schwarze Seele

Grammatik Mehrwortausdruck
Bestandteile schwarzSeele
ZDL-Vollartikel, 2020

Bedeutungen

1.
das Böse, Düstere in einer Person; böse, dunkle, unheimliche Seite des menschlichen Wesens; Gesamtheit der negativen Charakterzüge
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: eine schwarze Seele haben
Beispiele:
Jedes Buch ist eine Reise zu unserer schwarzen Seele, zur schwarzen Seele der Menschheit. [Die Zeit, 31.05.2017, Nr. 23]
Warum dreht ein so netter Mensch einen Katastrophenfilm nach dem anderen? [Filmregisseur] Petersen lacht: »Ich habe eine schwarze Seele. Aber jetzt mache ich erst mal eine Denkpause … Vielleicht wird sie wieder weiß!« [Bild am Sonntag, 16.07.2006, Nr. 29]
[…] von Zeit zu Zeit tauche ich in meine schwarze Seele ein und hole Unerfreuliches hervor, manche würden sogar sagen »Häßliches« oder Unpassendes, und schreibe darüber. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.12.2001]
[…] Die Sutphins sind eine ganz normale amerikanische Mittelstandsfamilie. Bis sich eines Tages herausstellt, daß Mutter Beverly […] eine schwarze Seele hat. Sie ermordet jeden, der ihr oder ihrer Familie Unrecht tut: einen Lehrer, der Sohn Chip therapieren lassen will, den untreuen Freund ihrer Tochter, eine unbequeme Nachbarin … [Welt am Sonntag, 20.06.1999]
Die schwarze Seele des Porzellan‑Malers [Überschrift] Nach Außen ein Ästhet. Im Innern ein Biest. [Bild, 18.11.1997]
Geschmeidige, wohlgesetzte und feingeschliffene Worte brauchen nicht immer Zeichen eines großen Geistes oder tiefen Gemüts zu sein, sondern können – im Gegenteil – einer schwarzen Seele entstammen. [Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 17349]
2.
pessimistisches, melancholisches Gemüt
Beispiele:
Schwarz sei ihre Lieblingsfarbe, hat sie [die Sportlerin] mal gesagt. Journalisten leiteten daraus ab, sie habe eine schwarze Seele, sei Melancholikerin, selbstmordgefährdet, ein Grufti sozusagen. [Süddeutsche Zeitung, 14.08.1999]
[…] [hier in Deutschland] zählen der in seiner Dachkammer vegetierende »arme Poet«, der Selbstmörder aus Überzeugung und der Held – Leute also, die sich ums Leben nicht kümmern wollen. […] – spätestens seit der Romantik wird das depressiv‑schwitzende, unrasierte, aus den Tiefen seiner schwarzen Seele heraus wirkende, ewig gültige Werke schaffende Künstlergenie verehrt. [Diesseits von Gut und Böse, 24.11.2009, aufgerufen am 29.04.2016]
Zitationshilfe
„schwarze Seele“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schwarze%20Seele>, abgerufen am 29.09.2020.

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