schweißen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschwei-ßen
Wortbildung mit ›schweißen‹ als Erstglied: ↗Schweißbrenner · ↗Schweißbrille · ↗Schweißdraht · ↗Schweißer · ↗Schweißflamme · ↗Schweißfuge · ↗Schweißnaht · ↗Schweißstab · ↗Schweißstelle · ↗Schweißtechnik · ↗Schweißung · ↗schweißbar · ↗schweißtechnisch
 ·  mit ›schweißen‹ als Letztglied: ↗anschweißen1 · ↗aufschweißen · ↗einschweißen · ↗zusammenschweißen
eWDG, 1976

Bedeutung

Werkstücke aus Metall oder Kunststoff durch Wärme oder Druck fest miteinander verbinden
Beispiele:
Schienen, Rohre schweißen
Regenmäntel aus Kunststoff werden geschweißt
daß es jetzt gleich brenzlig nach Schweißen riechen würde [Ch. WolfGeteilter Himmel219]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schweiß · Schweißhund · schweißig · schweißen1 · schweißen2 · zusammenschweißen · Schweißer
Schweiß m. abgesonderte Körperfeuchtigkeit, jägersprachlich ‘Blut’ (des angeschossenen Wildes), ahd. (9. Jh.), mhd. sweiʒ, asächs. swēt, aengl. swāt, anord. sveiti ‘Schweiß, Blut’, mnd. swēt, engl. sweat, mnl. sweet, nl. zweet, schwed. svett ‘Schweiß’ (germ. *swaita- ‘Schweiß, Blut’) und die unter ablautendem ↗schwitzen (s. d.) genannten Formen lassen sich mit aind. svid- ‘schwitzen’, svḗda- ‘Schweiß’, griech. īdíein (ἰδίειν) ‘schwitzen’, ī́dos (ἶδος), lat. sūdor, kymr. chwy̑s und lett. sviedri (Plur.) ‘Schweiß’ auf die Wurzel ie. *su̯eid- ‘schwitzen, Schweiß’ zurückführen. In der für die alten germ. Sprachstufen (s. oben) bezeugten Bedeutung ‘quellendes Blut’ (von Mensch und Tier) ist Schweiß wohl als tabuierende Umschreibung anzusehen; die Bedeutung ‘Blut’ bleibt in der Jägersprache erhalten. Schweißhund m. ‘Jagdhund, der die Blutfährte von angeschossenem Wild sucht und verfolgt’ (17. Jh.). schweißig Adj. ‘feucht, naß von Schweiß’, ahd. sweiʒīg (Hs. 12. Jh.), mhd. sweiʒic ‘schweißnaß, blutig’. Im Sinne von ‘blutig’ noch in der Jägersprache, vgl. schweißige Fährte ‘Blutspur angeschossenen Wildes’. schweißen1 Vb. ‘Schweiß, Blut vergießen’ (vom angeschossenen Wild), frühnhd. sweizen ‘bluten, schwitzen’, mnd. sweten ‘schwitzen’, aengl. swǣtan ‘bluten, schwitzen’, anord. sveita ‘schwitzen’ (germ. *swaitan). Die Bedeutung ‘Schweiß absondern’ wird im 18. Jh. aufgegeben und allein von ↗schwitzen (s. d.) weitergeführt; im Sinne von ‘bluten’ gilt schweißen noch in der Jägersprache. Dazu das Kausativum schweißen2 Vb. ‘schwitzen lassen, braten, rösten, Metall- oder Kunststoffteile durch Erhitzen oder Druck miteinander verbinden’, ahd. sweiʒen ‘braten, rösten’, mhd. sweiʒen ‘heiß, schwitzen machen, rösten, in Glühhitze verbinden, aneinanderhämmern’, aengl. swǣtan ‘zusammenschmieden’ (germ. *swaitjan). zusammenschweißen Vb. ‘durch Schweißen fest miteinander verbinden’ (19. Jh.). Schweißer m. ‘wer Metall- oder Kunststoffteile durch Schweißverfahren verbindet’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auspuff Blech Folie Laser Naht Stahlträger Tresor aneinander aneinanderschweissen anschweißen aufschweißen bohren einschweißen feilen fräsen hämmern härten lackieren löten mauern nieten schleifen schmieden schrauben stanzen sägen zusammen zusammenschrauben zusammenschweißen zuschweißen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schweißen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er schweißte in 20 Metern Höhe, ohne Helm, ohne Schutz.
Der Tagesspiegel, 13.10.2003
Wir schweißen alle Bücher wieder zu, die Kunden möchten natürlich „neue“ Ware.
Die Zeit, 13.06.1986, Nr. 25
Hunderte Brigaden zimmerten, schachteten aus, betonierten und hämmerten und schweißten und schleppten Material.
Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 328
Selim benutzte die Rechte nur zum Festhalten, er schweißte mit der Linken.
Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 82
Unter der linken Schulter schweißte er wie ein angeschossenes Wild.
Bodenreuth, Friedrich [d.i. Jaksch, Friedrich]: Alle Wasser Böhmens fließen nach Deutschland, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1938 [1937], S. 269
Zitationshilfe
„schweißen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schweißen#1>, abgerufen am 17.07.2019.

