schwelgen

Grammatik Verb
Aussprache  [ˈʃvɛlgn̩]
Worttrennung schwel-gen
Wortbildung  mit ›schwelgen‹ als Erstglied: Schwelger · Schwelgerei
eWDG

Bedeutungen

1.
üppig essen und trinken
Beispiele:
Alle schwelgten, und selbst der Hofhund bekam seinen Knochen [ Suderm.6,58]
Ich sah den Landvogt an der Tafel schwelgen [ SchillerTellII 2]
2.
gehoben, spöttisch in etw. schwelgensich an etw. berauschen, ganz in etw. versunken sein
Beispiele:
in Erinnerungen, Zukunftsträumen, Gefühlen, Tönen schwelgen
ihr Herz schwelgt in Seligkeit
er schwelgte im Bewusstsein seiner Erfolge
etw. auffallend bevorzugen, etw. reichlich anwenden
Beispiele:
der Maler schwelgt in Farben
Zu der Zeit also, da ich zum Theater kam, schwelgte man noch in Schminke [ WintersteinLeben1, 135]
Sie schwelgen in Paradoxen, wie mein Bruder, der Kardinal! [ GoetzLügnerI]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwelgen · Schwelger · Schwelgerei · schwelgerisch
schwelgen Vb. ‘üppig essen und trinken, schlemmen, in vollen Zügen genießen’; Herkunft ungewiß. Man versucht, das ehemals stark flektierende Verb ahd. swelgan (8. Jh.), mhd. swelgen, swelhen ‘verschlingen, (ver)schlucken, trinken’, mnd. swelgen, mnl. swelghen, nl. zwelgen, aengl. swelgan, engl. to swallow, anord. svelga, aschwed. svælgh(i)a, schwed. svälja mit anord. sylgr ‘Schluck, Trank’, auch ‘Schlinger, Fresser’, mhd. swalch, swalc ‘Schlund, Flut, Woge’ auf eine k-Erweiterung der aus awest. xvar- ‘genießen, verzehren’, aengl. swillan, swilian ‘waschen, spülen’, engl. to swill ‘(ab)waschen, gierig trinken’, anord. sollr ‘Spültrank für Schweine’, schwed. (mundartlich) soll, sull ‘Milch mit Brotbrocken’ erschließbaren Wurzel ie. *su̯el- ‘schlingen, essen, trinken’ zurückzuführen, die allerdings nur im Iran. und Germ. nachgewiesen werden kann (Pokorny 1, 1045). Im Nhd. (etwa 16. Jh.) wird mit der starken Flexion auch die transitive Verwendung ‘(ver)schlucken’ aufgegeben, und schwelgen steht für ‘schmausen, zechen, schlemmen, prassen’, danach (seit dem 18. Jh.) für ‘üppig, genüßlich leben’. Schwelger m. ‘Schlemmer’, ahd. swelgāri (8. Jh.), mhd. swelher ‘Schlucker, Säufer’. Schwelgerei f. ‘Schlemmerei, Prasserei’ (16. Jh.). schwelgerisch Adj. ‘üppig, verschwenderisch’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(es sich) schmecken lassen · genießen · schlemmen · schwelgen  ●  (genüsslich) essen  ugs. · (sich etwas) auf der Zunge zergehen lassen  ugs. · schmausen  geh., veraltend, scherzhaft
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) suhlen · (sich) wälzen · schwelgen
Synonymgruppe
(sich) berauschen an · (sich) einer Sache überlassen · aufgehen (in) · fortgetragen werden (von)  ●  (sich) ergehen (in)  geh. · schwelgen (in)  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›schwelgen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schwelgen‹.

Verwendungsbeispiele für ›schwelgen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine grafische Oberfläche verführt nur zu leicht dazu, in Fonts zu schwelgen. [C't, 1995, Nr. 6]
Es schwelgt in dem enthusiasmierenden Glauben an die nationale Größe des Landes. [Die Zeit, 13.03.1970, Nr. 11]
Die waren so wahnsinnig selbstsicher, sie schwelgten in ihrer Freiheit. [Die Zeit, 16.01.2006, Nr. 03]
Auch er schwelgte damals in Visionen von einer computergerechten Politik. [Die Zeit, 09.11.1979, Nr. 46]
So mußte er sich, während wir im Theater schwelgten, alkoholisch zu trösten suchen, und wie der Ausdruck seiner Augen zeigte, war ihm das reichlich gelungen. [Witkowski, Georg: Von Menschen und Büchern, Erinnerungen 1863-1933. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 4743]
Zitationshilfe
„schwelgen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schwelgen>.

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