Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schwarzsehen

Grammatik Verb · sieht schwarz, sah schwarz, hat schwarzgesehen
Worttrennung schwarz-se-hen
Wortzerlegung schwarz sehen
Rechtschreibregel § 34 (2.2)
Wortbildung  mit ›schwarzsehen‹ als Erstglied: Schwarzseher
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
pessimistisch sein, Unheilvolles befürchten
Beispiele:
er sah recht schwarz für sein Unternehmen
sie hatte immer schwarzgesehen
er ist ein Miesmacher, er wird immer schwarzsehen
2.
ohne behördliche Erlaubnis und ohne die Gebühren bezahlt zu haben fernsehen
Beispiel:
eine Anzeige wegen Schwarzsehens

Thesaurus

Synonymgruppe
(die) Hoffnung verlieren · (es) aufstecken · (sich) aufgeben · (sich) verlorengeben · aufgeben · den Mut sinken lassen · den Mut verlieren · hoffnungslos sein · klein beigeben · nicht mehr an sich glauben · resignieren · verzweifeln  ●  den Kopf hängen lassen  ugs., fig. · den Schwanz einziehen  ugs., fig. · schwarzsehen  ugs. · verzagen  geh.
Assoziationen
Antonyme
  • zuversichtlich in die Zukunft blicken
Synonymgruppe
das Schlimmste befürchten · die schlimmsten Befürchtungen haben · schwarzsehen  ●  den Teufel an die Wand malen  fig.
Assoziationen
  • nur das Negative sehen · nur das Schlechte sehen · pessimistisch darstellen · pessimistisch sehen  ●  schwarzmalen  Hauptform
  • (negativ) prophezeien · beschreien · herbeireden  ●  unken  ugs.
  • (ein) ungutes Gefühl haben (bei) · (jemandem) nicht geheuer sein · (jemandem) nichts Gutes schwanen
  • (bedrohlich) nahen · (jemandem) blühen · (sich) zusammenbrauen · bedrohliche Formen annehmen · drohen · lauern · nichts Gutes erwarten lassen · nichts Gutes verheißen · zu befürchten sein  ●  (da) kommt (noch) was auf uns zu  ugs. · (die) Einschläge kommen näher  ugs., fig., Spruch · dräuen (lit., poet.)  geh. · zu befürchten stehen  geh.
  • (ein) dumpfes Gefühl · (ein) flaues Gefühl · (ein) mulmiges Gefühl · ungute Ahnungen  ●  (ein) dummes Gefühl  ugs.

Verwendungsbeispiele für ›schwarzsehen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer die Chemie derzeit nur unter Konjunkturaspekten beurteilt, muß schwarzsehen. [Der Tagesspiegel, 20.11.1998]
Erst nach Tschernobyl aber kulminierte das neue Lebensgefühl, und es kulminierte an genau jenem Ort, wo jahrelang unkende Friedensschriftsteller öffentlich schwarzsehen durften. [konkret, 1986]
Auch sie sind nicht so, daß man für die Konjunktur des kommenden Jahres schwarzsehen müßte. [Die Zeit, 07.09.1979, Nr. 37]
Wenn es nicht bald gelingt, den abgebrochenen Dialog wieder aufzunehmen, dann muß man für die Zukunft schwarzsehen. [Die Zeit, 09.03.1984, Nr. 11]
Wenn die junge Generation im Pessimismus versinkt, muß man für unsere Volkswirtschaft schwarzsehen. [Die Welt, 17.03.2005]
Zitationshilfe
„schwarzsehen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schwarzsehen>.

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