften, Ränke, kuriose Bräuche’, swank (Sing.) ‘Spott, lustiger Einfall, Erzählung’; dazu die entsprechende Pluralbildung frühnhd. schwenke, schwänke. Im Anschluß an die sich im 16. Jh. reich entfaltende Schwankliteratur wird der Ausdruck zum literaturgeschichtlichen Begriff und erfährt im 19. Jh. als Bezeichnung für ein ‘derbes, lustiges Bühnenstück’ eine neue Belebung. Zur Ausprägung der Bedeutungsdifferenzierung von Schwang, Schwank und Schwung s. Schwang.

schwanken · schwank · Schwankung
schwanken Vb. ‘hin und her schwingen, wanken, taumelnd gehen’, mhd. swanken ‘schwanken, taumeln, schwingen, schwenken’. Das Verb ist abgeleitet von schwank Adj. ‘schwankend, stürmisch, beweglich, biegsam, schlank, dünn, schmächtig’, mhd. swanc, mnd. swank ‘schwach, schmächtig, zart, hilfsbedürftig’, vgl. auch (mit r-Suffix) mhd. swanger ‘schwankend, biegsam’, mnl. swanger ‘beim Gehen schwankend’, aengl. swancor ‘biegsam, schmächtig’, anord. svangr ‘dünn, biegsam, hungrig’. Zu der unter schwingen (s. d.) genannten Wortgruppe. Schwankung f. ‘von der Geraden abweichende Bewegung, das Schwanken’ (16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›schwank‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schwank‹.

Verwendungsbeispiele für ›schwank‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch als der Mann aufsteht, taumelt er, als schwanke das Gerüst, und stürzt schreiend ab. [Die Zeit, 24.09.2001, Nr. 39]
Im Deutschen bezeichnet man als Schwank ungefähr das, worüber unsere Großväter gelacht haben. [Die Zeit, 31.05.1951, Nr. 22]
Bones fühlte, daß er nun schon viele Stunden auf seinem schwanken Halt zugebracht hatte, und empfand plötzlich rasenden Durst. [Löhndorff, Ernst Friedrich: Südwest-Nordost, Bremen: Schünemann 1936 [1936], S. 29]
Der Konteradmiral landete, von einem großen Stab umgeben, an der schwanken Brücke. [Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 444]
Daß solche Gewinne möglich sind, beweist die Tabelle „So schwanken Werftaktien“. [Die Zeit, 23.04.1982, Nr. 17]
Zitationshilfe
„schwank“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schwank>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
schwanger
schwanenweiß
schwanen
schwammig
schwammartig
schwanken
schwankhaft
schwankungsanfällig
schwanzgesteuert
schwanzlastig