Weitere Informationen …

schweißen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschwei-ßen
Wortbildung mit ›schweißen‹ als Letztglied: ↗anschweißen2 · ↗ausschweißen
eWDG, 1976

Bedeutung

Jägersprache ein Tier schweißt (= ein Tier blutet)
Beispiel:
ein kranker [Rammler] ist's, er schweißt schon stark [ViebigSchlafendes Heer136]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schweiß · Schweißhund · schweißig · schweißen1 · schweißen2 · zusammenschweißen · Schweißer
Schweiß m. abgesonderte Körperfeuchtigkeit, jägersprachlich ‘Blut’ (des angeschossenen Wildes), ahd. (9. Jh.), mhd. sweiʒ, asächs. swēt, aengl. swāt, anord. sveiti ‘Schweiß, Blut’, mnd. swēt, engl. sweat, mnl. sweet, nl. zweet, schwed. svett ‘Schweiß’ (germ. *swaita- ‘Schweiß, Blut’) und die unter ablautendem ↗schwitzen (s. d.) genannten Formen lassen sich mit aind. svid- ‘schwitzen’, svḗda- ‘Schweiß’, griech. īdíein (ἰδίειν) ‘schwitzen’, ī́dos (ἶδος), lat. sūdor, kymr. chwy̑s und lett. sviedri (Plur.) ‘Schweiß’ auf die Wurzel ie. *su̯eid- ‘schwitzen, Schweiß’ zurückführen. In der für die alten germ. Sprachstufen (s. oben) bezeugten Bedeutung ‘quellendes Blut’ (von Mensch und Tier) ist Schweiß wohl als tabuierende Umschreibung anzusehen; die Bedeutung ‘Blut’ bleibt in der Jägersprache erhalten. Schweißhund m. ‘Jagdhund, der die Blutfährte von angeschossenem Wild sucht und verfolgt’ (17. Jh.). schweißig Adj. ‘feucht, naß von Schweiß’, ahd. sweiʒīg (Hs. 12. Jh.), mhd. sweiʒic ‘schweißnaß, blutig’. Im Sinne von ‘blutig’ noch in der Jägersprache, vgl. schweißige Fährte ‘Blutspur angeschossenen Wildes’. schweißen1 Vb. ‘Schweiß, Blut vergießen’ (vom angeschossenen Wild), frühnhd. sweizen ‘bluten, schwitzen’, mnd. sweten ‘schwitzen’, aengl. swǣtan ‘bluten, schwitzen’, anord. sveita ‘schwitzen’ (germ. *swaitan). Die Bedeutung ‘Schweiß absondern’ wird im 18. Jh. aufgegeben und allein von ↗schwitzen (s. d.) weitergeführt; im Sinne von ‘bluten’ gilt schweißen noch in der Jägersprache. Dazu das Kausativum schweißen2 Vb. ‘schwitzen lassen, braten, rösten, Metall- oder Kunststoffteile durch Erhitzen oder Druck miteinander verbinden’, ahd. sweiʒen ‘braten, rösten’, mhd. sweiʒen ‘heiß, schwitzen machen, rösten, in Glühhitze verbinden, aneinanderhämmern’, aengl. swǣtan ‘zusammenschmieden’ (germ. *swaitjan). zusammenschweißen Vb. ‘durch Schweißen fest miteinander verbinden’ (19. Jh.). Schweißer m. ‘wer Metall- oder Kunststoffteile durch Schweißverfahren verbindet’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auspuff Blech Folie Laser Naht Stahlträger Tresor aneinander aneinanderschweissen anschweißen aufschweißen bohren einschweißen feilen fräsen hämmern härten lackieren löten mauern nieten schleifen schmieden schrauben stanzen sägen zusammen zusammenschrauben zusammenschweißen zuschweißen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schweißen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er schweißte in 20 Metern Höhe, ohne Helm, ohne Schutz.
Der Tagesspiegel, 13.10.2003
Wir schweißen alle Bücher wieder zu, die Kunden möchten natürlich „neue“ Ware.
Die Zeit, 13.06.1986, Nr. 25
Hunderte Brigaden zimmerten, schachteten aus, betonierten und hämmerten und schweißten und schleppten Material.
Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 328
Selim benutzte die Rechte nur zum Festhalten, er schweißte mit der Linken.
Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 82
Unter der linken Schulter schweißte er wie ein angeschossenes Wild.
Bodenreuth, Friedrich [d.i. Jaksch, Friedrich]: Alle Wasser Böhmens fließen nach Deutschland, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1938 [1937], S. 269
Zitationshilfe
„schweißen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schweißen#2>, abgerufen am 17.07.2019.

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