schwelen
GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschwe-len (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schwelen‹ als Erstglied: Schwelbrand · Schwelerei · Schwelgas · Schwelkohle · Schwelkoks · Schwelteer · Schwelung
 ·  mit ›schwelen‹ als Letztglied: fortschwelen · nachschwelen · weiterschwelen
 ·  Ableitung von ›schwelen‹: verschwelen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
etw. schweltetw. brennt langsam ohne Flamme
Beispiele:
feuchtes Holz schwelt lange
schwelende Kartoffelfeuer
Glühende Hausbrandasche oder Industriemüll können Brände auslösen, die oft wochen- oder monatelang schwelen [Gesundheit1966]
übertragen
Beispiele:
dumpfer Groll schwelte in ihnen, unter der Oberfläche
Eine Taktlosigkeit ... brachte die schwelende Krise zum offenen Ausbruch [WildenhainSchauspieler126]
2.
Technik Braunkohle, Steinkohle, erdölhaltigen Schiefer unter Luftabschluss entgasen
Beispiel:
er hat sie [Braunkohle] ... analysiert, geschwelt, verkokt, vergast und verbrannt [Urania1964]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwelen Vb. ‘ohne Flamme langsam brennen’ beruht auf mnd. nd. swēlen ‘langsam, ohne Flamme brennen, Gras dörren, Heu machen’, das im 18. Jh. in die Literatursprache aufgenommen wird. Mit mnl. swēlen, nl. zwelen ‘Heu wenden’ (eigentl. ‘trocken machen’), aengl. swelan ‘(ver)brennen, sich entzünden, schwären (von Wunden)’, den Intensivbildungen ahd. swelzan, swilizōn ‘sengen, rösten’ (8. Jh.) sowie anord. svalr ‘kühl, kalt’ (d. h. ein schneidendes, brennendes Gefühl erweckend), schwed. sval ‘kühl’, mnd. swalm ‘Qualm, Dunst’, den unter ↗schwül (s. d.) genannten Formen und griech. hé͞ilē (εἵλη, aus ie. *su̯elā) ‘Sonnenwärme, Hitze’, lit. svìlti ‘sengen, ohne Flamme brennen’, (älter) svelti ‘glimmen’ läßt sich das Verb auf eine Wurzel ie. *su̯el- ‘schwelen, brennen’ (s. ↗Sonne) zurückführen.
OpenThesaurus (09/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
Assoziationen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In Frankreich schwelt sie bereits seit längerem, ohne dass das Gros der Politiker sie als solche bewusst wahrnehmen würde.
Süddeutsche Zeitung, 26.03.2004
Doch die meisten der zitierten Ursachen schwelen schon seit langem.
Die Zeit, 23.01.1995, Nr. 04
Zwischen den verkohlten Balken der eingestürzten Hütte schwelte noch der Brand.
Röhrig, Tilman: In dreihundert Jahren vielleicht, Würzburg: Arena 1984 [1983], S. 29
Vor den kleinen verrauchten Fenstern schwelte ein dicker schwefeliger Qualm.
Bodenreuth, Friedrich [d.i. Jaksch, Friedrich]: Alle Wasser Böhmens fließen nach Deutschland, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1938 [1937], S. 39
Die Straße schwelte blaß und schien in dem Ungewissen Lichte wie ein graues Band zu schwanken.
Stehr, Hermann: Der Heiligenhof, München: List 1952 [1918], S. 16
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brandherd Flächenbrand Führungskrise Glut Grenzkonflikt Grenzstreit Grundsatzstreit Handelskonflikt Handelsstreit Irak-Konflikt Koalitionskrise Koalitionsstreit Konflikt Machtkampf Oberfläche Rechtsstreit Regierungskrise Richtungsstreit Streit Tarifkonflikt Tarifstreit Verborgenen Zwist fort fortschwelt hinschwelen seither untergründig weiter weiterschwelt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schwelen‹.