Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schwatzen

Grammatik Verb · schwatzt, schwatzte, hat geschwatzt
Worttrennung schwat-zen
Wortbildung  mit ›schwatzen‹ als Erstglied: Schwatzbase · Schwatzerei · Schwatzliese · Schwatzsucht · Schwätzer · schwatzhaft · schwatzsüchtig
 ·  mit ›schwatzen‹ als Letztglied: Geschwatze · abschwatzen · aufschwatzen · ausschwatzen · beschwatzen · daherschwatzen · dazwischenschwatzen · drauflosschwatzen · durcheinanderschwatzen · einschwatzen · losschwatzen · nachschwatzen · weiterschwatzen
 ·  mit ›schwatzen‹ als Grundform: Geschwätz · zerschwatzen
eWDG

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich zwanglos und gemütlich miteinander über alles mögliche Alltägliche plaudern, sich unterhalten
Beispiele:
miteinander, mit jmdm. (unbekümmert, ohne Scheu vor Mithörern) schwatzen
wir saßen gemütlich beisammen und schwatzten bis tief in die Nacht
ich muss arbeiten, schwatzen können wir später
von jmdm., über jmdn. schwatzen
Ringsum sitzen braungebrannte Menschen, die rauchen und vergnügt schwatzen [ WeisenbornMädchen50]
2.
salopp, abwertend anhaltend, oberflächlich und störend vieles und Törichtes daherreden
Beispiele:
ohne Rücksicht auf andere, unbekümmert über alles mögliche schwatzen
sie kann nicht verantworten, was sie da schwatzt
dummes, unnützes Zeug schwatzen
sie hatten geschwatzt, bis sie heiser waren
ein ungeniert von seinen Erlebnissen schwatzender junger Mensch
jmd. schwatzt das Blaue vom Himmel herunter (= redet pausenlos)
Unsinn, kariert schwatzen (= unlogisch, durcheinander, sinnlos reden)
umgangssprachlich, abwertend den Unterricht durch heimliches Reden stören
Beispiele:
ihr sollt nicht so viel schwatzen
er bekam wegen Schwatzens einen Tadel
3.
umgangssprachlich, abwertend etw. verraten, ausplaudern
Beispiele:
wenn er schwatzt, sind wir verloren
aus der Schule schwatzen (= etw. ausplaudern, das nur Eingeweihte wissen dürfen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwatzen · Geschwätz · Schwatz · Schwätzer · schwatzhaft
schwatzen Vb. ‘wortreich und belanglos reden’, frühnhd. swetzen, schwätzen, schwetzen, schwatzen (15. Jh.), in der Literatursprache (seit 18. Jh.) vorwiegend schwatzen, während umgelautetes schwätzen im Südd. vorherrscht; wohl Intensivbildung (vielleicht unter Einfluß von frühnhd. smetzen ‘schwatzen, verleumden’) zu lautmalendem mhd. swateren ‘rauschen, klappern’, nhd. (landschaftlich) schwadern ‘plätschern’, auch ‘schnattern, schwatzen, schlemmen, prassen’. Geschwätz n. ‘dummes, belangloses Gerede’, mhd. geswetze, Kollektivbildung zu mhd. swaz, nhd. Schwatz m. ‘Plauderei’. Schwätzer m. (15. Jh.). schwatzhaft Adj. ‘redselig’ (18. Jh.), frühnhd. schwetzhafftig (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) auslassen · (sich) ergehen (in) · (sich) verbreiten (über) · daherplappern · plappern · quasseln · salbadern · schwadronieren · schwatzen · schwätzen  ●  daherreden  Hauptform · (herum)labern  ugs. · (herum)sülzen  ugs., abwertend · faseln  ugs., abwertend · groß herumtönen  ugs. · sabbeln  ugs. · schwafeln  ugs. · sülzen  ugs., abwertend
Oberbegriffe
  • (das) Wort ergreifen · (einen) Redebeitrag leisten · (seine / die) Stimme erheben · (sich) äußern · etwas sagen · etwas von sich geben · reden · sprechen  ●  (eine) Äußerung tätigen  Amtsdeutsch · den Mund aufmachen  ugs., fig.
  • reden · sagen · sprechen
Assoziationen
Synonymgruppe
plaudern · reden wie ein Wasserfall · schwatzen  ●  dibbern  ugs. · quasseln  ugs. · quatschen  ugs. · ratschen  ugs. · schnattern  ugs. · schwätzen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›schwatzen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schwatzen‹.

Verwendungsbeispiele für ›schwatzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seit mehr als einem halben Jahrhundert schwatzen sie schon, und immer noch haben sie uns etwas zu erzählen. [Die Zeit, 04.11.2009, Nr. 16]
Sie reden sich die Köpfe heiß; aber sie schwatzen nicht durcheinander. [Die Zeit, 26.04.1968, Nr. 17]
Einige Studenten schwatzen mit den Nachbarn, bloß hört es niemand. [Die Welt, 30.07.2005]
So abgesichert lässt es sich in der Politik gut schwatzen. [Bild, 12.08.2003]
Man wird doch nicht an offiziellen – noch dazu geheimen – Beratungen teilnehmen und im Salon darüber geringschätzig schwatzen. [Suttner, Bertha von: Autobiographie. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 8927]
Zitationshilfe
„schwatzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schwatzen>.

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